3b-sermon

Eyn sermon gepredi = // get zu Leyptzigk auff dem Schloß 

 


Abb. 1-7

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I. Formale Analyse

 

Titel 

Eyn sermon gepredi = // get zu Leyptzigk auff dem Schloß // am tag Petri vnnd Pauli im .xix. // Jar / durch den wirdigen vater Doctorem Martinii // Luther Augustiner zu Wittenbergk / mit ent= // schuldigug etzlicher artickel / so jm von // etzlichen seiner abguenstigen zuge= // messen sein / in der zeyt der // disputation zu Leyp= // tzigk gehalten. 

 

Verfasser 

Martin Luther 

 

Druckjahr 

[1519] 

 

Druckort 

[Nürnberg] 

 

Drucker 

[Nürnberg: Jobst Gutknecht 1519] 

 

Umfang 

Foliierung: Aii, Aiii 

Eigene Paginierung: [S. 1-7] 

Zählung lt. VD 16: [4] Bl.  

 

Provenienz 

Bayerische Staatsbibliothek München (Sigel: 12), 4 Th. 103-XXVII,19 

 

Nachweise in VD 16 

a.) verwendete Ausgabe: [L 6195 Nürnberg: Jobst Gutknecht 1519] 

b.) weitere Ausgaben: 

L 6191, [Augsburg: Hans, Froschauer, 1519]  

L 6192, [Augsburg: Jörg, Nadler, 1519]

L 6193, [Leipzig: Stöckel, Wolfgang, 1519]

L 6194, [Leipzig: Stöckel, Wolfgang, 1519]

L 6197, [Leipzig : Stöckel, Wolfgang, 1520]

 

Titelillustration 

nein 

 

Illustration im Text

nein 

 

 

II. Inhaltliche Analyse 

 

Sprachliche Form 

Prosa  

 

Entstehungskontext  

In dieser Flugschrift gibt Luther an, die Predigt in Leipzig  auf den 29. Juni (Peter Paulustag) 1519 abgehalten zu haben. Diese Predigt fällt damit in den Zeitraum der Leipziger Disputation, in der Karlstadt mit Eck disputierte, also wenige Tage vor dem Beginn der Disputation zwischen Luther und Eck. Die kommunikative Kompetenz Luthers liegt darin, bereits im Vorfeld der Disputation mit Eck Hörer auf seine Seite zu ziehen.

 

Inhaltsangabe und Struktur 

Die Flugschrift selbst ist neben dem Titelblatt in drei Teile gegliedert. In der Vorrede übt er Kritik am Ablass, am Papst und seinen Widersachern. Drauf folgt die Predigt zu Leipzig in zwei Teilen. Der erste Teil der Predigt beinhaltet eine Abhandlung vom freien Willen und den guten Werken, der dritte handelt von der päpstlichen Gewalt. 

 

1. Vorrede (ohne Foliierung, Aii r [S. 2-3]) 

Luther weist auf den von ihm kritisierten „…mißbrauch Römischs ablaß…“ (ohne Folierung, [S. 2]) hin. Dieser trägt nach seiner Auffassung zur Not der Menschen bei:“…und in seiner einfeltigkeit/ // unter dem schein des ablaß / in ferliche irthumb / auch zu schaden seiner // notturfftigen narung kumen.“ (ohne Foliierung, [S. 2]). Luther gibt an, wegen seiner Kritik am Ablass seit fast zwei Jahren Schmähungen erduldet zu haben. Diese Reden und Predigten gegen ihn stellt er als Ursache großer Sünde dar, da sie bei den Menschen nur Neid und Hass hervorrufen.

Der von Luther aufgegriffene Vorwurf: „un[d] geben mir schuldt / ich wöl der Behemen ketzerey ver = // fechten…“ (ohne Foliierung, Aii r, [S. 2, 3]) deutet auf die Fremdwahr­nehmung hin, in der Luther häufig im Lager von Jan Hus angesiedelt wurde. Luther behauptet, ausschließlich christlich gehandelt zu haben. Seine Gegner und namentlich den Papst bezeichnet er als Lügner.

Um jedermann seine Unschuld zu verkünden, habe Luther diese Schrift verfasst. Er betont wiederum, ausschließlich christlich gehandelt zu haben und droht Widersprechern: „wil yemant mir anders nach sagen / der // wirt mir nit schaden thun / er wirt aber seinen richter wol finden.“ (Aii r, [S. 3])

 

2a. Ein Sermon vo[n] sant Peter un[d] Pauls (Aii v bis Aiii v, [S. 4-6]) 

Unter Berufung auf das Evangelium: „Das Evangeliu[m] begreyfft alle materien der gantzen disputation…“ (Aii v, S[. 4]) legt Luther seine Ansichten dar:

  • Ablehnung der Erlangung göttlicher Gnade durch gute Werke: „…greyfft an die grossen weisen und // heyligen / will sie gar zu nicht machen / So sie doch meynen durch ire kunst unnd werk / alle ding aus zurichten.“ (Aii v, [S. 4])

  • Gott muss sich dem Menschen offenbaren, da er von sich aus dazu nicht in der Lage ist: „Dan Christu[s] // mag niemant erkennen (schweyg dan[n] folgen) aus fleysch und plut / // sonder der vater im hymel muß inn offenbaren…“ (Aii v, [S. 4])

  • Daher liegt es nicht in der Hand des Menschen, Erlösung zu finden. Dies ist allein von Gottes Gnade abhängig: „Und nit in // seiner wilküre frey steet / guts zu erkennen oder thun / sonder allein in der // gnaden gottes…“  (Aii v, [S. 4]) „dan[n] on gnad thut er nit gottes wil= // len / sonder seinen eygenen willen…“ (Aiii r, [S. 5])

  • Erst wenn die Gnade Gottes erlangt ist, folgen gute Werke: „Darnach volgen aller erst // die guten werke wen[n] die gnad also erlanget ist“ „…wo aber // die gnad gottes erlanget ist / werden werk fast von inn selber volgen.“ (Aiii v, [S. 6])

 

2b. Das ander tey vo[n] der gewalt s. Peters 

Luther legt seine Auffassung von der päpstlichen Gewalt dar: „Es ist war die schlüssel sein sant Peter geben / // aber nit im als seiner person / sonder in person der christenliche[n] kirchen / un[d] sein eben mir un[d] dir geben zu trost unserm gewissen / sand Peter oder // ein priester ist ein diener an den schlüsseln.“ (Aiii v, [S. 6])

 

Schreiber, Thomas 

 



Erstellt: 15.08.2007

Zuletzt geändert: 15.08.2007