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Studien zur Internationalen Geschichte
Band 4: Metzler, Gabriele:
Großbritannien-Weltmacht in Europa. Handelspolitik im Wandel des europäischen Staatensystems 1856 bis 1871, Berlin 1997.
Loth
Einen aktuellen Forschungstrend folgend, nicht allein bilaterale Beziehungen von Staaten zu betrachten, beschäftigt sich diese Studie mit dem Anteil Großbritanniens an den Veränderungen im europäischen Staatensystem vom Ende des Krimkrieges bis zur Gründung des deutschen Kaiserreichs, wobei theoretisch wie methodisch von der politischen Ökonomie ausgegangen wird und auf dieser Grundlage erstma1s die ökonomischen Faktoren für die europäische Politik in der Mitte des 19. Jahrhunderts analysiert werden.
Mit Blick auf den nationalen Einigungsprozeß in Deutschland wird so erkennbar, wieviel Gestaltungsmacht gerade in dieser Übergangszeit von der britischen Handelspolitik ausging. Aus dieser Perspektive folgt der Schluß, daß es in sehr viel höherem Maße, als die bisherige Forschung angenommen hat, auf die britischen wirtschaftlichen Interessen und die Art ihrer Durchsetzung bei dem Umgang mit den ungelösten Konflikten des europäischen Staatensystems ankam. Großbritannien konnte durch seine europäische Freihandelspolitik eine bedrohliche imperiale Krise und deren sozialen Folgen abfedern. Deshalb waren europäische und imperiale Politik des Landes untrennbar miteinander verbunden.



