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Sperling, Johann 

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1. April 2008 

* 12. Juli 1603 in Zeuchfeld (Laucha/Thüringen), Mediziner, † 12. August 1658

Kurzbiografie 

Eine eigene Verletzung (Verlust der linken Hand) bewog Sperling vom Studium der Theologie zum Studium der Medizin zu wechseln, welches er in Wittenberg bis 1625 abschloss und anschließend promovierte. 1634 erhielt er die Professur für Physik. Er hinterließ etwa 40, meist kleinere Dissertationen und Gelegenheitsschriften. 

Sperling beeinflusste maßgeblich die Öffnung der Physik für Autoren außerhalb der Aristotelischen Schriften und zugehörigen Kompendien an der Universität Wittenberg. Kurz nach seinem Tod 1658 wurde die Physik als Wissenschaft natürlicher Körper fixiert. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit Naturgeschichte, gab ein Kompendium zur Anthropologie heraus (Anthropologia physica, Wittenberg 1647). Ähnlich wie sein Nachfolger Konstantin Ziegra kam er in diesem Zusammenhang auch mit magischen Deutungshorizonten in Berührung.  

Als Schüler Daniel Sennerts verfasste er anhand dessen Schriften eine „Institutiones physicae“ (Abfassung zur Korpuskulartheorie) (Wittenberg 1639), die in vielen deutschen Schulen eigeführt wurde. Sperling gilt hauptsächlich als Zoologe und verfasste zahlreiche zoologische Schriften (Ornitologie, Ichthyologie, Herpetologie). Die nach seinem Tode herausgegebene „Zoologia physica (Leipzig 1661) gilt nicht nur als sein Hauptwerk, sondern stellte als erstes Handbuch ein Kompendium der Zoologie zur verfügung.  

Ausgaben vor 1800 

Disputatio Physica De Magia/ Quam Sub Praesidio ... Dn. M. Johannis Sperlings/ Physicae Professoris Publici Celeberrimi, Dn. Praeceptoris & Patronis sui aetatem observandi, In Alma Witebergensi ad publicae disquisitionis tribunal sistit Theophilus Pitiscus, Gura-Silesius.
Wittenberg 1646 [Schlüsselseiten im VD 17]

Literatur 

August Hirsch, Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker, 6 Bde., ergänzt von W. Haberling, F. Hübotter, H. Vierordt, Berlin u. a. 1929-1935.

Christian Gottlieb Jöcher, Allgemeines Gelehrten-Lexicon, Bd. 4, 1751.

Heinz Kathe, Die Wittenberger Philosophische Fakultät 1502-1817, Köln/Weimar/Wien 2002.

Empfohlene Zitierweise

Moeller, Katrin: Sperling, Johann. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5756/

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Erstellt: 30.03.2008

Zuletzt geändert: 14.05.2008

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