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Ausstellung Hexenwahn Das Deutsche Historische Museum Berlin eröffnete am 2. Mai 2002 die Ausstellung "Hexenwahn - Ängste der Neuzeit", eine Adaption der Luxemburger Ausstellung "Incubi Succubi". Die Aufsätze des Begleitbandes werden vollständig präsentiert und umfassende Erläuterungen zu den verschiedenen Ausstellungsräumen gegeben. Komplementiert wird das Angebot durch eine Bibliografie und eine kleine Linkliste.
Crisis of the 17th Century. Religion, the Reformation, and Social Change (Hugh Trevor-Roper) Das Buch des bekannten britischen Historikers und Kenners des 17. Jahrhunderts beinhaltet mehrere von ihm verfasste Essays, darunter auch "The European Witch-craze of the Sixteenth and Seventeenth Centuries". Trevor-Roper untersucht die Hexenverfolgung als europäisches Phänomen und sieht die Ursachen dabei in den geistigen und sozialen Auseinandersetzugen der Zeit, vor allem in den wechselvollen Kämpfen zwischen Katholiken und Protestanten.
Die erste Europäisierung der Strafrechtswissenschaft: Das gemeine Strafrecht auf römischrechtlicher Grundlage (Dennis Bock) Europäisierung und Internationalisierung beschäftigen, nachdem das Zivilrecht schon länger entsprechenden Vereinheitlichungsbestrebungen ausgesetzt ist, nunmehr verstärkt auch die Strafrechtswissenschaft. Dieser strafrechtshistorische Beitrag erinnert daran, dass es mit dem gemeinen Strafrecht (ius commune) der früheren Neuzeit bereits einmal einen länderübergreifenden wissenschaftlichen und praktischen Austausch auf strafrechtlichem Gebiet gegeben hat, dessen Grundlage das federführend von der italienischen Wissenschaft dogmatisch verarbeitete römische Strafrecht war.
Die späte Praxis der Hexenverfolgung - Thomas Thaetner Der Artikel aus der Internetzeitschrift "forum historiae iuris" (HU Berlin), befasst sich vor allem mit kritischen Stimmen zur Hexenverfolgung und spürt differenziert eher verfolgungsmindernden Faktoren in der rechtlichen Struktur des Verfahrens, in der Gesetzgebung und in der Haltung der unterschiedlichen Beteiligten nach.
Hexenforschung - Klaus Graf Neben einigen Links bietet Klaus Graf kurze Informationen zur Hexenverfolgung in Schwäbisch-Gmünd und vor allem einen Artikel als Reaktion auf die Thesen von Carlo Ginzburg in dessen Buch "Hexensabbat".
Hexenverfolgung - Gerd Schwerhoff Umfasst die Onlinepublikation des hervorragenden Artikels "Hexerei, Geschlecht und Regionalgeschichte - Überlegungen zur Erklärung des scheinbar Selbstverständlichen" und eines Artikels zur Hexenverfolgung in der Reichsstadt Köln. Empfehlenswert ist ebenso eine anwachsende Bibliographie zum Thema.
Hexenverfolgung als Phänomen der Kulturveränderung Dem Zusammenhang zwischen Hexenverfolgung und Sozialbeziehungen bzw. ihren Veränderungen widmet sich der Beitrag von Thomas J. Schoeneman durch einen anthropologischen Vergleich von Funktionen des Hexenglaubens in unterschiedlichen Kulturen.
Hexenverfolgung als zirkulärer interaktiver Prozess - Hans Goldbrunner Nach einem kurzen Überblick verschiedenster Ursachenkomplexe des Hexenglaubens nähert sich Hans Goldbrunner dem Phänomen mit psychologischen Theorieansätzen. Hinterfragt wird vor allem die Rolle der Hexenverfolgung im Sinne einer Suche nach Sündenböcken für gesellschaftliche Krisen und deren psychosozialen Ursachen. ACHTUNG! Der Link lädt den Text im Rich Text Format (rtf) herunter.
Hexenverfolgung im Rheinland - Thomas Becker Thomas Becker bietet als Kenner der rheinländischen Hexenverfolgung mehrere Aufsätze an. Vor allem Informationen zur städtischen Verfolgung in Bonn, Köln und Siegburg werden präsentiert. Ausführlich geht Becker zudem auf Leben und Werk Hermann Löhers ein. Explizit untersucht er dessen Haltung zum Glauben an die Möglichkeit von Tierverwandlungen.
Inquisition und Hexenprozess - Rainer Decker Rainer Decker präsentiert seine rechtsgeschichtlichen Arbeiten, die vor allem kenntnisreiche Ausführungen zur römischen Inquisition und Prozessführung im Hexenprozess berühren. Darüber hinaus bietet die Homepage aufschlussreiche Darstellungen zum Themenkreis der Besessenheit, einem Phänomen das sonst nur wenig Berücksichtigung findet.
Tom Donaldson's Historical Research Page Vorgestellt werden drei Seminararbeiten, von denen vor allem die Arbeit: "The Role of the ´Familiar´ in English Witch Trials" die historische Hexenverfolgung betrifft. Die "familars" waren Schutzgeister in Tiergestalt, die in den Hexenprozessen der Insel (hier besonders: Chelmsford, St. Osyth, Warboys und Lancaster) eine wichtige Rolle bei der Hexereiimagination spielten.
Witchcraft and magic Der größere mittlerweile leider kostenpflichtige Artikel gibt allgemeine Zusammenhänge der Hexenverfolgung wieder. Angeboten werden u. a. methodische Ansätze, die Sozialtopographie der Angeklagten, die Rolle von Magie in den verschiedenen Kulturen und Epochen sowie eine Bibliographie.
Zur Folter im deutschen Strafprozess (Ulrich Falk) Wenn man nach den Grundlagen des deutschen Strafprozessrechts in der Frühen Neuzeit fragt, so fällt der Blick unvermeidlich auf Sachsen. Die sächsische Jurisprudenz entfaltete seit der Mitte des 16. Jahrhunderts einen starken Einfluß auf die Rechtsentwicklung und Gerichtspraxis im Alten Reich. Diese Wirkung hielt mindestens bis zum Ende des 17. Jahrhunderts an, zum Teil reichte sie noch darüber hinaus. In jenem Zeitraum erfuhr auch die strafprozessuale Folter im deutschen Strafprozess ihre volle normative Ausgestaltung und den Höhepunkt ihrer Anwendung.
Zwei Jesuiten und die Hexenprozesse - Johannes Dillinger Johannes Dillinger nimmt den scheinbar immerwährenden Kampf gegen die vielen Klischees in der Bewertung von Hexenprozessen auf und demonstriert am Beispiel der beiden Jesuiten Friedrich Spee und Adam Tanner den unterschiedlichen Weg der Glaubensbrüder und Zeitgenossen zur Ablehnung der Prozessführung.


