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Magie und Impotenz 

Catherine Rider 

(Übersetzung von Thomas Gawron und Marian Richling) 

1. April 2008 

(english version)

Der Glauben an eine Impotenz verursachende Magie durchzieht viele Orte und historische Epochen und lässt sich in einer großen Bandbreite von Quellen finden. Schwerpunktmäßig kann er im Spätmittelalter verortet werden, taucht aber bis in das 20. Jahrhundert immer wieder auf. 

1. Einleitung 

Wenn ein Paar Probleme hatte, die Eheschließung zu vollziehen, bot Magie eine plausible Erklärung. Für gewöhnlich glaubte man, Magie habe den Mann impotent gemacht. Gelegentlich finden sich allerdings auch Vorstellungen von einer zauberisch verengten Vagina der Frau, welche den Geschlechtsverkehr unmöglich machte oder dachte gar eine körperliche Barriere zwischen dem Paar. Keineswegs jeder Fall von sexueller Dysfunktion oder männlicher Impotenz wurde allerdings der Magie zur Last gelegt. Seit der Antike kannten Mediziner physische Ursachen der Impotenz, die wie etwa Humorlosigkeit oder ein hohes Alter den einen Menschen begünstigte und den anderen nicht. Solche Formen nicht-magischer Impotenz galten als generelle Impotenz des Mannes gegenüber allen Frauen. Im Gegensatz dazu, wurde Magie oft herangezogen, um Fälle zu erklären, in denen ein Mann nur gegenüber einer Frau impotent war, nicht jedoch gegenüber anderen. 

Eine Häufigkeitsabschätzung des Glaubens an Impotenzzauberei bereitet Schwierigkeiten: Behaupteten manche Autoren, er sei weit verbreitet gewesen, behaupten andere wiederum das Gegenteil. In vielen, obgleich nicht allen Fällen, in denen Hexenzauber als Ursache für Impotenz angenommen wurde, galt als Übeltäterin oft eine vormalige Partnerin des Mannes, dessen spätere Ehe mit einer Konkurrentin sie zu zerstören suchte, um anschließend ihre Beziehung zu ihm wieder zu entfachen. Impotenzzauberei ist also eng verwandt mit Formen des Liebeszaubers. Meist dienten diese zur Aufrechterhaltung einer Beziehung und zu Gewährleistung, dass ein Mann niemanden liebte außer der zaubernden Person. 

2. Impotenzzauberei in der Antike 

Hinweise auf magisch bedingte Impotenz können bereits im 17. Jahrhundert v. Chr. in mesopotamischen Beschwörungsformeln gefunden werden, welche davon berichten, wie ein Mann seine Potenz nach Verzauberung zurückgewinnen könne (Biggs 1967). Diesen Glauben kannten ebenso die antiken Griechen und Römer: Er wurde von Herodot ebenso überliefert (5. Jahrhundert v. Chr.) wie von den römischen Dichtern Tibullus und Ovid (1. Jahrhundert v. Chr.). Am ausführlichsten behandelt dieses Phänomen allerdings Petronius, ein Autor aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert, der einen Abschnitt seines erotischen Romans Satyricon der Impotenz des Helden und dessen Versuchen gewidmet hat, sich durch magische und nicht-magische Mittel selbst zu heilen (McMahon 1998, S. 202-209). Außerhalb von fiktiven Erzählungen berichten gelegentlich auch antike Fluchtafeln vom Zauber als Ursache der Impotenz, wenngleich auch nicht so häufig wie davon, andere Krankheiten zu evozieren oder Liebe zu erwecken. Die meisten griechischen und römischen Mediziner konzentrierten sich jedoch auf physische Ursachen von Impotenz und nicht auf magische. 

Die antiken Quellen sagen wenig darüber aus, wer Impotenzzauber praktizierte oder warum. Petronius behandelte diese Fragen nicht; er zog es statt dessen vor, die zunehmend grotesken Selbstheilungsversuche seines Helden zu beschreiben. Selbst die Fluchtafeln bieten wenig Hinweise, wer sie in Auftrag gab, auch wenn wir gelegentlich vermuten können, dass es ein Nebenbuhler war, der eine Beziehung zerstören und den Partner für sich selbst gewinnen wollte. 

3. Das Mittelalter 

Sowohl in Europa als auch im Mittleren Osten hielt sich die Vorstellung von der impotenzbewirkenden Magie bis in das Mittelalter. Beispiele finden sich an so weit voneinander entfernt liegenden Orten wie im Syrien des 9. Jahrhunderts, wo der christliche Arzt Qusta ibn Luqa behauptete, einen Edelmann behandelt zu haben, der sich von magischer Impotenz betroffen sah, oder im spätmittelalterlichen Skandinavien (Rider 2006, S. 50; Mitchell 1998). Dieser Glauben zog vor allem die Aufmerksamkeit der gebildeten Autoren in Westeuropa auf sich – in den Bereichen des kanonischen Rechts, der Theologie und Medizin. 

Gelehrte des kanonischen Rechts und Theologen waren an dieser Vorstellung interessiert, weil seit dem 9. Jahrhundert Impotenz als ein rechtliches Hindernis für den Vollzug der Ehe betrachtet wurde. Eine spezielle Würdigung erfuhr diese Diskussion, weil bei einer magischen Verursachung der Impotenz einem Mann nach kanonischem Recht erlaubt war, seine Ehe zu annullieren und eine zweite Frau zu heiraten. Im Gegensatz dazu gestatteten die kanonischen Regeln dies nicht für eine natürliche bzw. physische Impotenz, da ja ein solcher Mann auch im Falle des Partnerwechsels impotent blieb und ihm das Recht auf eine Wiederverheiratung verwehrt wurde. Diese Unterscheidung zwischen natürlicher und magischer Impotenz wurde im 12. Jahrhundert in das übliche universitäre kanonische Recht und die theologischen Lehrbücher, in das Decretum des Gratian und die Sentenzen des Peter Lombard eingearbeitet. Die Einbeziehung der durch Zauberei verursachten Impotenz in diese Werke bewirkte, dass nachfolgende Generationen von Kommentatoren dieser Texte das Thema weiter diskutierten (Rider 2006, S. 59, 65). Die Kommentatoren präzisierten die Annullierungsregelungen und setzten sich ebenso mit verwandten Themen auseinander. So interessierte sie: Wer Impotenzzauberei praktizierten und wie dies geschah; Ob es legitim sei, magische Heilmittel zu nutzen; Oder wie sich eine Verursachung von magischer und natürlicher Impotenz auseinander halten lies. 

Einige mittelalterliche Autoren diskutierten ebenfalls magisch bedingte Impotenz. Eine detaillierte Auseinandersetzung findet sich in einem Kapitel des Pantegni von Konstantin dem Afrikaner (gestorben vor 1099). Auch wenn das Pantegni zum größten Teil aus einer arabischen Arbeit im 10. Jahrhundert durch den Arzt Alī ibn al-Abbās al-Mağūsī (im Westen bekannt als Haly Abbas) übersetzt worden war, findet sich das Kapitel zur magisch bedingten Impotenz nicht im arabischen Text und wurde wahrscheinlich durch Konstantin selber ergänzt (Green 1994, S. 140-142). Ebenso wurde die durch Zauber verursachte Impotenz von einigen praktizierenden Ärzten behandelt - besonders von Verfassern der practicae, welche sich mit einem breiten Spektrum von Krankheiten beschäftigten (Rider 2006, S.161; Hoffmann 1933).

Trotz dieses Interesses an magisch bedingter Impotenz unter Theologen, Kanonisten und mittelalterlichen Autoren bleibt es schwierig, die Praxisrelevanz und Häufigkeit solcher Fälle zu taxieren. Einige Beispiele finden sich in Chroniken, kirchlichen Gerichtsakten und von weltlichen Gerichtsverhandlungen wegen Zauberei, aber sie sind nicht sonderlich verbreitet. Den meisten Fälle von Impotenz, die vor kirchlichen Gerichten verhandelt wurden, schrieb man natürliche Ursachen zu und auch die mittelalterlichen Autoren schenkten in ihren Schriften der natürlichen Impotenz einen wesentlich größeren Raum. Nichtsdestotrotz konnten Beschuldigungen wegen Impotenzzaubers vorgebracht werden; Das bekannteste Beispiel lieferte Philip Augustinus, König von Frankreich (gestorben 1223) im Verlaufe seiner langwierigen Bemühungen um die Annullierung seiner Ehe mit Ingeborg, der Tochter des Königs von Dänemark (Rider 2006, S. 72-74). In fast allen Fällen ist meist eine Frau des Impotenzzaubers beschuldigt worden, oft mit der Intention, die Ehe des behexten Mannes zu lösen und ihn selbst zu ehelichen. Impotenzzauberei erweist sich in den mittelalterlichen Quellen, wie andere Formen von Liebeszauber, als stark geschlechtsspezfisch zugeschnitten. 

4. Frühe Neuzeit (15.-17. Jahrhundert) 

Die Belege aus der Zeit der Hexenprozesse, die die Impotenzzauberei betreffen, sind widersprüchlich. Im späten 15. Jahrhundert bespricht der Malleus Maleficarum Impotenzzauberei detailiert (Stephens 2002, S. 300-321; Smith 2002, S. 88-90). Der Malleus fügte außerdem ein verwandtes Phänomen hinzu, welches in früheren Schriften zur der durch Zauberei verursachten Impotenz scheinbar noch nicht erwähnt wurde: Die Idee, dass Hexen die männlichen Glieder gänzlich stehlen könnten. Trotzdem sind Beschuldigungen der Verursachung von Impotenz selten in den Hexenprozessakten zu finden, wie auch Zauberei in den Protokollen von Impotenz-Fällen, die vor Kirchengerichte kamen, kaum erwähnt wurde (Darmon 1985, S. 26-7). Impotenzzauberei findet man häufiger in den Inquisitionsakten Italiens und Spaniens, welche wesentlich mehr Fälle von Liebeszauberei enthalten, als die Aufzeichnungen der Hexenprozesse (Martin 1989, S. 103, 107, 127, 233). Sogar in diesen sind allerdings andere Formen des Liebeszaubers häufiger. 

Andererseits gibt es Belege in anderen Quellen, dass Impotenzzauberei zumindest in einigen Gebieten, wie in Teilen Frankreichs (Le Roy Ladurie 1981, S. 84; Robbins 1997, S. 65) und Russlands (Ryan 1999, S. 79) gefürchtet wurde. Hochkarätige Fälle können ebenfalls angeführt werden: Als Carlos II. von Spanien (gestorben 1700) nicht in der Lage war, einen Erben mit einer seiner zwei Ehefrauen zu zeugen, argumentierte sein Beichtvater mit Verzauberung (McLaren 2007, S. 51). Das Thema zog weiterhin auch die Aufmerksamkeit in den Kommentaren zu den Sentences von Peter Lombard und Gratians Decretum, in medizinischen Werken über durch Zauberei verursachte Krankheiten und Geburtshilfe, sowie in Traktaten über Hexerei und Aberglauben, wie zum Beispiel Abbé Thiers Treatise on Superstitions auf sich (McLaren 2007, S. 52; Darmon 1985, S.28). Der Glaube an Impotenzzauberei dauerte demnach an, auch wenn er selten zu Gerichtsprozessen führte. 

Diese Abwesenheit von Impotenzzauberei in Gerichtsakten ist rätselhaft und könnte auf verschiedene Weise erklärt werden. Möglicherweise war die Sorge vor diesem Zauber nicht weit verbreitet und die Gegenden, die Emmanuel Le Roy, Ladurie und Kevin Robbins besprachen, waren atypisch. Insbesondere hat Robbins damit argumentiert, dass die sozialen und ökonomischen Bedingungen von La Rochelle den ungewöhnlichen Glauben begünstigten, dass Priester Impotenzzauberei durchführen könnten (Robbins 1997, S. 67-68). Andererseits könnten Fälle von Impotenzzauberei auf anderem Wege gelöst worden sein; beispielsweise durch den Gebrauch von magischen Gegenzauberflüchen, eine gebräuchliche Praxis wie mittelalterliche Autoren nahe legten. Es ist ebenso möglich, dass Anschuldigungen bezüglich Impotenzzauberei schwierig und unangenehm zu beweisen waren und Opfer bzw. Zeugen solche Beschuldigungen in Hexenprozessen gerne umgingen.  

5. Moderne 

Für das 18. Jahrhundert, als gelehrte Autoren Impotenzzauber nicht mehr länger für seriös erachteten, sind Fälle seltener nachgewiesen, auch wenn sie natürlich weiterhin gelegentlich vorkommen. Einige Ärzte des 19. Jahrhunderts berichteten von Patienten, die an eine magische Verursachung der Impotenz glaubten, obwohl die Ärzte sie aufgrund ihres natürlichen Leidens behandelten (McMahon 2007, S. 142). Fälle in denen Impotenz auf Zauberei zurückgeführt wurde sind ebenso für das 20. Jahrhundert dokumentiert: Anthropologen haben Beispiele in den 1960er Jahren in Frankreich (Favret-Saada 1980, S. 108-109) und in den 1970ern in Griechenland beschrieben (Dionisopoulos-Mass 1976, S. 58-60). Selbst der Glaube, dass Hexen einen Penis gänzlich stehlen könnten, wurde für das 20. Jahrhundert in Afrika, den USA und anderen Ländern bezeugt (McLaren 2007, S. 263; Smith 2002, S. 95). 

Literatur 

Robert D. BIGGS, Sa. Zi. Ga: Ancient Mesopotamian Potency Incantations, New York 1967. 

Pierre DARMON, Trial by Impotence: Virility and Marriage in Pre-Revolutionary France, London 1985; translation of: Le Tribunal de l’Impuissance, Paris 1979. 

Regina DIONISOPOULOS-MASS, The Evil Eye and Bewitchment in a Peasant Village, in: Clarence Maloney (Hg.), The Evil Eye, New York, 1976, S. 42-62.  

Jeanne FAVRET-SAADA, Deadly Words: Witchcraft in the Bocage, trans. Catherine Cullen, Cambridge 1980; translation of: Les mots, la mort, les sorts, Paris 1977.

Monica GREEN, The Re-creation of Pantegni, Practica, Book 8, in: Charles BURNETT / Danielle JACQUART (Hg.), Constantine the African and Alī ibn al-Abbās al-Mağūsī: the Pantegni and Related Texts, Leiden 1994, S. 121-60. 

Gerda HOFFMANN, Beiträge zur Lehre von der durch Zauber verursachten Krankheit und ihrer Behandlung in der Medizin des Mittelalters, in: Janus 37, 1933, S. 129-44, 179-92, 211-20. 

Emmanuel LE ROY LADURIE, The Aiguillette: Castration by Magic, in: Emmanuel LE ROY LADURIE, The Mind and Method of the Historian, Brighton 1981, S. 84-96; translation of L’aiguillette, in: Emmanuel  Le Roy Ladurie, Le territoire de l’historien, Paris 1978.

Ruth MARTIN, Witchcraft and the Inquisition in Venice 1550-1650, Oxford 1989. 

Angus MCLAREN, Impotence: A Cultural History, Chicago 2007. 

John M. MCMAHON, Paralysin Cave: Impotence, Perception and Text in the ‘Satyrica’ of Petronius, Leiden 1998. 

Stephen A. MITCHELL, Anaphrodisiac Charms in the Nordic Middle Ages: Impotence, Infertility and Magic, in: Norveg 41, 1998, H. 1, S. 19-42. 

Catherine RIDER, Magic and Impotence in the Middle Ages, Oxford 2006. 

Kevin C. ROBBINS, Magical Emasculation, Popular Anticlericalism, and the Limits of the Reformation in Western France c.1590, in: Journal of Social History 31, 1997, H. 1, S. 61-83. 

W. F. RYAN, The Bathhouse at Midnight: an Historical Survey of Magic and Divination in Russia, Stroud 1999.  

Moira SMITH, The Flying Phallus and the Laughing Inquisitor: Penis Theft in the Malleus Maleficarum, in: Journal of Folklore Research 39, 2002, H. 1, S. 85-117. 

Walter STEPHENS, Demon Lovers: Witchcraft, Sex and the Crisis of Belief, Chicago 2002. 

Impotence and Magic - English version

Catherine Rider 

The belief that magic can cause male impotence is found in many places and historical periods, and in a wide range of sources. It attracted particular attention in the late Middle Ages, but has persisted into the twentieth century. 

1. Introduction 

When a couple had problems consummating their marriage, magic was one possible explanation. Usually the magic was believed to have made the man impotent, but there are occasional references to magic making a woman’s vagina too narrow for sex or even creating a physical barrier between the couple. Not every case of sexual dysfunction or male impotence was blamed on magic. From ancient times onwards, medical writers recognized that impotence could have purely physical causes, such as an imbalance in the man’s humours, or old age. These forms of non-magical impotence were believed to render a man impotent with all women. Magic, by contrast, was often used to explain cases in which a man was impotent with one woman but not with another.  

It is difficult to know how commonly impotence magic was believed to occur: some writers said that it was common, others that it was rare. In many, although not all, cases in which magic was alleged as a cause of impotence, the culprit was believed to be a woman, often a former girlfriend of the man who sought to disrupt his subsequent marriage to someone else, and so rekindle her own relationship with him. Impotence magic is thus closely related to forms of love magic which were designed to preserve a relationship and ensure that a man loved no one but the person who had cast the spell. 

2. Impotence Magic in the Ancient World  

References to magically-caused impotence can be found in Mesopotamian incantations as early as the seventh century BC, which tell a man how to regain his potency when he has been bewitched (Biggs 1967). The idea was also known to the ancient Greeks and Romans: it was mentioned by Herodotus (5th century BC), by the Roman poets Tibullus and Ovid (1st century BC) and, in most detail, by the 1st-century AD writer Petronius, who devoted a section of his erotic novel the Satyricon to the hero’s impotence and his attempts to cure himself by both magical and non-magical means (McMahon 1998, S. 202-9). Outside the realms of fiction, ancient curse tablets also sometimes mention causing impotence, although not as often as they sought to cause other illnesses, or provoke love. Most Greek and Roman medical writers, however, focused on the physical causes of impotence, and not magical ones.  

The ancient sources say little about who might perform impotence magic or why. Petronius does not explore these issues, preferring instead to describe the increasingly ludicrous cures sought by his hero. Even the curse tablets offer little indication of who commissioned them, although we can sometimes guess that it was a rival who wanted to break up a relationship in order to have one of the partners for him- or herself.  

3. The Middle Ages 

The idea that magic could cause impotence persisted into the Middle Ages, in both Europe and the Middle East. Examples can be found as far apart as ninth-century Syria, where the Christian physician Qusta ibn Luqa claimed to have treated a nobleman who thought that his impotence was caused by magic, and late medieval Scandinavia (Rider 2006, S. 50; Mitchell 1998). The issue attracted most attention, however, from educated writers in Western Europe, in the fields of canon law, theology and medicine.  

Canon lawyers and theologians were interested because, from the ninth century onwards, impotence was recognized as an impediment to marriage. Magically-caused impotence was singled out for particular discussion because if a man’s impotence was blamed on magic, then canon law allowed him to marry another woman after his first, unsuccessful, marriage had been annulled. This differed from the canon law rules for natural impotence, which assumed that a man who was impotent with one woman would be impotent with all women, and so did not permit him to remarry. This distinction between natural and magical impotence was incorporated into the standard university canon law and theology textbooks, the Decretum of Gratian and the Sentences of Peter Lombard, in the twelfth century. The inclusion of magically-caused impotence in these works ensured that subsequent generations of commentators on these texts discussed the subject (Rider 2006, S. 59, 65). The commentators refined the annulment rules, and also considered related issues such as: Who might perform impotence magic and how? Was it legitimate to use magical cures? How could allegations of impotence (natural or magical) be proved? 

A number of medieval medical writers also discussed magically-caused impotence. The most detailed discussion was in a chapter of the Pantegni of Constantine the African (d. before 1099). Although the Pantegni was largely translated from an Arabic work by the tenth-century physician Alī ibn al-Abbās al-Mağūsī (known in the West as Haly Abbas) the chapter on magically-caused impotence is not present in the Arabic text and was probably added by Constantine himself (Green 1994, S. 140-2). Magically-caused impotence was also discussed by some later medical writers, particularly those writing practicae, works of practical medicine which dealt with a wide range of illnesses (Rider 2006, S. 161; Hoffmann 1933). 

Despite this interest in magically-caused impotence among theologians, canonists and medical writers, it is difficult to know how often cases occurred in practice. A few examples exist in chronicles, ecclesiastical court records, and accounts of secular trials for magic, but they are not particularly common. Most cases of impotence that came before the church courts seem to have been ascribed to natural causes, and medical writers also devoted far more space to the natural causes of impotence. Nevertheless, allegations of impotence magic could be made, most famously by Philip Augustus, king of France (d. 1223), in the course of his long-running attempt to have his marriage to Ingeborg, daughter of the king of Denmark, annulled (Rider 2006, S. 72-4). In the cases of magically-caused impotence that are mentioned, a woman is almost always accused of doing the magic, often with the intention of breaking up the bewitched man’s marriage so that she can marry him herself. Impotence magic, like other forms of love magic, thus appears as highly gender-specific in medieval sources. 

4. 15th-17th Centuries 

The evidence regarding impotence magic from the period of the witch trials is contradictory. In the late fifteenth century, Malleus Maleficarum discussed impotence magic in detail (Stephens 2002, S. 300-21; Smith 2002, S. 88-90). The Malleus also added a related phenomenon which does not seem to have been mentioned in earlier writing on magically-caused impotence: the idea that witches might steal men’s penises altogether. However, allegations of causing impotence are rare in witch trial records, and magic is rarely mentioned in the records of impotence cases which came before the church courts (Darmon 1985, S. 26-7). Impotence magic is found more often in the inquisition records of Italy and Spain, which contain many more cases of love magic than witch trial records (Martin 1989, S. 103, 107, 127, 233). Even in these, however, other forms of love magic are more common. 

On the other hand, there is evidence in other sources that impotence magic was feared in at least some areas, such as parts of France (Le Roy Ladurie 1981, S. 84; Robbins 1997, S. 65), and Russia (Ryan 1999, S. 79). High-profile cases could also arise: when Carlos II of Spain (d. 1700) was unable to have an heir with either of his two wives, his confessor argued that he was bewitched (McLaren 2007, S. 51). The subject also continued to attract attention in commentaries on the Sentences of Peter Lombard and Gratian’s Decretum, in medical works on magically-caused illnesses and midwifery, and in treatises on witchcraft and superstition such as the Abbé Thiers’s Treatise on Superstitions (McLaren 2007, S. 52; Darmon 1985, S. 28). The belief in impotence magic therefore persisted, even if it rarely led to court cases.  

This absence of impotence magic in court records is puzzling and could be explained in several ways. Perhaps it was not a widespread concern and the areas discussed by Emmanuel Le Roy Ladurie and Kevin Robbins were atypical. Robbins in particular has argued that the social and economic conditions of La Rochelle favoured an unusual belief that priests might perform impotence magic (Robbins 1997, S. 67-8). Alternatively, cases of impotence magic may have been resolved in other ways, for example by using magical cures, something that medieval writers suggested was common. It is also possible that allegations of causing impotence were difficult and embarrassing to prove, and so the victims were reluctant to mention them in witch trials.  

5. The Modern Period 

The belief that magic could cause impotence is less commonly attested from the eighteenth century onwards, as educated writers no longer took it seriously. Nevertheless, some people continued to ascribe cases of impotence to magic, at least occasionally. A few nineteenth-century physicians claimed to have encountered patients who thought that their impotence was caused by magic, although the physicians themselves did not believe this and treated it as a naturally caused ailment (McMahon 2007, S. 142). Cases in which impotence was blamed on magic have also been recorded in the twentieth century: anthropologists have described cases in 1960s France (Favret-Saada 1980, S. 108-9) and 1970s Greece (Dionisopoulos-Mass 1976, S. 58-60). The belief that witch can steal penises altogether has also been found in the twentieth century, in Africa, the USA, and other countries (McLaren 2007, S. 263; Smith 2002, S. 95).  

Empfohlene Zitierweise

Rider, Catherine: Impotenz und Magie. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5727/

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Erstellt: 13.03.2008

Zuletzt geändert: 13.03.2008