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Spee, Friedrich von Langenfeld 

Aus dem Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon (BBKL), Band XIV (1998), Spalten 1497-1506 (mit freundlicher Genehmigung: Verlag Traugott Bautz)

Michael Embach 

20.02.01  

SPEE, Friedrich SJ, geb. 25. Februar 1591, gest. 7. August 1635, Jesuit und Priester, Bekämpfer des Hexenwahns, bedeutendster katholischer Barocklyriker. - Der Familienname des adligen Geschlechts lautete in früheren Zeiten `Spede'; im Laufe der Jahrhunderte wurde er zu `Spe' oder `Spee' abgewandelt. Der gelegentlich zu findende Zusatz `von Langenfeld' bezieht sich auf die Herkunft des Familienzweiges, zu dem S. gehörte. S's Vorfahren lassen sich bis in die Zeit Kaiser Barbarossas zurückverfolgen. S. selbst wurde am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf geboren. Taufe und Erstkommunion empfing er in der romanischen Stiftskirche St. Suitbertus. Sein Vater Peter Spee war (wie bereits sein Großvater) seit 1588 Burgvogt und Amtmann des kurkölnischen, rechtsrheinischen Brückenkopfes Kaiserswerth. Über seine Mutter, Mechtel (Mechtild) von Spee, geb. Nunum (gen. Dückers von Altenkriegenbeek), ist nicht viel bekannt. Auch von seinen beiden Schwestern Sybilla und Elsa (letztere ist nicht einmal sicher bezeugt) sowie von den beiden jüngeren Brüdern Arnold und Adolf wissen wir so gut wie nichts. Als ältester Sohn sollte nach dem Willen des Vaters auch S. die Laufbahn eines Burgvogtes von Kaiserswerth einschlagen. Voraussetzung dazu sollte ein juristisches Studium sein. Seine schulische Ausbildung absolvierte S. seit 1603 in Köln. Dabei ist nicht ganz sicher, ob er das von den Jesuiten geleitete, in der Marzellenstraße gelegene `Tricoronatum' besuchte, oder - wenigstens teilweise - das `Montanum'. Für letztere Annahme spricht die Tatsache, daß das `Tricoronatum' 1607 wegen des Ausbruchs der Pest für eine gewisse Zeit geschlossen werden mußte. Außerdem erhielt S. am 3. November 1606 gemeinsam mit 34 weiteren Schülern des `Montanum' die Zulassung zum Baccalaureandus an der Universität Köln. Fest steht, daß S. in dieser Phase starke Impulse von einer Kölner Schülersodalität erhielt, die den Erzengel Michael als Patron verehrte und den Namen `Engelssodalität' trug. Im Protokollbuch der Sodalität (STA Köln) taucht sein Name, neben dem seiner Brüder und dem des späteren China-Missionars Johann Adam Schall von Bell (1592-1666), häufiger auf. So wurde S. im Mai 1604 zum `Conciliarius' und im September des gleichen Jahres zum ersten Assistenten der Sodalität gewählt. Die Mitglieder der Vereinigung führten lateinische und deutsche Theaterstücke auf, leisteten Hilfe bei der Kranken- und Armenpflege und ließen sich von durchreisenden Jesuitenmissionaren über die Erfolge der Ostasienmission berichten. Im Alter von 14 Jahren, am 13. November 1604, erhielt S. bei der Versetzung in die vorletzte Gymnasialklasse (`Poetik') einen Preis für hervorragende Leistungen in der lateinischen Sprache. Am 8. Mai 1605 wechselte er von der `Engelssodalität' in die Marianische Sodalität (Sodalitas Parthenica) über. Abweichend von den Wünschen seiner Eltern immatrikulierte S. sich nach Abschluß der Schulzeit nicht an der juristischen, sondern an der philosophischen Fakultät der Kölner Universität. Die Vermutung, S. könne wegen seiner Gewandtheit in der juristischen Fachterminologie später doch noch Jura studiert haben, läßt sich nirgendwo beweisen. In Köln erwarb S. zunächst nicht den Grad eines `Magister artium', sondern den eines `Baccalaureus'. Eine Tatsache, die ihm später als Professor in Paderborn und Trier immer wieder zum Vorwurf gemacht wurde. Die Promotion zum `Baccalaureus', der niedrigsten akademischen Qualifikation, fand am 9. März 1609 statt. Promotor war Dr. Henrichus Tectorius Glimbach, der Leiter des `Montanum'. Die Bezeichnung S's als `Magister artium' findet sich erst in einer Notiz vom 12. August 1628, obwohl sie wesentlich früher erworben sein könnte. Darin berichtet Adam Kasen, S. sei nicht in Köln, sondern anderswo zum Magister promoviert worden. Getrieben von dem Wunsch, China-Missionar zu werden, entschied S. sich für den Eintritt in die Gesellschaft Jesu (Jesuiten). Ob für diese Entscheidung Krankheit oder Tod des Vaters mit verantwortlich waren, muß letztlich offen bleiben. Seine Aufname in die Societas Jesu datiert vom 22. September 1610. S. begann seine zweijährige Ausbildungs- und Probezeit in dem 1604 neu errichteten Noviziat der rheinischen Jesuitenprovinz in Trier (`Haus zum Krahnen' bzw. `Mettlacher Hof', heute Mutterhaus der Borromäerinnen). Im gleichen Jahr (1610) wurde in Trier auch der Grundstein zu einem neuen Kolleggebäude der Jesuiten gelegt (Jesuitenstraße, heute Bischöfl. Priesterseminar), in dem S. später als Professor der Moraltheologie wirkte. Während seines Noviziats in Trier wurden S. und seine Mitnovizen bereits mit ersten praktischen Aufgaben betraut: sie mußten in verschiedenen Dorfpfarreien der Umgebung Katechese halten. Außerdem machte S. schon zu dieser Zeit Bekanntschaft mit dem Hexenwahn. Zwischen 1585 und 1592 hatte es im Trierer Raum eine lebhafte Verfolgungswelle gegeben, deren prominentestes Opfer der Trierer Schultheiß und Universitätsrektor Dr. Dietrich Flade wurde. In abgeschwächter Form wirkten diese Vorfälle bis in die Zeit S's nach. Wegen Ausbruchs der Pest konnte S. sein Noviziat nicht in Trier beenden, sondern mußte nach Fulda wechseln. Dort legte er zwei Jahre nach seinem Ordenseintritt die ersten Gelübde ab. Durch diese Gelübde binden die Novizen sich an den Orden. Erst die letzten Gelübde - zu denen S. nie zugelassen wurde - binden auch den Orden an seine Mitglieder. Nach dem Noviziat hatte S. nun ein dreijähriges Philosophiestudium zu absolvieren, das er in Würzburg ableistete (1612-1615). Das Curriculum umfaßte die Fächer Logik, Physik und Metaphysik. Unter Umständen schloß S. seine Studien hier mit dem `Magister artium' ab. Auch aus der weiteren Umgebung von Würzburg, dem Spessart und Odenwald, schlug S. der giftige Geruch des Hexenwahns entgegen. Daneben machte er über den Würzburger Jesuitenpater Georg Vogler intensive Erfahrungen mit katechetischen Spielen und Liedern. Ähnliche Lieder hatte etwa dreißig Jahre zuvor im Kaiserswerther Raum der zum Katholizismus konvertierte Pfarrer Kaspar Ulenberg verfaßt. S. zitierte ihn später in seinem `Güldenen Tugendbuch'. Während der Würzburger Zeit, im Jahre 1613, erhielt S. durch Weihbischof Eucharius Sangio die niederen Weihen. Vor dem eigentlichen Theologiestudium mußte S. den Statuten gemäß eine mehrjährige Tätigkeit in der Jugendarbeit verrichten. Er tat dies in Speyer (1615/16) als Lehrer der III. Grammatikklasse und Präfekt der Engelssodalität St. Michael sowie in Worms (1616/18) als Lehrer der `Poetik'. Vermutlich im Zusammenhang mit diesen Tätigkeiten entstand S's erstes Lied, das ursprünglich in Latein geschriebene `Unüberwindlich starker Held, Sankt Michael'. Insgesamt 11 Lieder S's fanden Eingang in das 1621 vom Speyerer Bischof Eberhard herausgegebene neue Gesangbuch. In Mainz schließlich (1618/19) wirkte S. als Lehrer der `Rhetorik'. Zwischenzeitlich hatte er (im November 1617) Ordensgeneral Mutius Vitelleschi um Aussendung in die Heidenmission gebeten. Pater Ludwig Frankenstein, der Leiter des Wormser Kollegs, lehnte diese Bitte am 14. April 1618 im Auftrag des Generals ab. Von 1619 bis 1623 studierte S. in Mainz Theologie. Am 19. Februar 1622 erhielt er dort die Subdiakonats-, am 19. März die Diakonats- und am 28. März durch den Mainzer Weihbischof Stephan Weber die Priesterweihe. S's Ersuchen, einige Schriften (wohl Kirchenlieder) drucken zu dürfen, wurde vom Ordensgeneral abschlägig beschieden: S. solle zuerst seine Studien beenden. Da die Druckvorbereitungen jedoch bereits angelaufen waren, erschienen 1620/22 insgesamt vier anonyme Liedsammlungen, die neben anderen Gesängen auch Spee-Lieder enthalten; eine dieser Sammlungen ist mittlerweile verschollen. Das 1623 in Köln bei Peter von Brachel veröffentlichte Liederbuch `Auserlesene Catholische Geistliche Kirchengesäng ...' faßt mehr als 100 Spee-Lieder zusammen. In kürzester Zeit verbreiteten sie sich durch alle katholischen Gesangbücher Deutschlands. Noch im derzeit gebräuchlichen gemeinsamen Gesangbuch der Katholischen Kirche (`Gotteslob') erscheint S. als der häufigste Liedautor. Viele seiner Gesänge, etwa das berühmte `O Heiland, reiß den Himmel auf' oder das Weihnachtslied `Zu Bethlehem geboren' werden auch von evangelischen Christen bis heute gern gesungen. Ob S. zumindest in einigen Fällen auch die Melodien zu seinen Liedern komponiert hat, ist umstritten; für die Lieder der Trutz-Nachtigall läßt sich jedoch sein Mitbruder Jakob Gippenbusch als Komponist namhaft machen. 1623/24 wirkte S. an der Jesuitenuniversität Paderborn als Professor der Logik, später der Physik und der Metaphysik, sowie an der alten Marktkirche Sankt-Pankratius als Katechet. Am 4. Juli 1624 richtete er einen Brief an den protestantischen Junker Heinrich Dietrich von und zu Nienhausen, um ihn zum Katholizismus zu bekehren. Auch andere protestantische Adelige des Paderborner Landes versuchte S. zu `missionieren'. Im Dezember 1625 betreute er als Seelsorger den sterbenden Raban von Westfalen, seines Zeichens (protestantischer) Kanonikus von Halberstadt. Das dritte Jahr seiner ordensinternen Ausbildung (`Terziat') verbrachte S. in Speyer, dem Sitz des Reichskammergerichts, das zu dieser Zeit intensiv mit der Geißel der Hexenprozesse befaßt war. Ein von ihm gefaßter Plan, diesen Ausbildungsabschnitt in Italien (Mailand) zu absolvieren, scheiterte am Widerstand des Provinzials. S. wollte seine italienischen Sprachkennntisse erweitern, um die italienischen Söldner im kaiserlichen Heer seelsorgerlich besser betreuen zu können. Es folgten Tätigkeiten in Wesel und in Köln, wo S. die Vertretung des erkrankten Philosophieprofessors Pater Iberus Feken übernahm. Außerdem widmete er sich von November 1627 bis November 1628 der spirituellen Begleitung einer Kölner Devotessengemeinschaft. Dabei handelte es sich um die im Jahre 1606 von der frommen Witwe Ida Schnabels gegründete `Gesellschaft St. Ursula'. Aus den täglichen Meditationstexten für diese der Mädchenerziehung dienenden Gemeinschaft erwuchs das 1649 postum erschienene `Güldene Tugendbuch'. Das Werk kreist um die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Es ist das erste umfangreichere Andachtsbuch, das vornehmlich für Frauen geschrieben wurde. Mit Datum vom 1. Juni 1628 bat der Kölner Erzbischof und Kurfürst Ferdinand von Bayern den Jesuiten-Provinzial um einen Pater, der die Rekatholisierung von Stadt und Amt Peine zu Ende führen könne. Hierzu wurde S. bestimmt, der seinem Auftrag mit zum Teil unerbittlicher Härte, aber auch mit sozialem Engagement nachkam. Im Rahmen dieses Auftrags wurde S. am 29. April 1629 bei einem Attentat in der Nähe von Woltorf lebensgefährlich verletzt. Der abgesetzte evangelische Pfarrer des Ortes, Tyle Walckeling, versorgte S. und rettete ihm dadurch möglicherweise das Leben. Nach einem Krankenlager von fast drei Monaten, das S. in Peine, Hildesheim und im Kloster Lilienthal bei Falkenhagen verbrachte, war er soweit wiederhergestellt, daß er seine Mission in Peine beenden konnte. Im September 1629 gab er den Benediktinern von Corvey die ignatianischen Exerzitien; in den Monaten zuvor (Juli-September 1629), während seiner Rekonvaleszenz in Falkenhagen, soll S. sich intensiv seinen schriftstellerischen Projekten gewidmet haben. Unter Umständen fallen in diese Zeit Arbeiten an der `Cautio criminalis' oder der `Trutznachtigall'. Doch auch hier blieb das Thema des Hexenwahns unmittelbar präsent. Sowohl das Hochstift Paderborn als auch das Erzbistum Köln waren in den Jahren 1628/29 von heftigen Verfolgungswellen geschlagen, die mehrere Hunderte von Opfern forderten. Von 1629 bis 1630 wirkte S. in Paderborn als Professor der Moraltheologie sowie als Präfekt der Kasuskonferenzen. In seiner Eigenschaft als Professor war er Nachfolger seines im Mai 1629 plötzlich verstorbenen Mitbruders Hermann Nünning. Zu dieser Zeit muß es auch im eigenen Orden starke Widerstände gegen S's Lehrinhalte gegeben haben: kurz nach Beginn des Studienjahres 1630/31 wurde S. aus seinen Ämtern entlassen. Am 9. Februar 1631 half er mit, die Jesuitenniederlassung Falkenhagen bei Höxter gegen einen feindlichen Überfall zu verteidigen. Zu dieser Zeit äußerte sich S., der als Beichtvater von zum Tode verurteilten `Hexen' eingesetzt war, schon kompromißlos ablehnend gegen die gängige Form der Hexenprozesse. Seine kritische Haltung erfuhr in der im Mai 1631 anonym und ohne Imprimatur des Ordens erschienenen `Cautio criminalis' (1. Aufl. hrsg. in Rinteln bei Peter Lucius) eine umfassende Begründung. Das Werk löste auf der einen Seite begeisterte Zustimmung, auf der anderen Seite entschiedene Ablehnung hervor. In kirchlichen Kreisen war die Verfasserschaft S's bald bekannt. Die im Juni 1632 erscheinende zweite verbesserte - und inhaltlich verschärfte - Auflage führte dazu, daß der Ordensgeneral dem Provinzial der rheinischen Provinz, Goswin Nickel, nahelegte, S. aus der Gesellschaft Jesu zu entlassen. Neuere Untersuchungen zur Druckgeschichte der `Cautio' machen die Annahme wahrscheinlich, daß die Zweitauflage in Köln und nicht, wie das Titelblatt insinuiert, in Frankfurt am Main erschienen ist. Dies bedeutet offensichtlich, daß ihre Drucklegung mit Kenntnis und Gutheißung der Provinzialleitung geschah. Um S. aus dem Schußfeld der Kritik zu ziehen, wurde er im Herbst 1632 als Professor der Kasuistik, Beichtvater der Marianischen Kongregation, der Krankenhäuser und Gefängnisse sowie als Examinator der Weihekandidaten nach Trier gesandt. Am 25. Februar erklärte der Ordensgeneral sein Einverständnis, S. in der Gesellschaft Jesu zu belassen. Nach zweijähriger Tätigkeit als Professor der Moraltheologie in Trier wurde S. im Schuljahr 1634/35 die Professur für Exegese der Heiligen Schrift übertragen. Dieser Wechsel bedeutete nach den ordensinternen Bestimmungen eine faktische Aufwertung des Stelleninhabers: er markierte S's endgültige Rehabilitierung. S. starb am 7. August 1635 in Trier bei der Pflege pestkranker Soldaten, die im Zuge des Dreißigjährigen Krieges die Stadt besetzt hatten. Noch am gleichen Tag wurde er in der Gruft unterhalb der ehemaligen Jesuiten- und heutigen Seminarkirche von Trier (`Spee-Gruft') bestattet. 1637 erschien postum in Köln das `Geistliche Psälterlein' mit weiteren Spee-Liedern; 1649 kamen - ebenfalls in Köln - das von Leibniz geschätzte `Güldene Tugendbuch' sowie die in Trier fertiggestellte `Trutz-Nachtigall' heraus. Das letztgenannte Werk bildet, unabhängig von Martin Opitz entstanden, den bedeutendsten (katholischen) Beitrag zur Etablierung einer eigenständigen deutschsprachigen Barocklyrik. Es knüpft an die antike Schäferlyrik Vergils an, transponiert die profane Bildsprache jedoch in einen radikal theologischen, ja christologischen Motivzusammenhang. Über ihre Bedeutung als exemplarisches Einzelwerk hinaus schuf die Trutz-Nachtigall die Voraussetzung zur Wiederentdeckung S's. durch die deutsche Romantik. Insbesondere Brentano, Arnim, Schlegel und Eichendorff veröffentlichten S's Schriften neu oder hoben die Bedeutung seines Werkes hervor. Eine zumindest indirekt auf ältere Ausführungen S's zurückgehende Mitschrift einer moraltheologischen Vorlesung, die S's Mitbruder Johannes Schücking (1596-1660) in den Jahren 1633/34 und 1634/35 in Köln gehalten hat, ermöglicht tiefe Einblicke in S's moraltheologische Vorstellungen. Der lateinische Originaltext dieser `Theologia moralis explicata' liegt seit 1996 ediert vor. Ein weiteres auf S. zurückgehendes Werk ist der anonym bzw. pseudonym erschienene `Geistliche Unterricht zur Generalbeicht' (Cöllen, G. Clemens 1631), ins Lateinische übersetzt: `Industria spiritualis' (Coloniae 1634). Dabei handelt es sich um einen Beichtspiegel, der in redaktioneller Überarbeitung durch den Franziskaner Kreutenheuer in fast unzähligen Auflagen bis nach Südamerika hin Verbreitung fand. Eine Edition aller von S. geschaffenen Kirchenlieder befindet sich im Rahmen der von Theo G. M. van Oorschot besorgten historisch-kritischen Gesamtausgabe in Vorbereitung. Die durch Initiative des ehemaligen Trierer Seminarregenten und ersten Vorsitzenden der Trierer Friedrich-Spee-Gesellschaft, Dr. Anton Arens (1926-1993), gelungene Wiederauffindung von S's Grabe (1980) führte zu einer intensiven Belebung der Spee-Forschung insgesamt.  

Digitalisierte Schlüsselseiten

Cautio Criminalis, Seu De Processibus Contra Sagas Liber, Magistratibus Germaniae hoc tempore summè necessarius. Nürnberg, Sulzbach - Martin Endter - 1695 

Werke 

[Historisch-kritische Ausgabe der Schriften Spees, Hrsg. von Theo G. M. van Oorschot. Bislang Erschienen: Güldenes Tugendbuch [München 1968]; Trutz-Nachtigall [Bern 1985]; Cautio Criminalis [Tübingen/Basel 1992; derzeit in Bearbeitung: Die Lieder] 

Geistlicher Unterricht zur Generalbeicht. Cöllen: G. Clemens 1631 

Cautio criminalis, Seu de Processibus contra Sagas Liber. Ad Magistratus Germaniae hoc tempore necessarius, Tum autem Consiliariis, & Confessariis Principum, Inquisitoribus, Judicibus, Advocatis, Confessariis reorum, Concionatoribus, caeterisq., lectu utilissimus. Auctore incerto Theologo Romano. Rinthelii, Typis exscripsit Petrus Lucius Typog. Acad., MDCXXXI (398 S.). [2. verb. Aufl.: ... Auctore Incerto Theologo Romano Editio Secunda. Francofurti, Sumptibus Ioannis Gronaei Austrij. Anno MDCXXXII (459 S.)]. [Deutschspr. Ausg.: Cautio Criminalis oder Rechtliches Bedenken wegen der Hexenprozesse. Mit acht Kupferstichen aus der `Bilder-Cautio'. Aus dem Lateinischen übertr. u. eingel. von Joachim-Friedrich Ritter. 5. Aufl. München 1987] 

Industria spiritualis in qua trad. praepar. se ad confessionem plur. annorum. Coloniae 1634 

TRVTZ NACHTIGAL, Oder Geistlichs-Poetisch LVST-VVALDLEIN, Deßgleichen noch nie zuvor in Teutscher sprach gesehen. Durch den Ehrw: P. Fridericum Spee, Priestern der Gesellschafft JESU. ... Cöllen: In verlag Wilhelm Friessems Buchhändlers, 1649. [Taschenbuchausg.: Trvtz-Nachtigal. Kritische Ausgabe nach der Trierer Handschrift. Hrsg. von Theo G. M. van Oorschot. Stuttgart: Reclam 1985] 

Güldenes Tugend-Buch, das ist Werck und übung der dreyen Göttlichen Tugenden, deß Glaubens, Hoffnung, vnd Liebe. Allen Gottliebenden, andächtigen, frommen Seelen: vnd sonderlich den Kloster- vnd anderen Geistlichen personen sehr nützlich zu gebrauchen. Köln: Wilhelm Friessem 1649. [Taschenbuchausg.: Güldenes Tugend-Buch. Auswahl, Bearbeitung und Einführung von Anton Arens. Einsiedeln 1991] 

Die anonymen Lieder vor 1623. Unter Mitarb. von Theo G. M. van Oorschot hrsg. von Michael Härting. Berlin 1979. - Jacob Gippenbusch, Psalteriolum harmonicum. Faksimile der Ausgabe Köln 1642. Hrsg. von Anton Arens. Trier 1991 

Mein Herz will ich dir schenken. Die schönsten Lieder von Friedrich Spee. Hrsg. von Dietmar Rost und Joseph Machalke. Paderborn 1985 

Klaus Fischbach, Chorsätze zu den Liedern von Friedrich Spee von Langenfeld. Chorheft. Trier 1991 

Friedrich von Spee, Lyrik & Prosa. Ausgewählt u. eingel. von Winfried Freund. Paderborn 1991 

Theologia moralis explicata. Ein Friedrich Spee zugeschriebenes Werk aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Hrsg. von Helmut Weber. Trier 1996 

Literaur (in Auswahl) 

Großangelegte Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur (Spee-Dokumentation) in der Bibliothek des Bischöfl. Priesterseminars Trier, Jesuitenstr. 13, 54290 Trier 

Spee-Jahrbuch. Hrsg. von der AG der Friedrich-Spee-Gesellschaften Düsseldorf u. Trier. Jg. 1, 1994 ff. 

Margarete Gentner, Das Verhältnis von Theologie und Ästhetik in Spees `Trutznachtigall'. Phil. Diss. Tübingen 1965 

Theo G. M. van Oorschot, Friedrich Spees Güldenes Tugend-Buch. Literarhistorische Abhandlung. Nijmegen 1968 

Joachim Friedrich Ritter, Friedrich von Spee 1591-1635. Ein Edelmann, Mahner und Dichter. Trier 1977 

Friedrich Spee von Langenfeld: zur Wiederauffindung seines Grabes im Jahre 1980. Hrsg. von Anton Arens. Trier 1981 

Friedrich Spee im Licht der Wissenschaften. Beiträge und Untersuchungen. Hrsg. von Anton Arens. Mainz 1984 [darin: Franz Rudolf Reichert, Friedrich Spee-Bibliographie, S. 243-281] 

Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635). Sieben didaktische Versuche zu einem dramatischen Leben. Hrsg. von Rudolf W. Keck u. a. Hildesheim 1985 

Friedrich von Spee. Priester - Poet - Prophet. Hrsg. von Michael Sievernich SJ. Frankfurt a. M. 1986 

Karl-Jürgen Miesen, Friedrich Spee. Pater, Dichter, Hexenanwalt. Düsseldorf 1987 

Friedrich von Spee. Dichter, Theologe und Bekämpfer der Hexenprozesse. Hrsg. von Italo Michele Battafarano. Trient 1988 

Karl Keller, Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635). Leben und Werk des Seelsorgers und Dichters. Geldern 1990 

Anton Arens, Friedrich Spee und die `Jesuitinnen' von Köln. Zur Entstehungsgeschichte des Güldenen Tugend-Buches. In: Karl Hillenbrand / Medard Kehl (Hrsg.), Du führst mich ins Weite. Würzburg 1990, S. 405-436 

Anton Arens, Friedrich Spee. Ein dramatisches Leben. Trier-Aach 1991 

Walter Nigg, Friedrich von Spee. Ein Jesuit kämpft gegen den Hexenwahn. 2. Aufl. Paderborn 1991 

Martina Eicheldinger, Friedrich Spee - Seelsorger und poeta doctus. Die Tradition des Hohenliedes und Einflüsse der ignatianischen Andacht in seinem Werk. Tübingen 1991 

Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635) Lesebuch. Hrsg. im Auftr. der Friedrich Spee-Gesellschaft e. V. Düsseldorf. Langwaden 1991 

Die politische Theologie Friedrich von Spees. Hrsg. von Doris Brockmann und Peter Eicher. München 1991 

Friedrich Spee. Dichter, Seelsorger, Bekämpfer des Hexenwahns. Kaiserswerth 1591 - Trier 1635. Katalog der Ausstellung in Düsseldorf 1991. Hrsg. von Gunther Franz. 2., stark erw. Aufl. Trier 1991 [darin: Franz Rudolf Reichert u. Michael Embach, Die Spee-Dokumentation in der Bibliothek des Trierer Priesterseminars. Ein Zwischenbericht mit Nachträgen zur Friedrich-Spee-Bibliographie von 1984, S. 271-297] 

Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635). Ein Dichter und Aufklärer vom Niederrhein. Hrsg. von Karl-Jürgen Miesen. Düsseldorf 1991 

Von Spee zu Eichendorff. Zur Wirkungsgeschichte eines rheinischen Barockdichters. Berlin 1991 

Balthasar Fischer, Friedrich Spee als Erzieher zur Schöpfungsfrömmigkeit. Paderborn 1991 

Mein ganze Seel dem Herren sing. 72 Gesänge durch das Kirchenjahr mit 26 Liedern von Friedrich Spee in Sätzen für vier Stimmen mit Generalbaß ad lib. aus Jakob Gippenbusch, Psalteriolum harmonicum 1642. Übertragen von Walther Lipphardt. Rev. von Rudolf Ewerhart. Trier 1991 

Karlheinz Hodes, Singt auf, lobt Gott. Vierstimmige Lieder zu Texten von Friedrich von Spee. Paderborn 1991 

Trutz Nachtigall 1649. 24 geistliche Lieder für Singstimme und Basso continuo. Hrsg. von Rudolf Ewerhart. Köln 1991 

Theo G. M. van Oorschot, Friedrich Spee von Langenfeld. Zwischen Zorn und Zärtlichkeit. Göttingen/Zürich 1992 

Christian Feldmann, Friedrich Spee. Hexenanwalt und Prophet. Freiburg 1993 

Michael Embach, Der wissenschaftliche Ertrag des Friedrich-Spee-Gedenkjahres 1991 - ein Rückblick. In: Trierer Theolog. Zeitschrift (102) 1993, S. 215-234 

Josef Sudbrack, Friedrich von Spee (Literaturbericht). In: Geist und Leben. Zeitschrift für christl. Spiritualität (66) 1993, S. 73-78 

Italo Michele Battafarano, Spees Cautio Criminalis. Kritik der Hexenprozesse und ihre Rezeption. Trient 1993; - Friedrich Spee (1591-1635). Düsseldorfer Symposion zum 400. Geburtstag. Neue Ergebnisse der Spee-Forschung. Hrsg. von Theo G. M. van Oorschot unter Mitarb. von Martin Gerlach. Bielefeld 1993 

Anja Meinke, `In Gott ist alle Wollust'. Zur Mystik Friedrich Spees. Frankfurt 1994 

Friedrich Spee zum 400. Geburtstag. Kolloquium der Friedrich-Spee-Gesellschaft Trier. Paderborn 1995. [Darin: Michael Embach, Neuerschienene Spee-Literatur. Eine Auswahlbibliographie der Erscheinungsjahre 1991-1993, S. 377-385] 

Max Otto, Eine folgenschwere Frankenfahrt. Graf von Spees erste Begegnung mit dem Hexenwahn. Novelle. Frankfurt a. M. 1996 

Helmut Weber u. Gunther Franz, Friedrich Spee (1591-1635). Leben und Werk und sein Andenken in Trier. Trier 1996 

 

Empfohlene Zitierweise

Spee, Friedrich. Aus: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller u. Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/1684/

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Erstellt: 15.02.2006

Zuletzt geändert: 05.05.2006

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