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Glossar B 

 

Badener Disputation

1526, Zur Beilegung der religiösen Gegensätze wird auf Veranlassung der Tagsatzung in Baden eine Disputation veranstaltet. Johannes Eck vertritt die altgläubige, Oecolampadius (Basel), Zwingli (Zürich) und Berthold Haller (Bern) die evangelische Seite. Die Disputation geht zu Ungunsten der evangelischen Seite aus. Die Beschlüsse werden jedoch von den neugläubigen Kantonen nicht als verbindlich betrachtet. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 3a Schweizer Eidgenossenschaft – Bündnissystem und 2. Kappeler Krieg

Baseler Bekenntnis

Fidei Basilensis prior, 1534, Johann Oekolampad formuliert für Basel eine Bekenntnisgrundlage. Damit setzt sich (auch) der maßgebliche Einfluß des Baseler Magistrats auf die Ausgestaltung der kirchlichen Verhältnisse endgültig durch. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 3a Schweizer Eidgenossenschaft – Bündnissystem und 2. Kappeler Krieg

Benefizium (Pfründe) 

Das Benefizium oder Pfründe bezeichnet im kanonischen Recht das mit einem kirchlichen Amt verbundene Recht auf ein regelmäßiges Einkommen. Ein Kirchenamt war in der Kanonistik eng mit einem Benefizium verbunden und wurde in der Regel gleichzeitig mit diesem verliehen. Seit dem 13. Jahrhundert schritt man allerdings daran, Pfründe ohne Ämter (Kommende) zu verleihen. Das Verbot der Ämterakkumulation konnte im Spätmittelalter auf diese Art zwar umgangen werden, doch boten die umstrittenen Pfründenanhäufungen enormen kirchenpolitischen Zündstoff, der auch von den Reformkonzilien nicht beseitigt werden konnte. Thema: Reformation im Kontext, 1a1 Wiener Konkordat, 1a2 Pragmatische Sanktion von Bourges

Berner Disputation

(6. bis 26.01.1528) schuf nicht nur für Bern eine Entscheidungsgrundlage in der Reformationsfrage, sondern wurde für den gesamten weiteren Verlauf religiöser Auseinandersetzungen in der Eidgenossenschaft bedeutungsvoll. Zur Disputation erschienen zahlreiche Größen des gesamten oberdeutschen und schweizerischen Protestantismus. Besonders die Anwesenheit Zwinglis war wichtig, bedeutete sie doch den Höhepunkt seines eidgenössischen Wirkens. Das Ergebnis war ein klarer Sieg der Reformation Züricher Prägung. Die „Zehn Schlussreden“ bildeten schließlich den Grundstock der kirchlich-religiösen Erneuerungen in Bern. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 3a Schweizer Eidgenossenschaft – Bündnissystem und 2. Kappeler Krieg

Bettelorden 

Die Bettelorden entstanden im 13. Jahrhundert, als eine Reaktion auf das Aufkommen einer neuartigen Laienfrömmigkeit und aus der Kritik an der Verweltlichung der Kirche. Ihre Ordensziele waren religiöse Verkündung und seelsorgerische Engagement. Das Betteln wurde zu Existenzgrundlage der Orden, die Gemeinschaft selbst lehnte Besitz ab. [1] Thema: Reformation im Kontext, 5a Predigt

Bodenstein von Karlstadt, Andreas 

Andreas Bodenstein von Karlstadt (1480 – 1541) war Reformator. Er studierte in Erfurt und Köln und lehrte an der Universität Wittenberg. Als Luther 1521 von seinem Landsherrn in Schutzhaft genommen wurde, folgte Karlstadt dem Ruf König Christian II. nach Dänemark um dort im Sinne der Reformation zu wirken. Er musste im Land jedoch dem Widerstand des Adels und der Geistlichkeit weichen. Er starb 1541 an der Pest. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Bundschuh 

Als Bundschuh werden einzelne vorreformatorische Aufstandsbewegungen der Bauern bezeichnet. Der Name Bundschuh leitet sich von dem für Bauern dieser Zeit typischen Schuhwerk ab, das sie als ihr einigendes Symbol wählten. Thema: Reformation sozialgeschichtlich, 2c Der Bauernkrieg im Reich

Anmerkungen

  • [1]

     Rüther, Andreas. Bettelorden in Stadt und Land. Die Straßburger Mendikantenkonvente und das Elsaß im Spätmittelalter. Bd. 26. Ordensstudien XI. Berlin 1997, 39- 44.



Erstellt: 12.06.2006

Zuletzt geändert: 05.06.2012

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