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Glossar C 

 

Christian, Graf von Oldenburg

Christian von Oldenburg (1426 – 1481) war als Christian I. König von Dänemark (1448 – 1481), Norwegen (1450 – 1481) und Schweden (1457 – 1464), sowie Herzog von Schleswig und Graf von Holstein. Er wurde zum König gewählt, als mit Christoph III. die direkte Linie ausgestorben war. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Christliche Vereinigung

Bündnis der katholischen Orte Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug mit Erzherzog Ferdinand (April 1529). Thema: Reformation politikgeschichtlich, 3a Schweizer Eidgenossenschaft – Bündnissystem und 2. Kappeler Krieg

Christliches Burgrecht

Dem Bündnissystem des Christlichen Burgrechts gehören an: Zürich, Konstanz (1527), Bern und St. Gallen (1528), Basel, Biel, Mühlhausen und Schaffhausen (1529). Das Bündnis soll vorrangig das Voranschreiten des reformatorischen Prozesses in den einzelnen Orten durch die Zusage gegenseitigen Schutzes absichern. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 3a Schweizer Eidgenossenschaft – Bündnissystem und 2. Kappeler Krieg

Christoph III., Herzog von Bayern

Christoph III. (1416 – 1448) war von 1439 bis 1448 König der Kalmarer Union und Nachfolger von Erik von Pommern. Nachdem es mit diesem Streitigkeiten gegeben hatte wandte sich der Reichsrat im Jahre 1439 an Christoph. Christoph wandte sich von der Politik seiner Vorgänger ab und regierte jedes einzelne Land der Kalmarer Union nach eigenem Recht. Unter ihm wurde Kopenhagen zur dänischen Hauptstadt. Er starb 1448 im Alter von 31 Jahren überraschend. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Confessio Augustana

(Augsburger Bekenntnis) Der Augsburger Reichstag 1530 stand unter dem Zeichen der Verständigungsbereitschaft zwischen den Konfessionen; der Kaiser hatte in Aussicht gestellt, jeden um der Beilegung des Glaubenskonfliktes willen zu hören. Aus diesem Grunde arbeitete Melanchthon mit Hilfe von Jonas, Agricola und Spalatin binnen weniger Tage die sog. Confessio Augustana (in deutscher und lateinischer Sprache) aus. Als Grundlage dafür dienten ältere Artikelsammlungen, vor allem die Schwabacher Artikel vom Sommer 1529. Darüber hinaus verfasste der kursächsische Altkanzler Brück eine Vorrede. Am 25. Juni 1530 wurden Vorrede und Confessio öffentlich verlesen und dem Kaiser durch fünf Reichsfürsten (Kf Johann von Sachsen, Mkgf Georg von Brandenburg, Hzg Ernst (und Franz) von Braunschweig-Lüneburg, Ldgf Philipp von Hessen, Ft Wolfgang von Anhalt) und sechs Reichsstädte (Nürnberg, Reutlingen, Kempten, Heilbronn, Windsheim und Weißenburg) überreicht. Die Verfasser der Confessio Augustana nahmen das Verständigungsangebot des kaiserlichen Ausschreibens ernst, indem sie bewusst die Übereinstimmungen mit der kirchlichen Tradition herausstrichen und Täufertum wie jegliche Form des reformatorischen Radikalismus verwarfen. Gleichwohl beharrten sie auf der sola-Theologie Luthers. Als Verständigungsversuch scheiterte die Confessio Augustana jedoch. Die im Auftrag der altgläubigen Stände und des Kaisers arbeitende Theologenkommission verwarf die Confessio in schroffen Worten. Im Namen des Kaisers wurde am 3. August vor den Reichsständen die sog. Confutatio (Widerlegung) verlesen. Als Antwort darauf verfasste Melanchthon wiederum eine Apologie des Augsburger Bekenntnisses, deren Annahme jedoch am 22. September vom Kaiser verweigert wurde. Im November 1530 wurden die Religionsverhandlungen abgebrochen, der Reichsabschied setzte das Wormser Edikt mit all seinen Konsequenzen wieder in Kraft. Neben der Confessio Augustana gab es noch weitere Bekenntnisschriften: Aufgrund von Differenzen in der Abendmahlsfrage überreichten die vier oberdeutschen Reichsstädte Lindau, Konstanz, Memmingen und Straßburg dem Kaiser zwei Wochen nach der Verlesung der Confessio eine eigene Bekenntnisschrift, die sog. Confessio Tetrapolitana. Auch Ulrich Zwingli legte mit seiner Fidei ratio eine eigene, an den Kaiser gerichtete Denkschrift vor, in der er sich entschieden von altgläubigen Positionen, aber auch von solchen wie sie in der CA artikuliert waren, abgrenzte. Zwinglis Schrift wie auch die Tetrapolitana fanden aber in den Reichstagsverhandlungen kaum Berücksichtigung. Thema: Reformation politigeschichtlich, 1d Reichstag und Reformation

Consensus Tigurinus

Der Consensus Tigurinus kam 1549 zwischen Zürich (Heinrich Bullinger) und Genf (Jean Calvin) zustande. Dadurch wurde Einigkeit in der Abendmahlsfrage erzielt und die zwinglianische und calvinistische Spielart reformatorischen Bekennens wurden harmonisiert. Die Ausdifferenzierung eines eigenständigen, später als „reformiert“, bezeichneten Typus evangelischen Bekennens schreitet weiter voran. Bern unterzeichnet den CT nicht. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 3a Schweizer Eidgenossenschaft – Bündnissystem und 2. Kappeler Krieg

Cranach, Lucas der Ältere 

Lucas Cranach wurde wahrscheinlich am 4. Oktober 1472 im fränkischen Kronach geboren. Er war einer der produktivsten Maler seiner Zeit. Cranach entwarf unter anderem auch Kostüme, bemalte Möbel und Stoffe, stattete Schlösser aus, gestaltete Wappen und kümmerte sich um den Anstrich von Häusern. 1505 wurde Cranach Hofmaler des kursächsische Herzog Friedrich III. in Wittenberg, der ihm ein eigenes Wappen verlieh, das eine geflügelte Schlange darstellt. Neben Haus und Werkstatt betrieb Cranach eine Apotheke mit Weinausschank, eine Druckerei und einen Farbenhandel. Cranach war von 1519-1549 Mitglied des Stadtrates und 1543 Bürgermeister. Er war verheiratet mit Barbara Brengebier, einer Tochter des Gothaer Bürgermeisters und hatte fünf Kinder. 1550 übergab er die Wittenberger Werkstatt seinem Sohn Lucas Cranach d.J. und folgte Johann Friedrich, dem Sohn Johann des Beständigen, nach Augsburg und Innsbruck, wo dieser von Kaiser Karl V. gefangen gehalten wurde. 1552 zog er mit in die neue Residenz Weimar, wo er 1553 starb. Thema: Reformation im Kontext, 3 Spätmittelalterliche Frömmigkeit



Erstellt: 12.06.2006

Zuletzt geändert: 05.06.2012

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