Wissenschaftler

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Privatdozent Dr. Günther Kronenbitter 

 

http://www.philhist.uni-augsburg.de/lehrstuehle/geschichte/

guenther.kronenbitter(at)phil.uni-augsburg.de

Anschrift: 

Neuere und Neueste Geschichte 

Historisch-Philologische Fakultät 

Universität Augsburg 

Universitätsstr.10 

86159 Augsburg 

Tel.: 49 (0) 821 598 – 2496 

 

PD Dr. Kronenbitter ist von 2006-2009 als DAAD Professor an der Emory University in Atlanta, Georgia: 

 

http://www.history.emory.edu/

Forschungsschwerpunkte: 

  1. Politische Ideengeschichte 18.-20. Jahrhundert  

  2. Geschichte Österreich (-Ungarns) im "langen" 19. Jahrhundert  

  3. Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs  

  4. Internationale Beziehungen im 19./20. Jahrhundert  

     

Veröffentlichungen: 

Monographien 

"Krieg im Frieden". Die Führung der k. u. k. Armee und die Großmachpolitik Österreich-Ungarns 1906-1914, München 2003 (Studien zur internationalen Geschichte, Bd. 13). 

Wort und Macht. Friedrich Gentz als politischer Schriftsteller, Berlin 1994. 

Sammelbände und Editionen 

Friedrich Gentz: Gesammelte Schriften.12 Bände in 24 Teilbänden, Hildesheim/Zürich/New York 1997-2004 

Aufsätze (in Auswahl) 

Waffenbrüder. Der Koalitionskrieg der Mittelmächte 1914-1918 und das Selbstbild zweier Militäreliten, in: Volker Dotterweich (Hrsg.): Mythen und Legenden in der Geschichte, München 2004, S. 157-186. 

Armeerüstung und wirtschaftliche Entwicklung in Österreich(-Ungarn) 1860 bis 1890, in: Michael Epkenhans/Gerhard P. Groß (Hrsg.): Das Militär und der Aufbruch in die Moderne 1860 bis 1890. Armeen, Marinen und der Wandel von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Europa, den USA sowie Japan, München 2003, S. 231-241. 

Kutschbock oder Trittbrett: Österreichs Platz im Staatensystem Europas von 1815 bis 1848, in: Ernst Bruckmüller (Hrsg.): Europäische Dimensionen österreichischer Geschichte, Wien 2002, S. 106-116. 

Generalstabsmäßig in die Katastrophe? Zur Kriegführung der Landstreitkräfte 1914, in: Historicum 20 (2001), S. 19-24. 

Falsch verbunden? Die Militärallianz zwischen Österreich-Ungarn und Deutschland 1906-1914, in: Österreichische Militärische Zeitschrift 38 (2000), S. 743-754. 

Banking and Politics in Austria-Hungary, in: Kostas P. Kostis (Hrsg.): Modern Banking in the Balkans and West-European Capital in the Nineteenth and Twentieth Centuries, Aldershot Brookfield/Singapore/Sidney 1999, S. 178-185. 

Die Macht der Illusionen. Julikrise und Kriegsausbruch 1914 aus der Sicht des deutschen MilitärattachŽs in Wien, in: Militärgeschichtliche Mitteilungen 57 (1998), S. 519-550. 

Forschungsprojekte: 

"Innovation und Beharren: Kriegsbild und Kriegsvorbereitung europäischer Heere 1850 bis 1890 im Vergleich", gefördert von der Fritz-Thyssen-Stiftung 

Zusammenfassung: 

Die Armeen der europäischen Kontinentalmächte Frankreich, Österreich und Preußen wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts zu direkten Konkurrenten und führten in wechselnder Konstellation 1859, 1866 und 1870/71 Kriege gegeneinander. Die politischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich sorgten auch in den Jahrzehnten nach 1871 dafür, daß die eigenen Kriegsvorbereitungen beider Armeen jeweils mit Blick auf den Rüstungsstand des Rivalen beurteilt wurden. Konkurrenz und kriegerische Konfrontation entwickelten sich aber in einem Deutungsrahmen, der den Armeeführungen in Paris, Berlin und Wien gemeinsam war. Traditionale und professionelle Elemente bestimmten das Selbstbild der Militäreliten, und neben den Besonderheiten der einzelnen Armeen finden sich auch viele Gemeinsamkeiten in der Sicht führender Offiziere auf die Erfordernisse der Kriegsvorbereitung. Das internationale System, wie es sich im Europa der Neuzeit herausgebildet hatte, war auf Deutungsmustern und Konventionen aufgebaut, zu deren Trägern in Habitus und Berufsauffassung nicht nur die Diplomaten zählten, sondern auch die hohen Militärs. Dies zeigte sich nicht nur in Kriegszeiten, denn die Beobachtung potentieller Gegner oder Verbündeter war ein unerläßlicher Maßstab der Kriegsvorbereitungen, wenn über Jahre oder Jahrzehnte hinweg der Friede zwischen den Großmächten gewahrt blieb. Die internationale Konkurrenzsituation und der Konsens über die Kriterien erfolgreicher Kriegsvorbereitung bedingten einander. 

Der Zusammenhang von Rüstungspolitik und Kriegsbild ist für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, im Gegensatz zur Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs, nicht vergleichend untersucht worden. Das Schließen dieser Lücke soll einen Beitrag dazu liefern, die Ergebnisse nationalgeschichtlicher Einzelstudien in einen europäischen Kontext zu stellen. Am Beispiel der Landstreitkräfte Frankreichs, Österreichs (bzw. Österreich-Ungarns) und Preußens (bzw. Deutschlands) wird untersucht, wie die Armeeführungen zwischen 1850 und 1890 auf waffen- und transporttechnischen Wandel reagierten und welche Konsequenzen aus den zeitgenössischen Kriegserfahrungen gezogen wurden. Die innermilitärische Diskussion, die nicht an Staatengrenzen haltmachte, erschließt die Entwicklung des Kriegsbildes im Offizierskorps europäischer Landstreitkräfte im Hinblick auf waffentechnische, logistische und organisatorische Innovation und deren Folgen für die Kriegsplanung, den Übungsbetrieb und die Elitenrekrutierung. 

 



Erstellt: 21.02.2006

Zuletzt geändert: 04.02.2007