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1. Kurzbiographien mit anschließender partieller Personenanalyse
1.2 Maria Leszczynska
1703 | Am 23. Juni 1703 wird Maria Leszczynska als Tochter des Königs Stanislaus von Großpolen in Breslau geboren. |
1725 | Nach geschickten und diskreten Verhandlungen findet am 05. September 1725 die Hochzeit der zweiundzwanzigjährigen Maria mit dem sieben Jahre jüngeren Ludwig XV. auf Schloss Fontainebleau statt. Ab Dezember richtet sich das französische Königspaar auf Schloss Versailles ein. |
1727 | Die ersten Kinder von Ludwig und Maria kommen auf die Welt: die Zwillinge Louise-Elisabeth und Anne-Henriette. |
1728 | In diesem Jahr erblickt die dritte Königstochter Louise-Marie das Licht der Welt. |
1729 | Der Dauphin Ludwig wird auf Schloss Versailles geboren. |
1730 | Geburt des zweiten Sohnes Philippe-Louis (Herzog von Anjou) |
1732- 37 | Maria Leszczynska bringt weitere fünf Kinder zur Welt. Insgesamt schenkt sie Ludwig XV. zehn Kinder, von denen zwei noch als Kleinkinder und eine Tochter im Alter von acht Jahren versterben. |
1733 | Im Alter von 30 Jahren wird sie zum ersten Mal damit konfrontiert, nicht die einzige Frau im Leben des 23jährigen Ludwigs zu sein. Die Königin muss sich fortan mit den Mätressen ihres Ehemannes am Hof arrangieren. |
1765/66 | In den beiden Jahren treffen die Königin zwei harte Schicksalsschläge: 1765 stirbt ihr Sohn Ludwig, der Dauphin, und 1766 ihr geliebter Vater. |
1768 | Am 24. Juni, einen Tag nach ihrem 65. Geburtstag, stirbt Maria Leszczynska auf Schloss Versailles. Ihre letzte Ruhe findet sie in Saint-Denis, ihr Herz wird jedoch der Stadt Nancy anvertraut. |
Königliche Erziehung
Maria verbringt ihre Kindheit und Jugend zum größten Teil im Exil, da ihr Vater, König Stanislaus, 1709 von August II aus Polen vertrieben wurde. Zunächst lebt die Familie in Zweibrücken, später im elsässischen Wissembourg.
Die polnische Prinzessin erhält die klassische Ausbildung für adelige Töchter, welche ihr eine gute Partie ermöglichen soll. Sie erhält Tanz- und Gesangsunterricht, erlernt das Spinett zu spielen und erhält Unterricht in Geschichte, Religion und Latein. Zugute kommt der Ex-Königstochter bei ihrer Vermählung mit Ludwig XV, dass sie fließend Französisch spricht. Schon von Kindesbeinen an wird Maria darauf vorbereitet, der Etikette am Hofe zu entsprechen.
Die junge Polin war zwar von "angenehmem Äußeren", jedoch keine Schönheit oder feminine Erscheinung, wie die Marquise de Pompadour. Maria Leszczynska war als Königin eher eine zurückhaltende und bescheidene Persönlichkeit, die sich auf Anraten ihres Vaters stets aus den Staatsangelegenheiten heraushielt und den König bedingungslos zu lieben versuchte.[6] In Berniers Biographie über Ludwig XV. wird die Königin als gütige, fromme, anspruchslose, aber langweilige Frau dargestellt, die es nicht vermocht habe Ludwig zu begeistern, geschweige denn zu unterhalten.[7]
Leben in Versailles
Anfangs genoss die junge Königin das Leben am Hofe und berauschte sich an dem Prunk, der in Versailles herrschte. Sie war verliebt in den gutaussehenden Ludwig. Auch er fühlte sich in den ersten Ehejahren seiner sieben Jahre älteren Gemahlin sehr verbunden. Ihren Pflichten als Königin von Frankreich kam sie gern nach.
ie Königin verfing sich allerdings zunehmend in der Rolle der Mutter. Der Altersunterschied zwischen ihr und Ludwig begann fortan, sich negativ auf die Beziehung auszuwirken, so dass Ludwig sich den weiblichen Versuchungen in Versailles nicht mehr verwehrte.
Die zehn Geburten zehrten an ihrer Gesundheit und an ihrer Attraktivität. 1733, im Alter von 23 Jahren, verliebt sich Ludwig in Madame de Mailly, und Maria, die ihn seinen Augen beinahe ein matronenhaftes Alter von 30 Jahren erreicht hat, zieht sich mehr und mehr zurück in den kleinen Kreis der ihr liebgewonnen Freunde, zu dem wie die Herzogin Luynes, der Graf von Argenson oder Kardinal Tencin gehören.
Ludwig entfremdete sich immer mehr von ihr. Frömmigkeit und Wohltätigkeit gewannen ab dem "Mätressenzeitalter" Ludwigs für die Königin stark an Bedeutung. Ihr Leben spielte sich größtenteils nur noch in den eigenen Appartements ab - Traurigkeit und Einsamkeit machten sich im Leben der Königin breit.
is zu ihrem Tod 1768 lebte sie in Versailles, zelebrierte ihren Tag streng nach den höfischen Etiketten, jedoch fernab vom Interesse ihres Ehegatten Ludwig.[8]
[6] Stanislaus schreibt an seine Tochter dazu folgendes: „Ihr schuldet Vertrauen nur dem König, Eurem Gemahl. Er muss der einzige Gläubiger Eurer Gedanken sein. Ihr dürft nur in seinem Sinn und wie er denken, keinen anderen Ehrgeiz kennen als den, ihm zu gefallen, kein anderes Vergnügen, als ihm zu gehorchen, kein anderes Interesse, als das, Euch seine Zärtlichkeit zu verdienen.“ (zit. nach: Treffer, Gerd : Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8. – 18. Jahrhundert), 294.
[7] Vgl. hierzu: Bernier, Olivier: Ludwig XV. Eine Biographie, Köln/Zürich, 1986, 188ff.
[8] Vgl. hierzu: Treffer, Gerd : Die französischen Königinnen. Von Bertrada bis Marie Antoinette (8. – 18. Jahrhundert), 292-96 und Bernier, Olivier: Ludwig XV. Eine Biographie, Köln/Zürich 1986, 188ff.
[9] Pleschinski, Hans: „Ich werde niemals vergessen, Sie zärtlich zu lieben. Madame de Pompadour Briefe, München/Wien 1999, 441.
Empfohlene Zitierweise
Zahn, Katja: 1.2 Kurzbiographie Maria Leszczynskas. Aus: Madame de Pompadour - „König-Pompadour-Königin“ - Eine Dreiecksbeziehung, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/2847/
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Erstellt: 16.03.2006
Zuletzt geändert: 16.03.2006



