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Studien zur Internationalen Geschichte
Band 3: Canis, Konrad:
Von Bismarck zur Weltpolitik. Deutsche Außenpolitik 1890 bis 1902, Berlin 1997.
„War das schreck1iche Finale von 1945 dem deutschen Nationalstaat von 1871 vorherbestimmt?“ Diese Überlegung bestimmte in den Nachkriegsjahren nach 1945 die Diskussion. Eine Kontinuität deutscher Kriegsschuld, besonders und zu Recht auf den Zweiten Weltkrieg bezogen, aber auch den Ersten einschließend, scheint gegeben. Doch ist es strittig geblieben, worin die Verantwortung der deutschen Außenpolitik für den Weg in den Ersten Weltkrieg bestand und welche Rolle innere und äußere Zwänge spielten. Auf der Grundlage intensiver neuer Archivstudien relativiert und präzisiert der Autor die in den neuesten Überblicksdarstellungen zur deutschen Außenpolitik vertretene These vom Versagen der deutschen Verantwortlichen.
Umfassend und in komp1exer Sicht untersucht K. Canis die imperialistische deutsche Weltpolitik, ihre ideologischen, wirtschaftlichen, außen- und innenpolitischen Grundlagen und Triebkräfte, ihre Resultate und Wirkungen in der ersten Phase bis 1902. Im einzelnen wird nachgewiesen, bei welchen Entscheidungen innere Faktoren oder der Druck der Rivalen den Ausschlag gaben und ob Alternativen bestanden. Das Werk greift damit in Blick auf die Kriegskonstellation von 1914 auch heute noch wichtige Fragen auf.



