historicum.net
Direktlink für Screenreader:Themen-Navigation|Text

II. Pompadour in den Künsten - von Inga Reinert
8. Die Salonausstellungen
Gabriel des Saint-Aubin: Zeichnung des Porträts der Madame de Pompadour im Salon des Jahres 1757
Auf der Zeichnung von Gabriel de Saint-Aubin sieht man, wie Bouchers Porträt der Madame de Pompadour im Salon ausgestellt war. Durch ein eigenes Podest erhöht, bekam es eine besonders ausgezeichnete Position im Raum. Wie man im Hintergrund erkennen kann, stand dagegen vielen anderen Gemälden nur ein kleines Stückchen Wandfläche zur Verfügung, sodass sie allzu leicht in der Masse untergehen konnten. Die Hervorhebung von Bouchers Bildnis zeigt die Bedeutung, die ihm beigemessen wurde.Aber was bedeutete es eigentlich für Madame de Pompadour, wenn ihre Porträts im Salon ausgestellt wurden? Was war der so genannte "Salon" überhaupt, und wer sah die dort ausgestellten Bilder?
Die Geschichte des Salons
Die Anfänge der Salonausstellungen gehen in das Jahr 1663 zurück. König Ludwig XIV. ordnete die Einrichtung regelmäßiger Kunstausstellungen an. Seit dieser Zeit gab es eine Ausstellung, die im Rahmen der königlichen Akademie (Académie Royale de Peinture et de Sculpture 1648-1793) veranstaltet wurde. Der vollständige Name des Salons lautete: Le Salon de Peinture, Gravure, Sculpture et d´Architecture des Artistes Vivants.
Vor dieser Gründung hatten Künstler ihre Kunden meist im eigenen Laden oder Atelier empfangen. Nun hatten sie erstmals die Möglichkeit, ihre Werke einem größeren Publikum vorzustellen. Unter Ludwig XIV. fanden seit 1665 zunächst höchstens zehn Ausstellungen statt. Der erste wirkliche Salon war der von 1667.
Die heute übliche Bezeichnung Salon wurde wahrscheinlich erst 1737 eingeführt. Ab diesem Jahr wurde diese Kunstausstellung in einem Raum des Louvre, dem Salon Carré, veranstaltet. Vorher wurden die Bilder in der Akademie der Bildenden Künste ausgestellt. Der Ortswechsel von der Akademie zum Louvre bedeutet für die Künstler einerseits einen Prestigegewinn, da sie ihre Gemälde nun in königlichen Räumlichkeiten zeigen durften. Andererseits öffnete sich die Ausstellung einem breiteren Publikum. Ab diesem Zeitpunkt etablierte sich die Ausstellung erst wirklich, da sie nun regelmäßig, zunächst alljährlich, ab 1743 dann alle zwei Jahre stattfand.
Das Publikum
Das Publikum der Salonausstellungen setzte sich aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten zusammen. Aus Berichten von Zeitgenossen weiß man, dass vom "Marktweib" bis zur eleganten Pariserin alles in den Salon strömte. Die Ausstellung, die drei bis sechs Wochen dauerte, war eine der wenigen Massenattraktionen in Paris. Auch eine große Anzahl von Kunstkritikern zählte zu den Besuchern. Auf diese Weise konnte sich in diesen Jahren die Kunstkritik als eigenständiges journalistisches Berufsfeld etablieren.[26]
[26] Vgl.: Andrée Sfeir-Semler: Die Maler am Pariser Salon 1791-1880, Frankfurt am Main 1992, 30-48.
Empfohlene Zitierweise
Reinert, Inga: 08. Die Salonausstellungen. Aus: Madame de Pompadour - Madame de Pompadour in den Künsten, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/2720/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 15.03.2006
Zuletzt geändert: 15.03.2006
Unterkapitel
- 01. Madame de Pompadour und die Bildenden Künste
- 02. Madame de Pompadour als Mäzenin der Bildenden Künste
- 03. Die künstlerischen Tätigkeiten der Madame de Pompadour
- 04. Porträts der Madame de Pompadour
- 05. Die Porträtmalerei in der Bildenden Kunst zur Zeit der Madame de Pompadour
- 06. Das Thema Freundschaft
- 07. Madame de Pompadour als gebildete Frau
- 08. Die Salonausstellungen
- 09. Bouchers Repräsentationsbildnis
- 10. Die morgendliche Toilette
- 11. Das Bild der frommen Dame





