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Hexenverfolgung in Luzern

Laura Stokes

9. September 2008 

(english version ↓)

Die Geschichte der Hexenprozesse in der Stadt Luzern umfasst einen besonders langen Zeitraum. Hinrichtungen wurden von 1423 bis 1675 vollstreckt; der letzte Prozess fand 1737 statt. Eine hohe Anzahl von Frauen unter den Angeklagten kennzeichnete dabei die Luzerner Hexenverfolgung: Unter den mehr als 200 wegen Hexerei Hingerichteten waren nur 20 Männer.  

Die frühen Hexenprozesse Luzerns bis einschließlich 1550 weckten bei den Historikern bislang das größte Interesse, sie wurden in den letzten zwei Jahrzehnten häufig untersucht. Die Hexenverfolgungen des späten 16. und des 17. Jahrhunderts fanden demgegenüber weniger Beachtung, während der Höhepunkt der Hexenverfolgung in Luzern – eine Prozesswelle in den fünfziger Jahren des 17. Jahrhunderts, die 57 Menschen das Leben kostete – bisher sogar am schlechtesten erforscht ist.  

Voraussetzungen und Verlauf der Hexenverfolgungen

Obwohl es bis 1648 rechtlich ein Teil des Heiligen Römischen Reiches war, hatte Luzern das Joch der habsburgischen Herrschaft bereits im 14. Jahrhundert abgeworfen. Durch eine zeitweilig umstrittene Kooperation mit Schweizer Verbündeten gelang es der Stadt während des späten 14. und 15. Jahrhunderts eine relativ stabile Machtsphäre zu schaffen, die ein größeres ländliches Gebiet der Schweizerischen Eidgenossenschaft einschloss. Bis spätestens Anfang des 16. Jahrhunderts hatte die günstige Lage der Stadt – auf dem Weg zum Gotthard-Pass – dafür gesorgt, dass sie zu einem Finanzzentrum für die Region und das weitere Umland wurde. Trotzdem war Luzern eine kleine katholische Stadt, immer darum bemüht, ihre Interessen innerhalb ihrer eigenen ländlichen Gebiete und gegenüber ihren Verbündeten und Gegnern jenseits der eigenen Grenzen zu verteidigen. Diese inneren und äußeren Spannungen hatten wichtige Auswirkungen auf die Art und Weise, in der sich der Glaube an Hexerei in tatsächlichen Verfolgungen niederschlug.

Angesichts fehlender Quellen und Lücken in der Erforschung der Luzerner Hexenprozesse sind Zahlenangaben notwendigerweise ungenau. Während der gesamten Zeitspanne zwischen 1423 und 1737 fanden im Gebiet von Luzern mindestens 208 Hinrichtungen wegen Hexerei statt. Diese Zahl bezieht das Amt Sursee mit ein, das sein eigenes Strafgericht besaß, für das aber ebenfalls viele frühe Quellen verloren gegangen sind (Schacher 1947). Während des 15. Jahrhunderts endeten 14 von 63 Prozessen mit einer Hinrichtung (22%), während des 16. Jahrhunderts 97 von 237 Prozessen (41%) (Harrer 1992, Jäggi 2002, Stokes 2006). Für das 17. Jahrhundert liegt noch keine Gesamtstatistik vor.

Anfänge der Hexenverfolgung

Um die Wende zum 15. Jahrhundert tauchte der Vorwurf der Zauberei in Luzern zunächst in einer Anzahl von Verleumdungsklagen auf. Meist handelte es sich hierbei um Konflikte zwischen zwei Frauen, die einander beleidigt hatten, häufig verbunden mit der Unterstellung, die Gegnerin sei eine Diebin oder die Tochter eines Diebes. Während der ganzen ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts behandelte der Luzerner Stadtrat in seiner Funktion als Hochgericht Vorwürfe der Hexerei und Zauberei hauptsächlich als Verleumdungsfälle. In den Quellen der Stadt erscheint das Wort „Hexerei“ zum ersten Mal im Jahr 1419. Wieder handelte es sich um einen Fall, der als Verleumdungsklage angenommen wurde: Ein Mann wurde verbannt, weil er das Gerücht in die Welt gesetzt hatte, gewisse Leute seien Hexen.

1423 zeigen sich erste Anzeichen für einen Wandel. In Sursee wurde eine Frau namens Verena Rehagin verbrannt. Obwohl die noch vorhandene Quelle die Anschuldigungen ihr gegenüber nicht benennt, wurde sie höchstwahrscheinlich als Zauberin hingerichtet. Innerhalb der Stadt Luzern selbst allerdings behandelte man Anklagen wegen Zauberei und Hexerei bis Anfang der 1450er Jahre weiterhin als Verleumdungen. Das entscheidende Ereignis, das diese Haltung änderte, war vermutlich ein Hexenprozess im benachbarten Büren im Gebiet von Solothurn. Im Jahr 1447 erhielt der Luzerner Rat einen Brief, der den Prozess einer Anna Vögtlin beschrieb. Sie gestand einen Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein, das Sakrament entweiht und Schadenzauber verübt zu haben. Obwohl bereits zwanzig Jahre zuvor der Bericht des Luzerner Chronisten Johannes Fründ über die Hexenverfolgung im Wallis eine gefährliche und diabolische Hexensekte beschrieben hatte, war der Fall von Anna Vögtlin viel gefährlicher. Anna hatte gestanden, einige ihrer Hexereien im Gebiet von Luzern ausgeübt zu haben. Im folgenden Jahr begannen Prozesse gegen teuflische Hexerei auch in Luzern. (Stokes 2006)

Viele der Quellen für die frühesten Hexerei- und Zaubereiprozesse in Luzern bis ungefähr 1550 sind veröffentlicht (Hansen 1901, Hoffmann-Krayer 1900). Unter den ersten Prozessen nach 1450 gab es mehrere mit einer Erwähnung des Teufelspakts. Angeklagte gestanden oft, Wetterzauber verübt sowie anderen Personen und Vieh Schaden zugefügt zu haben. Die meisten Opfer wurden als Einzelpersonen angeklagt und vor Gericht gestellt. Sie erzählten, dass sie persönlich und individuell vom Teufel verführt worden seien und den Großteil ihrer Zauberei alleine oder in Zusammenarbeit mit dem Teufel begangen hätten. Die Einzelheiten der den Teufel treffenden Geständnisse reflektierten folkloristische Vorstellungen (Schacher 1947). Das soziale Profil der Angeklagten zeigt, dass sie nicht die Ärmsten der Armen waren, sondern wirtschaftlich gesicherte Einwanderer, denen es nicht gelungen war, sich gut in ihre neuen Gemeinden zu integrieren. Sie waren keine völlig neuen Einwanderer, die als Fremde angegriffen wurden, sondern Menschen, die viele Jahre in ihren Gemeinden gelebt, lang anhaltende Feindschaften geschaffen und manchmal durch ihre bescheidenen Erfolge Neid hervorgerufen hatten (Blauert 1990, Jäggi 2002). Abgesehen von ein paar Ausnahmen während des 16. Jahrhunderts waren sie alle Frauen.

Neben der fast ausschließlichen Verfolgung von Frauen als Hexen kam es im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert zu einer kleineren aber bedeutenden Anzahl von Verfolgungen von Männern wegen Sodomie – sowohl wegen homosexueller Aktivität als auch wegen Bestialität. Die frühen Hexenprozesse in Luzern kamen in Wellen, eine, wie geschildert, in den 1450er Jahren, eine weitere folgte in den letzten zwei Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts. Zeitgleich mit dieser zweiten Welle begann eine Verfolgung von Männern wegen Sodomie, wobei acht Männer aufgrund dieses Vergehens und neun Frauen wegen Hexerei hingerichtet wurden. In den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts fanden keine Hexenprozesse statt, aber ein steter Strom von Männern wurde wegen Sodomie verurteilt und hingerichtet: zwischen 1500 und 1517 waren es zehn Personen. 1519 wurden Anklagen wegen Sodomie und Hexerei in einem dreifachen Prozess und einer dreifachen Hinrichtung kurzzeitig miteinander verbunden. Drei Diebe – zwei Männer und eine Frau – wurden gefoltert und gedrängt, alle möglichen Arten von Verderbtheit zu gestehen, darunter Diebstahl, Mord, Sodomie, den Teufelsbund und Hexerei. Nachdem Sodomie und Hexerei so in einen Zusammenhang gebracht worden waren, richtete sich die Verfolgung nicht länger gegen Männer als Sodomiter sondern gegen Männer und Frauen als Hexen. Dieser Zusammenbruch der traditionellen geschlechtsspezifischen Vorstellung von Hexerei war in den Jahrzehnten nach 1519 am auffälligsten. Doch gegen Ende des 16. Jahrhunderts hatte sich das alte Muster der Hexenverfolgung als die fast ausschließliche Verfolgung von Frauen wieder etabliert. (Stokes i. E.)

Hauptphasen der Verfolgung

In den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts erlebte Luzern die erste von zwei bedeutenden Hexenverfolgungen. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem die intensive wissenschaftliche Bearbeitung der früheren Prozesse endet. Zwischen 1573 und 1598 wurden 224 Menschen als Hexen angeklagt und 99 von ihnen hingerichtet (Jäggi 2005, S. 181). Nach der Jahrhundertwende nahmen die Prozesse ab, und die Hinrichtungstätigkeit wurde für zwei Jahrzehnte ganz eingestellt. Zwischen 1620 und 1650 wurde dann durchschnittlich eine Person pro Jahr wegen Hexerei hingerichtet. Dieser Wert nahm jedoch während des Aufruhrs der 1650er Jahre explosionsartig zu. Eine kurze und äußerst extreme Hexenverfolgung, etwa zeitgleich mit dem Schweizer Bauernkrieg von 1653, kostete 57 Menschen das Leben. Der Zusammenhang zwischen dem sozialen Konflikt des Aufstands und dieser Hexenverfolgung muss noch genauer untersucht werden. Während den folgenden zwei Jahrzehnten fiel die Anzahl der Hinrichtungen wegen Hexerei auf etwa eine Hinrichtung alle zwei Jahre (Harper 1992).

Die letzten Hinrichtungen wegen Hexerei fanden in Luzern in den frühen 1670er Jahren statt. Zwischen 1671 und 1675 wurden vier Frauen verhaftet und als Hexen vor Gericht gestellt; drei von ihnen wurden hingerichtet. Obwohl es in den Verfolgungen der 1650er Jahre einige Kinderhexenprozesse gegeben hatte, waren diese vier späteren Opfer ausnahmslos ältere Frauen. Unter der Folter gestanden drei von ihnen die Verbrechen, deren sie beschuldigt wurden. Anna Weibel war die letzte Frau, die 1675 in Luzern wegen Hexerei hingerichtet wurde. Nach einer Woche Folter gestand sie eine Vielzahl von Maleficia, den geschlechtlichen Verkehr und einen Pakt mit dem Teufel, die Teilnahme am Hexensabbat und mehrmals die Entweihung der heiligen Sakramente. Anna Strebel, etwa im gleichen Alter und aus dem gleichen Dorf wie Anna Weibel, behauptete ihre Unschuld durch alle Grade der Folter. Unwillig, sie zu ihren verärgerten Nachbarn zurückkehren zu lassen, sperrten die Luzerner Behörden sie in das „Blatterhus“, also das Spital der Stadt. (Bart 2005, S. 46-48) 

Späte Verfolgungen

Während der nächsten sechzig Jahre fanden in Luzern anscheinend keine Hexenprozesse statt. Dann begann im Jahr 1737 eine kleine Hexenverfolgung im nahe gelegenen Zug. Diese Verfolgung nahm ihren Ausgang in der Selbstanzeige eines sechzehnjährigen Mädchens, Katharina Kalbacher, gegenüber den Behörden von Zug. Während des Verhörs gab Katharina etwa zwanzig andere Personen als Mithexen an, die überall verstreut in den Gebieten von Zug und Luzern lebten. Als die Zuger Behörden Luzern von den Denunziationen in Kenntnis setzten, begannen in Luzern Ermittlungen gegen alle Verdächtigen. Nach einigen Monaten nahmen die Behörden Elisabeth Kopp fest. Zur gleichen Zeit fanden in Zug bereits Hinrichtungen statt, die auf Katharinas Aussagen zurückgingen. Die Luzerner Behörden forderten nun, dass Katharina nach Luzern geschickt werden möge, um im Prozess gegen Elisabeth Kopp auszusagen. Zug willigte ein, doch trübten Katharinas Aussagen den Fall schnell. Sie widersprach ihren früheren Angaben und stellte die gesamte Anklage in Frage. Anfang Dezember wurde Elisabeth wegen Mangels an Beweisen entlassen, anscheinend verkrüppelt durch die Folter, unter der sie gelitten hatte. Obwohl die Behörden von Luzern alle denunzierten Personen noch eine Weile beobachteten, war der letzte Hexenprozess der Stadt damit beendet (Bart, S. 55-60).

Wie der Anfang der Hexenprozesse in Luzern, so sollte auch ihr Ende am besten im regionalen Zusammenhang betrachtet werden – an der Schnittstelle sozialer Spannungen in einer ziemlich mobilen ländlichen Bevölkerung einerseits und den häufigen diplomatischen Kontakten und Verhandlungen innerhalb der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits. Wie man allerdings den Höhepunkt der Hexenverfolgungen im Gebiet von Luzern interpretieren soll, bleibt nach wie vor offen. Was hat die Hexenverfolgungen des späten 16. und der Mitte des 17. Jahrhunderts ausgelöst? Wie endeten sie? Diese und andere Fragen zu den Verfolgungen warten immer noch auf eine Antwort.  

Literatur 

Philippe Bart, Hexenverfolgungen in der Innenschweiz 1670-1754, in: Der Geschichtsfreund 158, 2005, S. 5-161.

Andreas Blauert, Frühe Hexenverfolgungen. Ketzer-, Zauberei- und Hexenprozesse des 15. Jahrhunderts, Hannover 1989.

Andreas Blauert, Hexenverfolgungen in einer spätmittelalterlichen Gemeinde. Das Beispiel Kriens/Luzern um 1500, in: Geschichte und Gesellschaft 16, 1990, S. 8-25.

Susanna Burghartz, Hexenverfolgung als Frauenverfolgung? Zur Gleichsetzung von Hexen und Frauen am Beispiel der Luzerner und Lausanner Hexenprozesse des 15. und 16. Jahrhunderts, in: Lisa Berrisch / Carbtte Gschi*ind-Gisiger / Christa Koppel / AnWa Ulrich (Hg.), 3. Schweizerische Historikerinnentagung. Beiträge, Zürich 1986.

Joseph Hansen, Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns, Bonn 1901 (ND Hildesheim 2003).

Michael Harrer, Statistik der Hinrichtungen in Luzern von 1551 bis 1798, in: Jürg Manser (Hg.), Richtstätte und Wasenplatz in Emmenbrücke (16.-19. Jahrhundert). Archäologische und historische Untersuchungen zur Geschichte von Strafrechtspflege und Tierhaltung in Luzern, Basel 1992.

Eduard Hoffmann-Krayer, Luzerner Akten zum Hexen- und Zauberwesen, Zürich 1900.

Stefan Jäggi, Luzerner Verfahren wegen Zauberei und Hexerei bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts, in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 52/2, 2002, S. 143-150.

Stefan Jäggi, Waldbruder, Prophet, Astrologe. Ein Luzerner Eremit am Ende des 16. Jahrhunderts, in: Der Geschichtsfreund 158, 2005, S. 163-194.

Joseph Schacher, Das Hexenwesen im Kanton Luzern nach den Prozessen von Luzern und Sursee 1400-1675, Luzern 1947.

Laura Stokes, Demons of Urban Reform: The Rise of Witchcraft Prosecution in Basel, Lucerne, and Nuremberg, 1430-1530, Charlottesville 2006.

Laura Stokes, Rethinking Early Modern Justice: Witchcraft, Sodomy, and the Demonization of Crime in Lucerne, im Erscheinen.

English version

The city of Lucerne has an exceptionally long history of witch trials, with executions stretching from 1423 through 1675 and the last trial dating from 1737. Witchcraft persecution in Lucerne were characterized by an unusually strong predominance of women among the accused: of over 200 people executed for witchcraft, fewer than 20 were men. The early witch trials in Lucerne, through 1550, are of particular interest to historians and have received several analytical treatments over the last two decades. The witch hunts of the late-sixteenth and seventeenth centuries, however, have received less attention. The peak of witch hunting in Lucerne, a wave of trials during the 1650s which cost 57 people their lives, has yet to receive modern scholarly analysis.

Although legally a part of the HRE until 1648, Lucerne had thrown off the yoke of direct Habsburg overlordship in the late fourteenth century. In sometimes contentious cooperation with its Swiss allies, the city established a fairly stable sphere of political power over the late fourteenth and fifteenth centuries, encompassing one of the larger rural territories of the Swiss Confederates. By the sixteenth century, the city's favorable position on the road to the Gotthard pass had facilitated its development into a financial center for the region and beyond. Nonetheless Lucerne was a small city, constantly challenged to defend its interests both within its own rural territories and with its allies and adversaries beyond its borders. These internal and external tensions had important ramifications for the actuation of witchcraft beliefs into persecutions in Lucerne.

Due to missing sources and lacunae in the scholarship on Lucerne witch trials, numbers are necessarily imprecise. Over the entire period from 1423 through 1737 there were at least 208 executions for witchcraft in the territory of Lucerne. This count includes the district of Sursee, which had its own criminal court and for which many early sources have been lost. (Schacher 1947) No one has yet counted the total number of trials in the seventeenth century, so it is impossible to estimate the general percentage of trials in the city that ended in executions. During the fifteenth century 14 of 63 trials ended in execution (22%), during the sixteenth 97 of 237 (41%). (Harrer 1992, Jäggi 2002, Stokes 2006)

Beginning around the turn of the fifteenth century, sorcery (Zauberei) appeared in a number of slander cases in Lucerne. Generally it was an insult flung by one woman at another, often coupled with the insinuation of being a thief or the daughter of a thief. The city council of Lucerne, in its capacity as high court, continued to act on accusations of sorcery and witchcraft mainly as slander throughout the first half of the fifteenth century. In 1419 the word witchcraft (Hexerei) appears for the first time in the sources from the city, again in a case handled as slander; a man was banished for spreading rumors that certain people were witches. In 1423 we have the first indication that things might be changing. A woman named Verena Rehagin was burned in Sursee. Although the surviving source does not mention the charges against her, she was most likely executed as a sorceress. Within the city itself, however, accusations of sorcery or witchcraft continued to be handled as slander until the 1450s. It is likely that the decisive event in changing this was a witch trial in neighboring Büren, within the territory of Solothurn. In 1447 the council of Lucerne received a letter describing the trial of Anna Vögtlin, who had confessed to having a pact with the Devil, desecrating the sacrament, and committing harmful magic. Although the report of Lucerne chronicler Frund on the witch hunt in the Valais had described a dangerous, diabolic sect of witches almost twenty years earlier, the case of Anna Vögtlin was much more immediate. Anna had confessed to having committed some of her witchcraft within the territory of Lucerne. As early as the following year, trials for diabolic witchcraft began in Lucerne. (Stokes 2006)

Many of the sources for the earliest witchcraft and sorcery trials in Lucerne, up to about 1550, have been published. (Hansen 1901, Hoffmann-Krayer 1900) After 1450, the early trials were characterized by a strong, but not exclusive, emphasis on diabolism. Confessions of maleficia often included weather magic in addition to harm inflicted on people and livestock. Most victims were accused and tried as individuals, and their confessions retained this characteristic. They told stories of being personally and individually seduced by the devil, most of their magic was accomplished alone or in conjunction with their devils. The details of these confessions strongly reflected folkloric conceptions of the devil. (Schacher 1947) The social profile of the accused reveals that they were not the poorest of the poor, but were instead economically sufficient immigrants who failed to integrate well into their new communities. These were not new immigrants being attacked as strangers, but people who had lived in the community for many years, creating longstanding enmities and occasionally arousing envy with their moderate successes. (Blauert 1990, Jäggi 2002) Apart from a few exceptions during the sixteenth century, they were all women. (Burghartz 1986)

Alongside this near-exclusive persecution of women as witches was a smaller but significant persecution of men for sodomy, both homosexual activity and bestiality, during the late fifteenth and early sixteenth centuries. The early witch trials in Lucerne had come in waves, one during the 1450s and another in the 1480s-90s. Coinciding with this second wave began a persecution of men for sodomy, with eight men being executed for this crime while nine women were executed for witchcraft. During the early years of the sixteenth century no witch trials took place, but a steady stream of men were tried and executed for sodomy: ten more men died between 1500 and 1517. In 1519 the crimes of sodomy and witchcraft were briefly fused in a triple trial and execution. Three thieves - two men and a woman - were tortured and pressed to confess all manner of depravity, including theft, murder, sodomy, diabolism and witchcraft. After this fusion of sodomy and witchcraft, the target of persecution in Lucerne shifted from men as sodomites to both women and men as witches. This breakdown of the tradition gendering of witchcraft was most evident in the decades following 1519. By the time of the late sixteenth-century witch hunt, the near-exclusive pattern of persecuting women as witches had reasserted itself. (Stokes i. E.)

The last decades of the sixteenth century witnessed the first of two major witch hunts in Lucerne. It is here also that the intense scholarly attention paid to the earlier trials largely ceases. Between 1573 and 1598, 224 people were accused as witches and 99 of them executed. (Jäggi 2005, p. 181) Trials dropped off after the turn of the century, and executions ceased for at least a decade. During the 1620s through1640s, executions for witchcraft averaged one per year and then exploded during the turmoil of the 1650s. Roughly coinciding with the Swiss Peasants' War of 1653, a brief and extremely intense witch hunt in Lucerne cost 57 people their lives. The relationship between the social conflict of the rebellion and this witch hunt cries out for further investigation. In the following two decades executions for witchcraft dropped again, to about one every two years. (Harrer 1992)

The last executions for witchcraft in Lucerne took place in the early 1670s. Between 1671 and 1675 four women were arrested and tried as witches; three of them were executed. Although there had been some child trials during the witch hunt of the 1650s, all four of these late victims were older women, between 57 and 70 years of age. Like many of the victims of Lucerne witch trials over the centuries, they came from the rural territories of the city and had the reputation of being witches. Under torture, three of the four confessed to the crimes of which they were accused. Anna Weibel was the last woman executed in Lucerne for witchcraft in 1675; after a week of torture she confessed to a variety of maleficia, having a sexual relationship and pact with the devil, participation in the witches' sabbath, and many instances of desecrating the sacrament. Anna Strebel, of roughly the same age and from the same village as Anna Weibel, maintained her innocence through all grades of torture. Unwilling to release her to go back to her angry neighbors, the authorities of Lucerne imprisoned her in the "Blatterhus" hospital in the city. (Bart 2005, S. 46-48)

After the cases of the 1670s, no witch trials seem to have taken place in Lucerne for over sixty years. Then in 1737 a small witch hunt began in nearby Zug. The trials began with the self-denunciation of a 16-year-old woman, Katharina Kalbacher, to the Zug officials. Under interrogation, Katharina proceeded to denounce about twenty other people, living throughout the territories of Zug and Lucerne. When Zug officials sent word of the denunciations to Lucerne, authorities there placed all of the subjects under investigation. After several months, they arrested Elisabeth Kopp. By this time, executions were taking place in Zug based on Katharina's denunciations. Lucerne authorities requested that Katharina be sent to Lucerne for interrogation regarding Elisabeth's case, and Zug complied. Katharina's testimony, however, quickly muddied the case. She contradicted her earlier statements and left the entire case in question. In early December, Elisabeth was released for want of evidence, apparently crippled by the torture she had suffered. Although the authorities in Lucerne kept all of the denounced persons under observation for some time thereafter, the last witch trial in the city had ended. (Bart 2005, S. 55-60)

As with the beginning of the witch trials in Lucerne, their end is thus best viewed in regional context, at the intersection between the social stresses of a fairly mobile rural populace and the constant diplomatic negotiations of the Swiss Confederation. How we should view the peak of the witch hunts in the territory of Lucerne, however, is still an open question. What triggered the witch hunts in the late sixteenth and mid seventeenth centuries? What brought them to an end? These and other questions about the persecutions still await an answer.

 

Empfohlene Zitierweise

Stokes, Laura: Luzern. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/6083/

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Erstellt: 12.09.2008

Zuletzt geändert: 10.10.2008