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Besold, Christoph 

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1. Februar 2008 

* 22. September 1577, aus Tübingen, † 15. September 1638

Kurzbiografie  

Besold wurde 1577 als Kind einer lutherischen Juristenfamilie in Tübingen geboren. Seiner Heimatstadt blieb er bis 1635 treu. Er studierte dort, erlangte 1598 die Doktorwürde und war anschließend Advokat am Hofgericht in Tübingen. 1610 trat er eine Professur des Rechts an und wurde mehrfach Rektor der Universität. Besold beschäftigte sich auf Anfrage seines Landesherrn mit mystischer, theosophischer und apokalyptisch-prophetischer Literatur. War er in seiner Jugend mit Johannes Kepler befreundet gewesen, stand er später den Rosenkreuzern nahe, so etwa Johann Valentin Andreae. 1635 wandte er sich jedoch heimlich von seiner lutherischen Konfession ab und gelobte in Heilbronn den römisch-katholischen Glauben. Die Beweggründe für diesen Schritt sind weitgehend umstritten. Besold selbst rechtfertigte sich in seiner Schrift Christliche und ehrliche Motive, nachdem Württemberg mit der Nördlinger Schlacht an die kaiserlichen Truppen fiel. Er wurde nun österreichischer Regimentsrat in Württemberg ernannt. Kurz vor seinem Tod erhielt er einen Ruf an den kaiserlichen Hof in Wien, welchen er ablehnte und statt dessen 1637 in Ingolstadt eine Professur des Codex Iustinianus und des öffentlichen Rechts antrat. Bevor er auf einen Ruf des Papstes Urban VIII. nach Bologna antworten konnte, starb Besold am 15. September 1638.

Besolds Schaffen umfasst historische, politische und juristische sowie mehrere theologische Werke, welche immer wieder Verbindungen zum mystischen und utopischen Denken seiner Zeit aufweisen. Er war dennoch ein praxisnaher Jurist und Gutachter, dessen Lebensschicksal vor allem mit einem Rechtsstreit um den württembergischen Klosterbesitz verbunden war. Vor allem aber waren seine Arbeiten zum neuen Fach des öffentlichen Rechts mit Beiträgen zur doppelten Souveränität, zum Bundesstaat und zu Staatenverbindungen von Bedeutung.

Ausgaben vor 1800 

Thesaurus Practicus : Non Solum Explicationem Terminorum Atque Clausularum In Aulis Et Dicasteriis Usitatarum Continens: Sed & rerum omnifariam cognitionem suggerens, inprimis quamplurima ad Romani Imperii tam Ecclesiasticum quam Politicum statum; Mores item, Historiam, Linguam & Antiquitatem Germanicam pertinentia edocens, ... ; Editio Secunda Et Posthuma. ... Synopticâ item materiam Regalium continente tractatione; Dissertationibus Theorico-Practicis, modum tam in Civilibus quam Criminalibus Referendi seu votandi, Processumque Judiciarium compendiose & nervose exhibentibus; nec non illustribus aliquot Responsis aucta & locupletata / Studio Et Opera Johannis Jacobi Speidelii. Unà cum eiusdem Debitis Locis & Ordine insertis Additionibus ... - Nürnberg, (Wolffgangi Endteri) 1643. [Edition: http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenaref/besold.html]

Literatur  

Historische Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften (Hg.), Allgemeine Deutsche Biographie, München 1912. 56 Bde. 

Julian H. FRANKLIN, Sovereignty and the mixed constitution: Bodin and his critics, in: J.H. Burns (Ed.): Cambridge History of Political Thought 1450-1700, Cambridge u. a. 1991. 

Ernst Ludwig GERBER, Historisch-biographisches Lexicon der Tonkünstler : welches Nachrichten von dem Leben und den Werken musikalischer Schriftsteller, berühmter Componisten, Sänger, Meister auf Instrumenten, Dilettanten, Orgel- und Instrumentenmacher, enthält, Leipzig 1790-1791.

Christian Gottlieb JÖCHER (Hg.), Allgemeines Gelehrten-Lexicon : darinne die Gelehrten aller Stände ... vom Anfange der Welt bis auf ietzige Zeit ... Nach ihrer Geburt, Leben, ... Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden, Leipzig 1750-1751. 4 Bde.

Johann Friedrich, JUGLER, Beyträge zur juristischen Biographie : genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben, Leipzig 1773-1780. 6 Bde. 

Michael Philipp, Vom Ursprung und der Entwicklung der politischen Wissenschaft. Magnus Hesenthalers Antesignanus politicus und die Lehre der Politik in Tübingen im 17. Jahrhundert (im Erscheinen).

Michael STOLLEIS, Geschichte des Öffentliches Recht, Bd. I, München 1988, 121f. 

Gerd TREFFER, Gerd: Christoph Besold: Zum Inhalt der Synopsis doctrinae politicae, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 100 (1991), 219-244;  

Barbara ZELLER-LORENZ / Wolfang ZELLER, Christoph Besold, in: Ferdinand ELSNER (Hg.): Lebensbilder zur Geschichte der Tübinger Juristenfakultät, Tübingen 1977, 9-18.

Empfohlene Zitierweise

Gawron, Thomas: Besold, Christoph. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5834/

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Erstellt: 22.04.2008

Zuletzt geändert: 22.04.2008

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