Arbeitskreis

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"Interdisziplinäres Forum Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit und im Übergang zur Moderne" 


Die Frühe Neuzeit war lange Stiefkind der deutsch-jüdischen Historiographie - genug Anlass also für eine Vernetzung und Intensivierung der bestehenden Forschungsansätze. Nach dem Vorbild anderer Arbeitskreise in der Geschichtswissenschaft gründeten Birgit Klein und Rotraud Ries im Jahr 2000 das interdisziplinäre "Forum Jüdische Geschichte und Kultur in der Frühen Neuzeit und im Übergang zur Moderne". Es tagt 2004 zum fünften Mal.

Die Entwicklung und Diskussion von Fragestellungen und Methoden, der Erfahrungsaustausch und der Blick auf die Multiperspektivität der Quellen der verschiedenen Disziplinen (Judaistik, Geschichtswissenschaft, Jiddistik, Germanistik, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte, Religionswissenschaft, Theologie, Philosophie, Volkskunde, Erziehungswissenschaft usw.) stehen im Vordergrund der gemeinsamen Arbeit. Ziel des Forums ist es, für die frühneuzeitliche deutsch-jüdische Geschichte und Kultur ein eigenes interdisziplinäres und innovatives Forschungs-Profil zu entwickeln, das Theorien und Methoden der einzelnen betroffenen Fächer aufnimmt, fruchtbar macht und von dort aus wieder in die Ausgangsdisziplinen hineinwirkt. 


Abb. 1: Synagoge Schnaittach

 

Der Schwerpunkt des Arbeitskreises liegt auf der Frühen Neuzeit, doch auch Themen aus dem Mittelalter oder dem 19. Jahrhundert sind willkommen. Denn die "Sattelzeiten" zu Beginn und am Ende der frühen Neuzeit gehören mit zum Interessensspektrum des Forums. Durch eine Intensivierung der Kontakte, wie sie gerade unter den räumlichen Bedingungen einer Akademie möglich sind, soll eine persönliche Basis und ein Netzwerk für den interdisziplinären Austausch und für Kooperationen geschaffen werden. 

Der Charakter der jährlichen Arbeitstagungen ist flexibel, das Programm lässt grundsätzlich viel Freiraum für Diskussionen und Gespräche in den Pausen und das offene Beisammensein am Abend. Eine regelmäßige und gemeinsame Publikation der Beiträge ist nicht vorgesehen, im Einzelfall aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen; so ist derzeit eine Publikation der Tagung 2003 in Vorbereitung. Zudem werden seit dem Jahr 2002 ausführliche Zusammenfassungen der Referate auf der von Christoph Cluse betreuten Homepage des Forums zur Verfügung gestellt:
http://www.forum-juedische-geschichte.de/

Im Zentrum der bisherigen Veranstaltungen standen Themen aus Judaistik, Literaturwissenschaft und Jiddistik; regionale und nationale historiographische Konzepte wurden vorgestellt, methodisch-konzeptionelle Überlegungen zu den einzelnen Fächern diskutiert; Juden in der Wissenschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit und Wissenschaftslegenden über Juden, Judenpolitik, Sachkultur und Museologie sowie Frauengeschichte wurden thematisiert; die Tagung 2003 stand unter dem Titel "Ego-Dokumente, Selbst- und Fremddarstellungen", 2004 geht es um Konversion als Handlungsoption zwischen Judentum und Christentum: Modelle und Folgen, Konstruktionen und Perzeptionen (s. die Programme und Berichte auf der Homepage). 

Das Forum tagte bislang mit je etwa 35-40 TeilnehmerInnen in der Ev. Akademie Mülheim/Ruhr, die Ende 2003 geschlossen wurde. Die Fortsetzung wird ebenfalls im Raum Düsseldorf stattfinden, wie bislang mit Unterstützung durch Katja Kriener, Landespfarrerin der Studienstelle "Christen und Juden" der Ev. Kirche im Rheinland. Die Tagungen sind nach Vorlesungsende im Februar an einem Wochenende terminiert. Um den organisatorischen Aufwand gering zu halten, trägt jeder Teilnehmer seine Kosten selber, die Kommunikation findet nur per e-mail statt.

Ansprechpartnerinnen für Organisatorisches, Fragen und Vorschläge: 

Dr. Birgit Klein: bklein15(at)gmx.de

Dr. Rotraud Ries: rries(at)geschichte.uni-bielefeld.de

 


Abb. 2: Tora-Schild


Abb. 3: Gelegenheitsgedicht

 



Erstellt: 02.02.2006

Zuletzt geändert: 04.04.2011