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2. Paarbeziehungen im Dreiecksverhältnis König - Pompadour - Königin
2.3 Ludwig XV. - Maria Leszczynska
Die junge Ehe
In den ersten Jahren der Ehe, die am 4. September 1725 geschlossen wurde, schienen Ludwig und Maria verliebt zu sein. Er bemühte sich um sie und hielt regen Kontakt mit ihr. Bis zum Jahr 1737 schenkte sie Ludwig zehn Kinder. Die Ehe und die Liebe zu seinen Kinder ließen Ludwig reifen.Maria Leszczynska verweigerte sich nach den Schwangerschaften immer häufiger ihrem Mann, so dass er sich den Schönheiten am Hof zuwandte. Ein Grund für Ludwigs Abkehr war sicherlich auch der immer deutlicher werdende Altersunterschied zwischen dem Königspaar. Die Königin verlor an Attraktivität, während Ludwig erst zu einem Mann heranreifte. Zwischen den Eheleuten kam es nach den Schwangerschaften zeitlebens nicht mehr zum Beischlaf. Jedoch waren nicht nur die angeschlagene Gesundheit und Lustlosigkeit/Gefühlskälte der Königin, sondern vielmehr auch ihr mangelndes Geschick in bezug auf Geselligkeit Schuld an der wachsenden Distanz.
Einzug der Mätressen am Hof
Die ersten Mätressen stürzten die Königin noch in tiefe Traurigkeit, die sich schließlich in eine Art Lethargie wandelte. Ludwig und Maria hatten so gut wie keinen Kontakt mehr miteinander, lediglich bei offiziellen Anlässen. Verletzt zog sich die junge Polin in ihre Privatgemächer zurück und verbrachte die meiste Zeit mit ihrer Herzensfreundin der Herzogin von Luynes. Während sich Maria immer stärker in die Rolle der frommen, zurückgezogenen Matrone einfand, suchte Ludwig Unterhaltung, Lust und Trost bei seinen jungen Mätressen.
Stabilisierung der Ehe
Mit Einzug der Marquise de Pompadour am Hof von Versailles harmonisierte sich das Verhältnis zwischen Ludwig XV. und seiner Ehefrau. Der neuen Favoritin gelang es, durch ihren unermüdlichen Zuspruch, dass Ludwig der Königin wieder mehr Aufmerksamkeit widmete. Zum Neujahrstag 1746 machte er ihr überraschenderweise nach vielen Jahren ein Geschenk - eine goldene Tabakdose mit integrierter Uhr. Madame de Pompadour wirkte so auf ihren Geliebten ein, dass er sogar eines Abends für einige Minuten am Spieltisch der Königin Platz nahm, obwohl seine Abneigung für das Cavagnole-Spiel in Versailles bekannt war. Zwischen den dreien entwickelte sich eine Lebensweise, die für alle eine Verbesserung darstellte.[18]Die Ehe fand bis zum Tod von Maria 1768 freilich kein wahrhaftiges Miteinander mehr, sondern stellte eher ein harmonisiertes Nebeneinander dar, das auf Respekt und Notwendigkeit, nicht auf Liebe und echter Zuneigung beruhte.[19]
[18] Vgl. hierzu: Pleschinski, Hans: „Ich werde niemals vergessen, Sie zärtlich zu lieben. Madame de Pompadour Briefe, München/Wien 1999, 16, 47 und Goncourt de, Edmond und Jules : Madame Pompadour. Ein Lebensbild, München 1999, 25.
[19] Vgl. zum Verhältnis Ludwig – Maria auch: Gaxotte, Pierre: Ludwig XV und sein Jahrhundert, München 1954, 60ff.
Empfohlene Zitierweise
Zahn, Katja: 2.3 Paarbeziehungen: Ludwig XV. - Maria Leszczynska. Aus: Madame de Pompadour - „König-Pompadour-Königin“ - Eine Dreiecksbeziehung, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/2855/
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Erstellt: 16.03.2006
Zuletzt geändert: 16.03.2006




