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Brunsmann, Johann (Brunsmand, Johan)  

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1. Februar 2008 

* 1637 Trondheim (Norwegen), protestantischer Pfarrer und Schriftsteller, 25.Juli 1707

Kurzbiografie 

Johann Brunsmann war ein Hospital- und Weisenhausprediger in Kopenhagen. Er wurde in Trondheim in Norwegen geboren, wo sein Vater Bernhardus Brunsmann Priester und Vorsteher des Krankenhauses war. 1687 heiratete er Magdalene Klaumann (1653-1700) Brunsmann, von Kindheit an schlechter Gesundheit, studierte in Uppsala und ging später nach Koppenhagen.1668 wurde er Direktor einer traditionellen Internatsschule in Herlufsholm. Dort verbrachte er neun schwere Jahre, aufgrund schlechter ökonomischer Verhältnisse und eigenen Zweifeln an der Kirche. Ab 1677 arbeitet er zwei Jahre als Autor, bis er ab 1679 als Priester im Vartov Krankenhaus, Kinderhaus und Pesthaus in Kopenhagen tätig wurde. Als sittenstrenger Protestant verfasste er sowohl eher wissenschaftliche Bücher, als auch literarische Werke. Sein Schaffen wurde stark von der englischen Literatur beeinflusst.  

Zwei seiner Schriften sind im Kontext von Magie und Hexenverfolgung besonders erwähnenswert. „Francisci Spirae fortvifflelsis Historie” (1673) und vor allem „Et forfae Huus-Kaars“ („Køge Huskors”, 1674). In diesem Werk berichtet er anhand von Quellen über Besessenheitsfälle in Køge zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Darin berichtet er von 15 Hexereianklagen gegen Frauen, die zwischen 1608 und 1615 geführt und mit Todesurteilen beendet wurden. Die Aufsehen erregenden Fälle lösten eine Massenhysterie aus, die Brunsmann verurteilte und seine Schrift gleichzeitig als nachträgliche Verteidigung von Balthasar Bekker konzipierte. Das Buch von 1674 beschäftigte sich vor allem mit den Beschuldigungen, die von Hans und Anna Bartski gegen die Hexen erhoben wurden. Sowohl beide Hausbewohner als auch Besucher hatten visuelle Halluzinationen, sahen Teufel in Form außergewöhnlicher Tiere und erlebten hysterische Schüttelanfälle. Der Hauptdarsteller dieser Geschichte ist der Junge Jakob, von dem der Teufel Besitz ergriff und sich über die Anstrengungen der Priester, ihn zu vertreiben, lustig machte. Nach den Hinrichtungen setzte eine Phase der Deeskalation ein. Der Junge wurde in die Obhut eines Priesters gegeben, der die Interpretation einer Teufelsbesessenheit nicht mehr förderte.  

Daneben bietet „Køge Huskors“ eine Exempelsammlung weiterer Besessenheitsfälle. Das Buch wurde auf Dänisch, Deutsch und Latein herausgegeben.  

Ausgaben 

Das geängstigte Cöge oder Eine warhaffte und Denckwürdige Historie/ von einer entsetzlichen Versuchung des leidigen Satans/ Mit welcher Zu Köge in Seeland eines ... Bürgers gantze Familie ... sehr hart beleget und angefochten gewesen, übersetzt von J. J. L., Leipzig (Liebe) 1696 [1697]; Leipzig (Liebe) 1695 [1697]
beigebunden: Der Entlarvte Teuffel Oder Denckwürdige Geschichte von vielen warhaftig Besessenen/ welche dieses Feindes Grausamkeit heftig erfahren (1697). [Schlüsselseiten im VD17].

Der Entlarvte Teuffel Oder Denckwürdige Geschichte von vielen warhaftig Besessenen/ welche dieses Feindes Grausamkeit heftig erfahren. Zu mehrerer Bekräftigung der von Doct. Beckern in seiner verzauberten Welt Zweiffelhafft gemachten Kogischen Geschichte, Leipzig (Liebe) 1697. [Schlüsselseiten im VD17].

Energumeni Coagienses, sive Admirabilis Historia, De Horrenda Cacodaemonis tentatione, Quacum in Selandia Daniae, eiusque urbe Coagio familia Civis, & vita ... primum sermone Danico aliquoties edita & impressa: Nunc vero in exterorum gratiam, Latine interpretata editaque, Leiden 1693; Leipzig (Liebe) 1695. [Schlüsselseiten im VD17].

Et forfærdeligt Huus-Kaars eller en sandferdig Beretning om en gruelig Fristelse aff Dieffvelen som tvende fromme oc gudfryctige Æcte-Folck i Kiøge for nogen rum Tid siden hafver været plagede med. For nogle Aar siden først til Trycken forfremmet [1674] og nu atter paa ny igien ofverseet og med atskillige andre Historiers og hændelsers tilleg formeret og forbedret; Kopenhagen 1674; Kopenhagen 1684; Kopenhagen 1710; Kopenhagen 1757; Kopenhangen 1870.
Anders Bæksted (Hg.), Køge Huskors, Kopenhagen 1953.

Frants Spiræ Fortuifflelsis Historie udaff troværdige Mænds Skrifter og Bøger ordentlig sammendragen, og for nogen tid siden til Trykken paa Danske forfremmed saavelsom og nu atter igien paa ny offverseet og forbedret ved J. Brunsmand : Tredie gang paa ny ofverseet og forbedret, Kopenhagen 1673; Kopenhagen 1684; Kopenhagen 1698.  

Literatur 

C.F. Bricka, Dansk biografisk Lexikon - tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537-1814, Kopenhagen 1887-1905.

Christian Gottlieb Jöcher, Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 1, 1750.

Walther Killy und Rudolf Vierhaus (Hg.), Deutsche Biographische Enzyklopädie, 10 Bde., München u.a. 1995-1999.

Empfohlene Zitierweise

Jänicke, Marco: Brunsmann, Johann. Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5868/

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Erstellt: 22.05.2008

Zuletzt geändert: 22.05.2008

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