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Alberti, Valentin 

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13. Januar 2008 

* 15. Dezember 1635 in Lehna (bei Jauer in Schlesien), † 15. September 1697 in Wittenberg 

Der Sohn eines Pfarrers besuchte die Schule in Lauban, studierte ab 1653 in Leipzig Philosophie, wurde dort 1663 Professor der Logik und Metaphysik. 1665 heiratete er die Tochter des Leipziger Stadtrichters Johannis Preibisi.1672 erlangte er daneben eine außerordentliche Professur und später den Doktorgrad der Theologie. Auf seiner Professur betreute er zahlreiche Arbeiten auf dem Gebiet der Polemik und Symbolik. Er verteidigte die lutherische Orthodoxie gegen die naturrechtlichen Anschauungen des Hugo Grotius, Samuel Pufendorf und Christian Thomasius und trat auch als Polemiker gegen den römischen Katholizismus auf. Am Collegium philobiblicum, einem von August Hermann Francke und Paul Anton 1686 in Leipzig gegründeten Magisterverein zum Zweck gemeinsamen Bibelstudiums, beteiligte sich Alberti, wurde jedoch schnell zum großen Kritiker des Pietismus`, auch in Auseinandersetzung mit dem Philipp Jakob Spener. Zugleich war Alberti neben Carpzov und Pfeifer wesentlich an der Entfernung von Christian Thomasius von der Universität Leipzig beteiligt. Unter seinen philosophischen Schriften ist das „Compendium juris naturae orthodoxae theologiae conformatum“ (Leipzig 1678) hervorzuheben, welches eine Konstruktion des Naturrechtes, als der Ordnung des sündlosen Urzustandes des Menschen vornimmt.

Alberti betreute eine Dissertation von Christian Stridtbeckh zur Möglichkeiten des Teufelspaktes, die 1690 und 1716 zunächst in Latein, 1723 auch in deutscher Übersetzung erschien. In einem theologischen Gutachten urteilte er über die Möglichkeit, ob Seelen aus dem Fegefeuer als Wiedergänger erscheinen könnten. 

Ausgaben vor 1800: 

Valentin Alberti und Christian Stridtbeckh, Dissertatio academica de sagis, sive foeminis commercium cum malo spiritu hebentibus, e Christiana pneumatologie desumpta, Leipzig 1690 [Schlüsselseiten im VD 17]

Valentin Alberti (Präses) und Christianus Stridtbeckh (Respondent), Dissertatio Academica De sagis, sive foeminis, commercium cum malo spiritu habentibus, das ist: Von denen Zauberinnen und Hexen e christiana pneumathologia desumpta, Leipzig 1716.

Valentin Alberti, Des so wohl scharffsinnigen Philosophi, als auch Grundgelehrten Theologi Herrn D. Valentini Alberti ... Academische Abhandlung Von Den Hexen Und dem Bündniß So sie mit dem Teuffel haben. Darinnen außer den Nahmen/ so die Hexen in verschiedenen Sprachen fuehrten/ nicht nur eine Beschreibung derselben/ und ihres Buendnißes mit dem Teuffel gegeben, sondern auch ihre schaendliche Verrichtungen durch Bezauberungen/ Verschreyungen/ Nestel-Knipffen/ fleischliche Vermischungen mit dem Teuffel gruendlich untersuchet werden, nebst Eroerterung einiger andern curieusen Fragen/ ob die bekannte Pucene d'Orleans, ingleichen das rasende Weib/ das den Attilam erschrecket/ eine Hexe gewesen sey?, Frankfurt/Oder /Leipzig 1723.

Valentin Alberti, Theologisches Gutachten/ über Eine Jesuitische Relation Von Einer auß dem Fegfeuer unlängst erschienenen Seele Zu Leopoldstadt in Ungarn, Leipzig 1693.
[Digitale Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt]

Literatur: 

Friedrich Wilhelm Bautz, Alberti, Valentin, in: BBK, Band I, 1990, Sp. 85-86 http://www.bautz.de/bbkl/a/alberti_v.shtml

Brockhaus / Franz Lau, Alberti, Valentin, in: ADB, Bd. 1, S. 215-216; NDB, Bd. 1, S. 142 u. a.

Jochen Ihmels, Das Naturrecht bei Valentin Alberti. Die Lehre des Compendium juris naturae (sc. orthodoxae theologiae conformatum) von 1678/1696, Diss. Leipzig 1956

Robert C. Jenkins, The Life of Valentin Alberti, London 1889.

Erdmann Uhsen, Leben der brühmtesten Kirchen=Lehrer und Scribenten des XVI. und XVII. Jahr=Hunderts nach Christi Geburth, Leipzig 1710.

 

 

Empfohlene Zitierweise

Moeller, Katrin: Alberti, Valentin. In: Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5647/

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Erstellt: 14.01.2008

Zuletzt geändert: 20.02.2009

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