A-G

Barbarossa, Christoph (Ratichs Brotofferr, Christoffer Rodbart) 

Dieser Artikel ist noch unbearbeitet, werden Sie Beiträger!

1. Februar 2008  

* 1562, aus Jever, protestantischer Pastor, † 1623

Kurzbiografie 

Christoph Barbarossa wurde 1562 in Jever als Sohn des dortigen Superintendents Peter Rothbart geboren, einer der für Hadeln bedeutenden Reformatoren. Er besuchte in Hannover die Schule und studierte später in Wittenberg und in Rostock, wo er seinen Magister erlangte. 1589 wurde er Prediger zu Otterndorf, 1597 zu Lüneburg (Hauptpastor der Johanniskirche) und 1599 Hauptpastor in Altenbruch im Lande Hadeln. Letztere Gemeinde verließ er 1613 nach Rechtsstreitigkeiten – die einen Großteil seiner Güter aufzerrten – und persönlichen Anfeindungen, aufgrund seines Wirkens gegen die vermeintliche Lasterhaftigkeit der Gemeinde. Aufgrund dieses Wirkens kann er wohl zu einer Gruppe sittenstrenger protestantischer Geistlicher gerechnet werden, für die ihn auch seine schriftlichen Hinterlassenschaften ausweisen, die konzentriert auf verschiedene Formen menschlicher Sünde eingehen. In diesen Kontext sind seine veröffentlichten Predigten über das Fluchen und die Sünden der Menschen sowie der Hexerei ab 1610 zu werten, die unter verschiedenen Titeln und Auflagen erschienen. Bemerkenswerter Weise dehnte er seine Ausführungen schnell auf die Hermetik und den Kreis der gelehrten Magie aus, wie seine Schriften zu Paracelsus und die Rosenkreuzer zeigen. Daneben beschäftigte er sich mit Rhetorik, der Liturgie des Abendmahls und der Sakramentenlehre, gab verschiedene Moralspiegel und Erbauungsschriften heraus. Barbarossa starb 1623.

Ausgaben vor 1800 

Das Geistliche Auffmercken/ bey vermeidung zeitlicher und ewiger Straffe. Oder Christliche Hochwichtige ... Erinnerung und Ermahnung/ An den Römischen Keyser/ Christliche Könige/ Chur und Fürsten/ Grafen und Freyherrn/ so wol auch ihre Stadthalter/ Cancellarios, Hoff: und Landt-Räthe/ Droßden/ Grefen/ Amptleute/ Vögte/ Schultheissen/ Richter und Befehlighaber: Sampt den Herrn Bürgermeistern/ Rathmannen und Syndicis in den Städten/ wegen des Gottslästerlichen Fluchens, Hamburg: Wolder / Mose 1620. 

Elucidarius Chymicus. Oder/ Erleuchterung und deutliche Erklerung/ was die Fama fraternitatis vom Rosencreutz/ für Chymische Secreta de lapide Philosophorum, in ihrer Reformation der Welt/ mit verblümbten Worten versteckt haben, Lüneburg/Goslar: Stern/Vogt 1616 und 1617 [Schlüsselseiten im VD17].

Fluch- und GottesLästerungs Spiegel, Darinnen 21. wichtige Ursachen/ so billich alle Christen vo diesem Laster abschrecken soll [...], Rinteln: Lucius, 1632.  

Klagrede Jesu Christi, Uber drey grosse/ schwere Sünde und Laster seiner getaufften Christen : Alß: I. Uber die grosse Sicherheit/ Undanckbatkeit und bößheit der Christen in gemein/ etc. II. Uber Zauberey/ Segensprechen und dergleichen verbottene Mittelln fürfallenden nöthen. III. Uber das Unchristliche/ Gotteslesterliche Fluchen und Schweren/ bey Gottes Kranckheit/ Marter/ Bluth/ Leiden/ Wunden und Sacrament/ etc., Lüneburg; Goslar Stern/Vogt 1610 [Schlüsselseiten im VD17].

Theophrastus non Theophrastus. Oder Deutliche Endeckung was von Theophrasto Paracelso zu halten sey/ ob er seine hohe Weißheit und Kunst von Gott oder dem Teufel gehabt [...], Am ende ist ein Appendix hinzu gethan/ von der Alchimia ... sampt erörterung einer Frage von der Fraternitet C. R. &c., Lüneburg/Goslar: Stern/Vogt 1617 [Schlüsselseiten im VD17].

Literatur  

Johann Georg Bertram, Das evangelische Lüneburg oder Reformations- und Kirchenhistorie der alt-berühmten Stadt Lüneburg : darinne die Kirchen und Klöster dieser Stadt kürzlich, doch hinlänglich beschrieben, der Anfang der Reformation und Fortpflanzung der Evangel. Lutherischen Religion gründlich vorgestellet, ... / bestärcket und ans Licht gegeben von Johann Georg Bertram, Braunschweig , 1719

Rudolf Eckart, Lexikon der niedersächsischen Schriftsteller von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart, Osterwieck 1891.

Christian Gottlieb Jöcher (Hg.), Allgemeines Gelehrten-Lexicon : darinne die Gelehrten aller Stände ... vom Anfange der Welt bis auf ietzige Zeit ... Nach ihrer Geburt, Leben, ... Schrifften aus den glaubwürdigsten Scribenten in alphabetischer Ordnung beschrieben werden, 4 Bde., Leipzig 1750-1751.

Heinrich Wilhelm Rotermund, Das gelehrte Hannover : oder Lexikon von Schriftstellern und Schriftstellerinnen, gelehrten Geschäftsmännern und Künstlern, die seit der Reformation in und außerhalb den sämtlichen zum jetzigen Königreich gehörigen Provinzen gelebt haben und noch leben, 2 Bde., Bremen 1823.

Empfohlene Zitierweise

Gawron, Thomas: Barbarossa, Christoph. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5830/

Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.



Erstellt: 22.04.2008

Zuletzt geändert: 30.01.2009

Index A-G