Pompadour und Bayern

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Madame de Pompadour und Bayern - von Veronika Diem

5. Exkurs: Der Märchenkönig und seine Beziehung zum Ancien Régime 

5.1 König Ludwig II. (1864-1886)

5.2 Kurzbiografie 


Abb. 1

1845 geboren als Sohn von Prinzessin Marie Frederike von Preußen und dem späteren König Maximilian II. Joseph

ab 1863 Unterricht unter anderem durch Johannes Huber, später militärische Ausbildung und Beginn eines Studiums an der Münchner Universität 

1864 Übernahme der Regierung, Richard Wagner kommt an den Münchner Hof 1865 Eröffnung des Volkstheaters am Gärtnerplatz in München, Wagner verlässt München 

1866 Niederlage an der Seite Österreichs im Kampf gegen Preußen, Bündnis mit Preußen 

1867 Aufhebung der Verlobung mit Herzogin Sophie in Bayern 

1869 Beginn des Baus von Schloss Neuschwanstein 

1870 Bayern unterstützt Preußen im Krieg gegen Frankreich, Bayerns Beitritt in den Deutschen Bund 

1871 Bayern unter Kaiser Wilhelm I. im Deutschen Reich 

1872 Beginn des Baus des Festspielhauses in Bayreuth 

1873 Erwerb von Herrenchiemsee 

1878 Beginn des Baus von Schloss Herrenchiemsee 

1886 Gutachten erklärt König als geisteskrank, Prinzregent Luitpold wird zum Regenten ausgerufen, Tod im Starnberger See 

5.3 König Ludwig II. und das Ancien Régime

Warum Ludwig II. eine große Vorliebe für die Zeit Ludwigs XIV. und Ludwigs XV. hatte, war bereits Anlass für viele Spekulationen: Fühlte er sich in der Nachfolge der absoluten Herrscher, waren sie seine Vorbilder? War es die Tatsache, dass sein Großvater Ludwig I. von Ludwig XVI. getauft wurde, er selbst von seinem Großvater, und dass er sich so in einer sakrosankten Nachfolge sah, welche die von Napoleon übertragene Königswürde nicht leisten konnte? Ließ er wirklich zum Diner oder Souper den Tisch für mehrere Personen decken, um dann allein mit einem herbeifantasierten Ludwig XV. und einer Madame de Pompadour zu sprechen und zu speisen? Diese Thesen wagen sich weit in die Welt der Spekulation, wie es ja so oft geschieht, wenn es um den bayerischen Märchenkönig geht. 

Es gibt einige Anhaltspunkte, die Ludwigs Begeisterung belegen, so etwa das Schloss Herrenchiemsee. 1878 wurde dieses Bauwerk begonnen; es stellt gewissermaßen eine etwas vergrößerte und auch leicht veränderte Nachahmung von Versailles dar.
Auch las Ludwig viel über die Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts in Frankreich und ließ sich sämtliche Veröffentlichungen über diese Zeit beschaffen.

Er schätzte Schauspiele, die das Ancien Régime und seine Protagonisten zum Inhalt hatten, sehr. So zum Beispiel das Lustspiel "Der Fächer der Pompadour" und auch die Tragödie "Narziss" von Emil Brachvogel. Dieses Stück würde insgesamt zwölfmal aufgeführt. Die Aufführungen fanden immer am 9. Mai, dem Todestag Ludwigs XV., statt und die Rolle der Madame de Pompadour wurde jedes Jahr von einer anderen Gastschauspielerin übernommen. 

Literatur 

Charivarie Sonderheft: Bavaria und Marianne. Bayern und Frankreich - gestern und heute, München 1997. 

Franz Herre: Ludwig II.. Bayerns Märchenkönig - Wahrheit und Legende, München 1991. 

Hans und Marga Rall: Die Wittelsbacher in Lebensbildern, Kreuzlingen 2000. 

Alois Schmid / Katharina Weigand (Hg.): Die Herrscher Bayerns. 25 historische Portraits von Tassilo III. bis Ludwig III., München 2001. 

 

Empfohlene Zitierweise

Diehm, Veronika: 5. Exkurs: Der Märchenkönig und seine Beziehung zum Ancien Régime. Aus: Madame de Pompadour - Madame de Pompadour und Bayern, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/2894/

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Erstellt: 16.03.2006

Zuletzt geändert: 16.03.2006