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Alb / Albtraum 

Christa Tuczay 

8. Januar 2010 

Begriff und Gestalt des Albs 

In erster Linie deutet der Alb oder Albtraum auf eine beklemmende meist im Schlafzustand auftretende Situation hin, in der der Schläfer ein riesiges Gewicht auf der Brust fühlte, das ihn einengte und ihm die Luft raubte. Die Ursache dieses Zustandes wurde einerseits medizinisch, andererseits dämonologisch erklärt, wobei die Interpretationsstränge in einem engen Wechselverhältnis standen.  

Insgesamt handelt es dabei um Vorstellungen, die sowohl im dämonologischen Diskurs, in den literarischen, religiös-moralisierenden wie superstitionskritischen Schriften als auch in den Erzählmotiven der Volkskultur Widerhall fanden. Bis heute ist in der Forschung umstritten, welche Wechselwirkungen zwischen diesen unterschiedlichen Ebenen der Beschäftigung mit dem Alb bestanden und welche Bedeutung diese phantastischen Imaginationen für das soziale Handeln spezieller oder auch größerer Bevölkerungsgruppen trugen. 

Insgesamt handelt es sich bei dem Alb um ein Konglomerat regional und zeitlich divergierender und mit unterschiedlichen Bezeichnungen versehener Deutungen. In der Hauptsache bezeichnet das Wort Alb einen Drückegeist, der Schläfer angriff. Nach dem Aufwachen berichteten die Gequälten, dass ein Wesen tierischer oder menschlicher Gestalt sich auf ihrer Brust niedergelassen und sie bis zur Erstickungsgefahr gedrückt habe. Sie befanden sich dabei in einem Zustand hochgradiger Angst, konnten sich weder rühren noch einen Laut von sich geben. Häufig wurde erwähnt, dass dieser nächtliche Geist durch ein Schlüsselloch, ein Astloch oder eine andere kleine Öffnung in der Tür kam und deshalb auch nicht entweichen konnte, wenn man diese Öffnung unpassierbar machte.  

Die nächtliche Situation, das beklemmende und dennoch faszinierende Erlebnis haben wahrscheinlich immer schon die sexuell-erotische Komponente in den Blick gebracht, die in den narrativen Einkleidungen der Alb-Erfahrung mehr oder minder deutlich mitschwingt. 

Der Alb erschien in vielfältiger Gestalt als Tier wie z.B. Maus, Fliege, Käfer, Katze, Kröte oder auch als Gegenstand wie Strohhalm, Wollknäuel, Feder, Apfel. In menschlicher Gestalt fand man ihn erst am nächsten Morgen, falls man die Eintrittsöffnung erfolgreich verschloss. Wurde der Alb gefangen, blieb er bei seinem Fänger, bis dieser die Eintrittsöffnung frei gab. Die heute geläufige Bedeutung von Alb bzw. Albtraum als schlechter Traum verdeckt die frühere sehr viel spezifischer Bedeutung ebenso die historische Verwechslung mit dem unterschiedlichen Phänomen des Hexenritts. 

Antike Vorstellungen 

Roscher (1900) hat in seiner an der Wende zum 20. Jahrhundert erschienenen Abhandlung über den Ephialtes die antike Quellenlage beleuchtet und die Vorstellungen umfassend dokumentiert. Demnach geht es um ein bedrückendes beschwerendes Gefühl auf der Brust, verursacht durch eine Art Geist, den die Griechen Ephialtes und die Römer Incubus oder Incubo nannten. Dieser Incubus gehörte zur Gruppe der Faune, Silvani oder Pangestalten, da er wie diese Furcht und Schrecken verbreitete. In der antiken Vorstellung besaß der Alb oder Ephialtes sowohl Furcht erregende als auch erotische Eigenschaften und offenbarte sich entweder in tierischer, menschlicher oder auch hybrider Gestalt. Eine verbreitete antike Anschauung betrachtete ihn als bösen Dämon oder aber als Totengeist, der die Menschen im Schlaf quälte.

Im Roman des syrischen Schriftstellers Jamblichos (Roscher 1900, S. 29f.) tritt ein Alb in Bocksgestalt auf, eine ähnliche Geschichte erzählt Philostratos in seinem Leben des Apollonios von Tyana (Philostratos 1983, S. 6,27). Als Apollonius und seine Begleiter in einem äthiopischen Dorf einkehrten, hörten sie aufgebrachte Frauen die Ergreifung eines Mannes fordern. Das Dorf war seit Monaten von einem Satyr heimgesucht worden, der die Frauen belästigt und sogar zwei der Frauen ermordet haben sollte. Apollonius verbannte den Satyr in eine Grotte. Horaz erwähnt in den Epoden (Horaz 2002, S. 5, 91f.) die Geschichte eines unglücklichen von Zauberinnen wegen eines Liebeszaubers ermordeten Knaben, der kurz vor seinem Ende den Fluch ausspricht, er werde nach seinem Tode als Albdämon wiederkehren und an den Zauberinnen schreckliche Rache nehmen. In dem drastisch geschilderten Albtraum bei Apuleius (Apuleius 1998; vgl. Scobie 1983; Domke 2007, S. 112-128; Carver 2007) sind es zwei Hexen, die dem unglücklichen Aristomenes im Schlafe erscheinen und ihn peinigen. Aristomenes erzählt, dass er zusammen mit seinem Freund Sokrates schlafen gegangen wäre. Dieser wäre sogleich eingeschlafen, er habe noch die Tür verriegelt und sein Bett vor dieselbe gestellt. Als er eingeschlafen war, sei die Tür plötzlich aufgesprungen und habe sein Bett umgeworfen, sodass er unter dem Bett zu liegen gekommen wäre. Zwei Hexen seien eingetreten und hätten seinen schlafenden Freund mit einem Schwert durchbohrt, ihm das Blut abgezapft und die Wunde mit einem Schwamm verschlossen und ihn mit ihrem Urin übergossen.

Einen Albtraum mit erotischem Charakter erzählt Herodot (Herodot 2004, IV S. 61-69). Als Damartos von seinem Gegner Letychides immerzu vorgeworfen worden war, dass er nicht der echte Sohn des Königs Ariston wäre, fragte dieser bei seiner Mutter nach. Sie erzählte ihm, dass in der dritten Nacht nach der Heirat eine Gestalt, die dem Ariston glich, bei ihr schlief und sich wieder entfernte. Als der echte Ariston kam, flog die ganze Sache auf und man nahm ein göttliches Wunder bzw. magische Kräfte als Ursache an ebenso wie z. B. bei der Geburt Alexanders des Großen, der Verwandlung des Uther Pendragon durch Merlin und e. um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen. 

Die antiken Ärzte betrachten das wesentliche Merkmal des Albtraums, das Gefühl des Druckes und des Erstickens nicht als Indiz für die Anwesenheit eines geisterhaften Wesens, sondern suchen nach rationalen Ursachen wie etwa üppiges Essen (Vgl. Oates 2003, S. 2005-225) und damit verbundenen Verdauungsstörungen. Auch von epidemisch auftretenden Albträumen haben wir Kenntnis. So beschäftigten sich die antiken Mediziner mit den besonders lebendigen (Alb)Träumen im sogenannten hypnagogischen Zustand, also vor der eigentlichen Schlafphase (Roscher 1900, S. 108-115).

Mittelalterliche Meinungen über den Alb 

Gervasius von Tilbury hatte 1218 in seinen Otia Imperialia (Gervasius von Tilbury 1856; zu Gervasius Maaz 1989, Sp. 1361) drei Meinungen über die mit den lamiae und den larvae verwandten Vorstellungen zusammengestellt: Nach der Humoralpathologie (Davies 2003, S. 181-203, bes. 182; Hufford 1982, S. 98 und 210) waren es krankhafte Phantasien, die aus bösen Säften entstünden und die daran Leidenden im Schlafe bedrückten oder – nach Augustins Meinung – böse Geister. Drittens hielt sie der Volksglaube für mit magischen Kräften begabte Menschen, Hexen und Hexenmeister. Letztere gehörten nicht zu den lamiae, diesem ursprünglich der griechischen Mythologie zugehörigen weiblichen Protovampir, der Blut saugte, das Herz verzehrte und Krankheit und Tod nach sich zog. Dieses geisterhafte Wesen war bereits im ersten vorchristlichen Jahrhundert als Kinderschreckgespenst belegt und der Name scheint später als Gattungsbegriff unter den verschiedene Schreckgestalten subsumiert worden zu sein. Die deutschen und lateinischen Texte des Mittelalters übertrugen den antiken Terminus auf einheimische Naturgeister. In den althochdeutschen und mittelhochdeutschen Glossen wird die Lamia mit holzmuova oder wildes wip aber auch Nachtfrau, Alb und Trud übersetzt, also dem späteren Hexenstereotyp bereits angenähert. Von 1100 ab ist die Lamie ein Synonym für Eule und in den theologisch-didaktischen Schriften eine Hexe. Nach Vincents von Beauvais Speculum naturale (Vincent von Beauvais 1964, S. 65 und 127) soll die biblische Lamia Pferdefüße haben, was auf eine Kontamination mit den Lamien des Alexanderromans (Lecouteux 1983) zurückgeht. Nach Thomas von Cantimpré (De natura rerum, 1973 IV, 56, S. 1-7; Liber de natura rerum, 1976, IV, 56, S. 1-7) ist die Lamia ein vierfüßiges nachtaktives Waldtier mit tödlichem Biss. Während der slâf-tiuvel eher mit der heutigen Konnotation pavor nocturnis also einem grauenerregenden Traum identisch ist, hat der Alb ein weitaus größeres und differenzierteres Bedeutungsfeld.

Den Zusammenhang zwischen unterdrückter Sexualität und dem Alb scheint die Herkunft vieler, detaillierter Berichte aus dem monastischen Bereich zu bestätigen. Im frühen 16. Jahrhundert vermutete Paracelsus (Werke 3, hg. v. Peuckert, 1976, S. 480), dass der Menstrualfluss Dämonen evoziere, weshalb auch die Frauenklöster Seminare für Albdrücken darstellten. In seiner Anatomy of Melancholy von 1621 erklärt Burton (2003, I,2. sect.), dass diese Symptome mit einer Heirat, also einer legitimierten Auslebungsmöglichkeit der Sexualität verschwänden.

Incubus 

Burchard von Worms gibt in seinem Decretum den Corrector (1020) eines unbekannten Verfassers wieder. Folgende Frage betrifft den Geschlechtsverkehr zwischen Menschen und Dämonen: „Hast du geglaubt, dass es Frauen gibt, genannt die Sylvani, (Mannhardt 1877 II, S. 127; Roscher 1900, S. 89f.) die in körperlicher Form erscheinen und wenn sie sich ihren Liebhabern zeigen wollen und wenn diese, wie man sagt Gefallen an ihnen gefunden haben und wenn sie sie verlassen wollen, verschwinden sie. Wenn du das glaubst, sollst du Buße tun für zehn Tage mit Brot und Wasser“ (Burkhard von Worms §152 nach Hansen 1963, S. 41).

Der Glaube an dämonische Liebhaber, das „Incubus-Dogma“, wie sie der Hexenforscher Kittredge (1929, S. 117) genannt hat, wurde erst um 1100 zu einem akzeptierten Glaubensinhalt, wiewohl schon Hildegard von Bingen auf die erotischen Züge des Albtraums zu sprechen kam (Hildegard von Bingen causae et curae 1903; Wittmer-Butsch 1990, S. 51f.). Die Theologen des Früh- und Hochmittelalters blieben skeptisch, sogar wenn sie mit ähnlichen Volkstraditionen konfrontiert wurden und behandelten die offenbar umlaufenden Geschichten als Hirngespinste. Da schon Augustinus in diesem Zusammenhang seine Zweifel angemeldet hatte, folgten sie mehr oder weniger seiner Meinung. Obwohl Gregor von Tours, Isidor und Hrabanus Maurus den Incubus in ihren Bibelkommentaren erwähnten, gab es keinerlei Auswirkungen auf die rechtliche Situation. Weder das römische noch das frühe germanische Recht verurteilten diejenigen, die angeblich mit Dämonen Geschlechtsverkehr übten. Entsprechende Machenschaften fielen deshalb auch vor dem 13. Jahrhundert nicht unter das crimen magiae. Die Vorstellung von einem sexuellen Angreifer war bis zum 11. Jahrhundert undeutlich, da die Theologen die betreffenden Geschichten als Träume abtaten und Incubi nicht als echte fleischliche Wesen ansahen. Dennoch sammelten die Kleriker die umlaufenden Incubus-Erzählungen: Einige berichteten sogar von Erfahrungen mit Opfern.

Nach 1100 faszinierten Theologen und Geschichtsschreiber solche Vorstellungen gleicherweise, die sie durch ihre Aufzeichnungen und Kommentare bewahrten und gleichzeitig erneuerten. Volkserzählungen über die nächtliche Bedrängung durch dämonische Wesen waren seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. als mythologische Interpretation von Genesis 6.1-6 in Umlauf, die man, obwohl man sie generell ablehnte, nicht vergaß (Hansen 1964, S. 19f.). Nach 1230 verband man die Begriffe Häresie und Zauberei und die Inquisition konzentrierte sich zunehmend auf magische Handlungen und dabei auf verbotene Sexualbeziehungen mit Incubi und später mit dem Teufel in rituellen Zeremonien.

Die Theologen des 13. Jahrhunderts interessierten sich für ähnliche Vorstellungen: Sowohl William von Auvergne (1180-1249), (De universo 2,3 c. 25 in: Opera omnia, 1963, S. 1070-73)Thomas von Cantimpré (ca. 1201-ca. 1271) (Bonum universale 1605, S. 541)und vor allem Caesarius von Heisterbach (ca. 1180-ca.124) (1991, 3. Buch, Kapitel 2, S. 110f.; Grudin, 1987; Kiessling 1977; Elliot 1997, S.1-24) haben viele dieser Geschichten aufgezeichnet. William konzentrierte sich auf die theoretische Seite und bemerkte, dass die Dämonen zwar unfähig zum Beischlaf, aber die Illusion davon erzeugen könnten. Geister und Dämonen galten als unfruchtbar: Sie brauchten männlichen Samen und deshalb gesellte sich ein Dämon in weiblicher Gestalt zu einem Mann, nahm dessen Samen auf, verwandelte sich in einen Mann und pflanzte einer Frau dann den Samen ein. Deshalb betrachtete William von Auvergne Merlin nicht als Teufelssohn, sondern als den Sohn eines Mannes. Thomas berichtete, dass freche Incubi die Frauen sogar bei der Beichte belästigten.

Waren bei den genannten Autoren die Beispiele noch sporadisch, überrascht Caesarius nicht nur mit seiner Fülle, sondern auch Vielfalt an Incubus-Erzählungen. Die Frage ob plötzliche Häufung eines Erzählmusters der Gelehrten- oder der Volkstradition geschuldet ist, hat die ältere Forschung fast immer linear zugunsten der Volksvorstellung beantwortet. Wegen der inflationären und auch unterschiedlichen Verwendung der oppositionellen Begriffe Volks- und Gelehrtenkultur nimmt man in rezenter allgemein Zuflucht zu einer weniger belasteten Nomenklatur. In der Mediävistik ist vor allem die Tendenz zu beobachten, Einflüsse der oralen Kultur bzw. Spiegelungen authentischer Erfahrungen, zugunsten des Erklärungsmusters der literarischen Tradition zu marginalisieren. Wiewohl es nicht möglich ist von narrativen oder lyrischen, also literarischen Kontexten direkt auf gängige Praxis zurück zu schließen und durchaus angenommen werden muss, dass literarische Texte spezifischen Stereotypen und Klischees folgen, muss man bei menschlichen Grunderfahrungen (abgesehen von der unterschiedlichen Einstellung der Autoren zur Tradition) mit einem wahrscheinlich höheren Rekurs auf authentische Erfahrungen rechnen (Blécourt 2003, S. 227-245).

Die maßgebliche theologische Meinung kam von Thomas von Aquin, doch hatten schon vor ihm Vincent von Beauvais (ca 1195-1264), Albertus Magnus (ca 1200-1280) und Bonaventura (1217-1274) dazu Stellung genommen. Die Erklärungen, wie die Dämonen es fertig brächten, den Samenraub zu inszenieren, nahmen immer phantastischere Formen an und alle großen Herrscher schienen einer solchen verruchten Verbindung zu entstammen: Romulus, Alexander, die Hunnen, alle Zyprioten, Merlin u. a (Wolfzettel 1984, S. 945-964; Brückner 1974, S. 282, 444f.).

Mahrtenehe 

Eine zweite Verbindungslinie des erotisch ambitionierten Dämons manifestiert sich in der Feentradition (Wolfzettel 1984, S. 945-964, hier 953f.) und hier insbesondere im sogenannten Mittagsgespenst, der Meridiana (Grau 1965) und anderen Lokaltraditionen.

Die Mahr erfuhr in vielen Regionen eine Kontamination mit dem Incubus, nur in wenigen Gebieten wie bspw. in Ungarn blieben die beiden Gestalten voneinander getrennt. Obwohl der Alb von den Betroffenen als quälend empfunden wurde, sind mit ihm zugleich erotische Vorstellungen verbunden, die entweder direkt mit dieser Angstlust zusammenhängen oder aber aus den Charakterzügen der Gestalt ableiten lassen, je nachdem ob es um ein menschliches Wesen, um einen Geist bzw. einen Dämon handelte. Die späteren Sagen sprechen von einem Quälen durch einen Alb des jeweils anderen Geschlechts. Eine unter mehreren Möglichkeiten mit dem gefangenen Alb zu verfahren, ist die Heirat. Dieses Motiv der Mahrtenehe (Röhrich 1999, S. 44-53) kommt nur in einem kleinen Teil der aufgezeichneten Sagen vor. Zugleich änderte sich der Charakter der Mahr weg von einem Druck- und Plagegeist hin zu einem begehrenswerten schönen Mädchen. Die schöne Verführerin stammte nicht wie der Alb aus der näheren Umgebung, sondern ähnlich der Fee aus weiter Ferne.

Eine Heirat des Albs mit einem Menschen geschieht nicht freiwillig. Die Albfrau wird vom ehemaligen Opfer eingesperrt und geheiratet. Meist kreist das Begehren der Albfrau aber nach einer gewissen Zeit der vorbildlichen Haushalts- und auch Mutteraktivitäten um die Flucht und sie entdeckt das Loch, durch das sie hereingekommen ist, um der Ehe zu entgehen. Dieser Erzähltyp ist oft mit der Suchwanderung des verlassenen Gatten bzw. der Gattin gekoppelt (Lecouteux 1980, S. 59-71). Mit dem Aufkommen des Hexenstereotyps nahm der Buhlteufel in männlicher Gestalt am Ausgang des Mittelalters diesen Platz ein und verdrängte frühere Vorstellungen innerhalb des Hexenparadigmas.

Druckgeister: Wesen und Gestalt 

Das Wortfeld Mahr weist einen Überhang an Bedeutung auf, die mit „Druck ausüben“ aber auch Tod und Krankheit zu tun haben: Mittelniederländische nacht merrie; niederdt. Moare; friesisch machtmerje fem. Idg.*mer „zerstossen“, „zerreiben“ nordisch merja zerdrücken; aber auch Idg.*mer zu lat. mors im litauischen maras bringt den Begriff in Zusammenhang mit der tödlichen Pest. Das laedeboc, von 950 bis 1000 datierend, erwähnt den mare ride als Krankheit, die ähnlich dem Hexenschuss von bösen Geistern stammte und die mit Knoblauch, Petunien usw. vertrieben werden konnten. Die Mahr verursachte vor allem Geisteskrankheiten, verwirrte die Sinne und löste Epilepsie aus.


Abb. 1:

Von Norddeutschland, den Niederlanden bis Ostpreußen hat sich die altdeutsche Bezeichnung Mahr mit der Nebenform Mahrt und ihren slawischen Entsprechungen Mora, polnisch Zmora erhalten und war oft weiblichen Geschlechts. In Süddeutschland und in der Schweiz kannte man sie als Schrättele oder Albdämon, im Unterschied zu Schrätel mit der Bedeutung Kobold. Aber auch der Kobold soll gelegentlich Albdruck erzeugt haben. Nicht nur in Bayern oder Österreich ist von der Drud, drutt trudd die Rede, sondern auch in Schwaben bis nach Mittelfranken. In Siebenbürgen unterschied man zwei Drückegeister: Das Schrattl drückte das Vieh, die Trud Menschen. In der Schweiz und in Vorarlberg hieß der Albdämon auch Dockeli, Toggeli oder Doggi (Cysat 1969, S. 599), vereinzelt im Fränkischen Trempe oder die Trampelnde aus mhd. Stempe oder die Stampfende, im elsässischen Letzekäpple (der das Mützchen verkehrt sitzt) und Letzel. Als Neubildung ist vor allem Druckerle oder Drück bzw. Drückmännchen, Nachtmännle oder Nachtfraueli zu erwähnen (Ranke 1987, S. 282-305, bes. 283f.).

Das Aussehen des Albs entsprach meist der in der Albtraumvision gesehenen Schreckgestalt. In menschlicher Gestalt erschien der Geist als schwarze Dame, weiße Frau, altes Weib mit langer Nase, großen Augen, eiskalten Händen, mit schwerem Klotz in den Armen und mit siebeneckigen Drudenfüßen, die auch Vogelfüßen ähneln konnten. Gelegentlich war der Alb der Geist eines Verstorbenen, man befreite sich von ihm, indem man für ihn Messen lesen lies, also die notwendigen aber verabsäumten Messrituale zelebrierte. Nach mittelalterlicher Auffassung entstand der Alb aus unzeitigen Kindern also Frühgeburten (Hansen 1900, S. 208). Erschien er als Tier waren – ebenso wie bei der Hexenverwandlung – die dem sakralen Bereich angehörigen Tiere ausgeschlossen.

Umgekehrt erschien das Drücken selbst als eine Art zwanghafter Besessenheitszustand. Wer drücken ging, tat dies nach der Vorstellung zwar nicht freiwillig, wurde aber auch nicht durch den Träumer gerufen, sondern drückte entweder aus Liebessehnsucht oder folgte einem krankhaften Drang, der schon seit der Geburt oder früher Kindheit auftrat. Das Schrattweisgehn wird als von der Mutter ererbter Zwang verstanden. Von sieben Knaben oder sieben Mädchen wurde eines ein Nachtmahr, war sich dessen aber nicht bewusst. Anderen Traditionen zufolge sollte ein Kind zum Alb geraten, das mit Zähnen zur Welt kam, außerdem Kinder, die am Sonntag, in der Gespensterstunde oder drei Tage vor St. Galli (16. Oktober) geboren wurden. Auch Kinder bei deren Geburt die Mutter in den Wehen den Teufel anrief etc. oder die von der Mutter noch einmal an die Brust gelegt, also zu unnatürlicher Sauglust (v)erzogen wurden, waren gefährdet. Der spätmittelalterliche Schriftsteller Michael Beheim macht bereits auf einen dementsprechenden ketzerischen Aberglauben aufmerksam: Es ist ein chezerlich geverd/ wer glaubet, das der albp auf erd/ von unczeitigen chinden wird/ der die weib tu petauben. Beheim gibt an, dass der Alb aus Früh- und Totgeburten entstehe (1968-72, Bd. II, S. 326-330, Verkehrte Weise Nr. 235).

Zeitpunkt des Alb-Angriffs ist im Allgemeinen die Nacht, im Traum. Die deutschen Quellen belegen, dass der Alb die noch wache Person durch Anhauchen oder einen Blick einschläferte. Die Unterscheidung zwischen den Halluzinationen vor dem Einschlafen und jenen vor dem Aufwachen Hypnagogie und Hypnopompos schlägt sich z. B. auch im ungarischen Volksglauben nieder. Gewährsleute berichten, dass der Druck vor dem Einschlafen fühlbar sei (Szendrey 1955). 

Der Alb drückte, ritt, saugte auch Tiere, besonders Pferde und flocht dabei ihre Mähnen zum Alb-Drutzopf, quälte Kühe, ritt aber auch auf Holzbalken, Bäumen und Büschen. Zwischen dem gedrückten Baum und dem Leben des Albs bestand in manchen Regionen ein sympathetischer Zusammenhang. Wurde der Baum gefällt, so musste der „albende“ Mensch sterben. Wenn ein albender Mensch oder eine Hexe in verwandelter Gestalt verletzt wurde waren diese „sympathetischen“ Wunden am nächsten Tag am menschlichen Körper, zu sehen (Tuczay 2002, S. 597-599). Wie die Hexe fuhr auch der Alb als rollendes Sieb im Wirbelwind, darum Drudenwind genannt. Wie die Hexe konnte der Alb mithilfe seines Belemnits oder Albschoß plötzlich auftretende Krankheiten verbreiten. Besonders psychische Störungen wurden auf den Alb zurückgeführt. Ein dummer, linkischer, schwachsinniger Mensch hieß etwa Alb bzw. Trottl, ein Schimpfwort, dessen Hintergrund im heutigen Sprachgebrauch verwischt ist.

Das Nachtgespenst Toggeli, das sich nach landläufiger Auffassung den Leuten in Form einer großen schwarzen Katze im Schlaf auf die Brust legte und das Atmen erschwerte, tat Cysat als „sonderbare aberglöübische imaginationes, fantasyen und meinungen» des gemeinen „pöffels““ (Pöbels) ab und charakterisierte das Phänomen als medizinisches Problem:

„Dis ist ein accidens und lybliche krankheit, [...] daß es den menschen gedunckt, es lege sich ettwas schwäres, mensch, thier oder anderes uff inne und trucke inne so hart, dass er vermeine, es inne erstrecken wölle.“ (Cysat 1969, S. 599; vgl. Liebenau 1899, S. 248-249). 

Offenbar spricht Cysat hier aus eigener Erfahrung, denn das beschwerende Gefühl eines „Toggeli“ habe er „selbst ouch ettwan an mir erfaren“ (Ruf 2003, S. 125f.). 

Volksmagische Schutzmittel gegen den Alb 

Unter den apotropäische Mittel gegen den Hexendruck und den Alb lassen sich präventive und reaktive Maßnahmen voneinander scheiden. Wie bei anderen magischen Vorstellungen bildeten die Schutzmaßnahmen ein vielschichtiges Konglomerat von sozialen Praktiken, Ritualen, Heil- und Hilfsmitteln sowie Segenssprüchen, die in ihrer vermuteten Wirkungsweise und ihren traditionellen Bedeutungen bisher nur ungenügend erklärt oder gar systematisch eingeordnet werden können.  

Zu den präventiven Maßnahmen zählten viele wenig spezifische Schutzmittel wie die Verwendung des Pentragramms, des Hexagramms, von Alltagsgeräten oder religiös geprägter bzw. geweihter Gegenstände. Ein auch in anderen Zusammenhängen häufiger erwähnter Brauch das Aufstellen eines umgekehrten Besens oder zwei sich kreuzender Besen. Mithilfe von besonders präparierten Kissen oder Wolfs- bzw. Eselspelze als Zudecken bzw. Schutzmitteln (Weihwasser, Brot, Mistel) im und um das Bett versuchte man den Besuch des Albs abzuwehren.  

Eng verzahnt waren solche Schutzmaßnahmen mit Ritualen der Vorbereitung zur Nachtruhe: Überliefert sind bspw. Mahrt- oder Trudensegen die beim Zubettgehen gesprochen wurden. Manche Personen gingen rückwärts schreitend ins Bett und legten sich auf den Bauch. Schuhe und Strümpfe wurden in einer bestimmten Art neben das Bett gestellt. Ebenso wenig sollte der Trud Macht entfalten können, wenn man den Körper auf die rechte Seite drehte. Auf die Brust konnten zusätzlich spitze Gegenstände gelegt werden, das Messer mit der Schneide nach oben.

Medizinische Erklärungsangebote klingen dagegen in präventiven Maßnahmen an, die sich auf die abendliche Speiseauswahl (Geräuchertes) und den Umgang mit den Speisen verbanden. Das man Speisen auf dem Tisch beließ bzw. gesondert Öl aufstellte, symbolisiert dagegen eher Opferungen für den Alb. 

Gelang es dem Alb dennoch ins Zimmer zu kommen, schleuderte man in Österreich auf den eindringenden Alb ein Kopfkissen, dann musste er die ganze Nacht darauf sitzen und sich in der Früh entfernen, ohne jemanden gedrückt zu haben. Speziell österreichisch ist ebenso, dass man – ähnlich dem Märchen vom Rumpelstilzchen– den Alb mit seinem Vornamen rief (Alpenburg 1861, S. 202).

Die deutschen Zipser in Rumänien wendeten gegen die Mahren dieselben apotropäischen Maßnahmen wie gegen die Hexen an, was darauf hindeutet, dass in ihrer Vorstellung die Grenzen zwischen Alb und Hexe bereits verschwimmen. Bei den schlesischen Wenden konnte man den Alb vertreiben, wenn man ihn nur an einer Stelle berührte, aber auch, wenn man an die Person dachte, der er innewohnte.  

Einen wichtigen Aspekt in den Erzählmotiven stellte das Fangen und Identifizieren des Albs dar. Die deutschen Belege sind hier eindeutig, gerade das, was der Alb verhindern will, nämlich Bewegung und Erheben der Stimme, vertreibt ihn auch. Man konnte den flüchtenden Alb für den nächsten Tag einladen und ihm etwas versprechen, damit zwang man ihn, am nächsten Tag in seiner wahren Gestalt zu erscheinen (Ranke 1987, S. 302).  

Deutschen Berichten zufolge (Vgl. Ranke 1987, S. 302) wurde der Alb durch jedwede Bewegung oder Aufschrei des Gedrückten vertrieben. Lud man den fliehenden Alb für den nächsten Tag ein und versprach ein Geschenk, so war er gezwungen am nächsten Tag in seiner wirklichen Gestalt zu erscheinen und blieb fortan aus. Wie bereits erwähnt, lies sich der Alb durch das Versperren seiner Eintrittsöffnung ergreifen. Zum Einfangen trug man am besten Handschuhe oder bestrich die Hände mit grüner Seife und band den Geist mit einem Strohseil, das man unter sich legte und ein Ende in der Hand anschließend fest hielt.  

Gelang es den Alb zu fangen, so verwandelte er sich in einen Strohhalm oder in eine Nadel, die man verbrannte bzw. verbog. Nach den Vorstellungen der sympathetischen Magie zeigten sich die Spuren dieses Gewaltaktes am anderen Tag am Körper des Drückers, weshalb dieser aus Furcht vor Entdeckung nicht mehr wiederkehrte. Nach tschechischer Vorstellung verstarb der Alb sogar an den Folgen dieses Martyriums. Der gefangene Alb konnte auf Bäume oder Tiere losgelassen werden, drückte er diese, war der Geplagte erlöst.  

Die schlesisch-deutschen Imaginationen empfahlen den Alb in seiner verwandelten Gestalt an ein Scheunentor zu nageln: Wo er sich dann am nächsten Morgen als altes Weib entpuppte, das am Bein festgenagelt, um Hilfe schrie. Breits die Drohung: „Wart ich nagle dich an!“ (Kühnau 1911), konnte einen Alb daher einschüchtern und vertreiben.

Das Reiten 

In Rüdigers von Munre Studentenabenteuer B oder Irregang und Girregar geht es um die nächtlichen Liebesabenteuer zweier Studenten, die auf ihrer Reise in einem bürgerlichen Haus einkehren. Zwei Aspekte der Mahr sind hier verzeichnet, der Ritt und das Übertragen des Wahnsinns.

trutt oder der Alb der die frauen reitt (Vgl. Schönbach 1900, S. 1-156, bes. 18 und 20).

Nur laz dich nicht berouben
Dîner wizze, nim ir war:
Dich hât geriten der Mar,
ein elbischens âs,
du solt daz übele getwâs
mit dem kriuze vertriben.
(Ausgabe von der Hagen 1850, S. 43-82 hier S. 60= v.44-49).

Hier ist der Aspekt des Reitens kombiniert mit Verwirrtsein, Wahnsinn wie beim Mittagsgespenst oder auch bei der Dianitis (Tschacher 1999, S. 225-276, bes. 237A. 37 u.38). 

Die Ähnlichkeit der Wörter und die Metapher vom „durch den Geist geritten werden“, suggeriert eine Beziehung zu wirklichen Mähren, also Pferden oder Stuten, und aus der Nachtmähre wurde ein Nachtmahr. Eine weitergehende Vorstellung verbindet dieses Geistreiten mit dem Reiten der Hexe auf wirklichen Pferden, die dann erschöpft zurückblieben.  

Mara/Mora, Alb und Hexe  

Pócs (Pócs 1999, S. 31-36; Lecouteux 1987, S. 1-24) hält die Mora für den bedeutendsten dämonischen Vorfahren der südosteuropäischen Hexe und auch Zentraleuropas. Untersuchungen zeigen, dass der Moradämon zudem ein Abkömmling der bösartigen Wiedergänger war. Ursprünglich ist dieser Incubus-Dämon schädigend für Mensch und Tier. In serbischen und kroatischen Erzählmotiven war die Mora die Seele einer lebenden Person, die diese in Trance oder im Traum aussandte und welche in Tiergestalt umherwanderte. Das Passional (1852, S. 395)des 13. Jahrhunderts verband die Trud mit den unholden, den Nachtfrauen: nu quam ein alde vrouwe, ein volgerinne der truten.

Die ungarischen Belege von der boszorkány eines Wortes mit türkischen Wurzeln bedeutet „Drücken“ „Hexendruck“ (Szendrey 1955, S. 129-169, hier 135). Der Zeitpunkt der Hexenbedrückung war allgemein die Nacht. In Darázs erschien der Drücker vor dem Einschlafen. Die ungarischen Hexen ritten in der St. Georgs-Nacht vom Gellértberg in Budapest auf Besen und Brotschiebern herunter und blieben bis zur Morgendämmerung auf der Brust der Menschen sitzen, dann sprangen sie wieder auf ihre Besen und kehrten zum Berg zurück. Der Bedrücker war nach landläufiger Meinung die Hexe, was die Prozessberichte belegen. Die bedrückten Personen sahen den Drücker deutlich vor sich (Szendrey ebd.).

Während die ungarische Hexe zum Drücken in eigener menschlicher Gestalt erschien und ihr Gesicht deshalb bedeckte, um sich vor Erkennen zu schützen, zeigt der Vergleich, dass Alb, Trud und Mora Geistwesen blieben, der Geist eines bösen Menschen, eines Verstorbenen, öfter aber die Seele eines lebenden Menschen, welche den Körper verließ, umherirrte und andere drückte. Inzwischen schlummerte der Körper des Albsenders und sollte der Körper in Abwesenheit der Seele bewegt werden, so stirbt er. Der Glauben an den drückenden Geist stand mit dem Seelenglauben in Zusammenhang. Zur Ausfahrt nahm die Seele die Gestalt eines Tieres an. Erst nach ihrer Rückkehr kam der „Albsender“ zur Besinnung und erwachte. Der Kolozsvárer Hexenprozess aus dem Jahre 1584 : 

Sie wurde zu einem Kranken gerufen, um ihn zu heilen, aber sie konnte nicht erweckt werden. Ihr Körper war zugegen, doch war in ihm keine Seele fühlbar. Man hat von einem Mädchen erfahren, dass sich eine Brummfliege aus ihrem Munde entfernte und erst nachdem dieselbe wieder in den Mund zurückging, begann sie zu sprechen und zu sich zu kommen. (Szendrey 1946, S. 34-46, hier S. 34).

Der ungarische Volksglaube imaginierte die Zweiteiligkeit der Seele, nämlich die Lebensseele und die Schattenseele, und dass sie sich im Traum, bei plötzlicher Gemütsbewegung – Zorn, Freude – oder bei einem Krankheitsfall vorübergehend, im Tode aber endgültig entfernt (Szendrey 1955, S. 34 und 162, Anm. 263).

Die Mora erschien nächtlich in Tierform, meist als Schmetterling oder Henne seltener als anderes Tier. In dieser Gestalt schlich es sich in die Häuser und drückte. Nach Pócs Auswertung der ungarischen Quellen entfloh die Seele aus dem schlafenden oder in Trance befindlichen Körper in Gestalt einer Wespe, Fliege oder Schmetterling. Dieses kleine Seelentier passte durch ein Schlüsselloch. Sobald das Tier seine Mission erfüllt hatte, verwandelte es sich in eine Henne oder eine Truthahn. Diese Mora wurde mit einer schwarzen Glückshaube geboren und hat zudem Succubus-Charakter, konnte also als weiblicher Sexualpartner fungieren. 

Die deutsch-österreichischen Vorstellungen schlossen Bosheitsakte aus, sprachen von Verhängnis oder Krankheit und ordneten den Albdruck für gewöhnlich nicht dem Hexenglauben zu. Anders in einem Tiroler Hexenprozess: Lucie Prunner wurde im Februar 1521 vorgeworfen eine Unholdin und Zauberin zu sein. Der Zeuge Christian Rederprecher berichtete, sie bei einem Besuch weggestoßen und als Unholdin beschimpft zu haben, da sie ihm des Nachts auf der Brust hocke und den Hals würge (Vgl. Rabanser 2006, S. 199). 

Blutsaugen und Vampirismus 

Während in den von Hufford untersuchten Albtraumerlebnissen der heutigen Zeit die sexuelle Komponente in den Hintergrund tritt, (Hufford 1982 passim) scheint die Angstlust für die unterschiedlichen Sagentraditionen zu Nachtalb und Mittagsdämon charakteristisch. Schon Laistner (1889, S. 47) hatte versucht, eine Reihe von Erlösungssagen auf den Albtraum zurückzuführen und vor allem auf die Kombination Wollust und Bedrohung aufmerksam gemacht, die die Kernhandlung all dieser Sagen bilden. Neben den körperlichen Qualen, die der Alb dem Betroffenen zufügte, scheinen sich diese mit wollüstigen Empfindungen zu verbinden (Lecouteux 2001, S. 90f.). Erkrankungen der Brustwarzen führte man auf die Vorstellung zurück, der Alb sauge die Brustwarzen der Männer und Kinder (leeb 1892, Nr. 115; Peter 1865-73, Bd. II, S. 24; Schönwerth 1857-59, Bd. I, S. 202, 211; Wuttke 256.) und die Milch der Frauen. Diese Vorstellung wurde so sehr für Realität genommen, dass eine im Verdacht des Kindsmordes stehende Magd, mit dem Hinweis, der Alb habe an ihren Brustwarzen gesaugt, weshalb sie Milch habe und nicht weil sie ihr unglückliches Kind ermordet habe, im 17. Jahrhundert von den polnischen Richtern freigesprochen worden sein soll (Vgl. Francisci 1708, S. 267).

Das Brustwarzensaugen scheint sich in der Vorstellung dem Blutsaugen anzunähern so spielt der Südtiroler Dichter Hans Vintler († 1419) in seinen pluomen der tugent auch darauf an:

Diu Trutt die ist ein altes wip und ge die Liute saugen bzw. andere Lesart so spricht auch manches weyb und Man,/Die Trut die sey ein altes weyb/ Vnd saug auch manchem an dem leyb. / Vnd etlich leüt die gelauben, / der albe mynne die leüte.(Vintler 1874: V. 7796-7799.).

Eine Generation später verknüpft Michael Beheim (1416-1474) in seinem Lied gegen den Aberglauben Albvorstellung und Frühgeburten mit einander: V 83 Es ist ein checzerlich geverd,/ wer glaubet, das der albp auf erd/ von unczeitigen chinden wird,/ der die weib tu petauben (Beheim 1968; Güting, 1977, S. 197-220).

Hier sind noch die Tätigkeitsbereiche klar geschieden. Der krummnasige Alb kriecht über den Schlafenden und befühlt ihn und kann ihn auch anblasen, die Mahr reitet und drückt und die Trud saugt und zupft am schlafenden Körper. Beheim hält den Alb für einen verwandelten Menschen, der gezwungen ist zu drücken. Auch hier wie ganz deutlich in späteren Sagen kommt die sexuelle Komponente zum Vorschein, die in den Erzählungen von der gestörten Mahrtenehe gestaltet wird. In Verbindung mit dem Incubus- und Succubus-Glauben vermutet man sogar, dass der Alb mit der von ihm heimgesuchten Frau Kinder zeugte, die als Früh- bzw. Missgeburten geboren wurden. Grimmelshausen und Prätorius führen noch die Bezeichnung „Albkind“ (Plaschewski 1935, S.23).

Während das Gelehrtenkonstrukt des Succubus-Incubus und dessen Rezeption aus der mündlichen Tradition verschwindet, blieb der in einen Menschen verwandelte Drückegeist in den Sagen erhalten. In den mittelalterlichen Quellen sind die Belege für den Albglauben eher rar. In den ältesten der im 13. bzw. 14. Jahrhundert datierenden Münchner Nachtsegen (Hg. v. Grienberger 1897, S. 335-363) sind Mahr, Alb und Trud noch deutlich differenziert, obwohl sie ähnliche Tätigkeiten zugeschrieben bekommen:

Alb vnde elbelin/ Ir sult nich lenger bliben hin/ albes svestir vnd vatir/ Ir sult zu varen obir den gatir/ albes mutir, trute vnd mar/Ir sult zu zu dem virsste varen/ Noc mich dy mare druche/ Noc mich dy trute zciche/ Noc mich dy mare rite/ Noch mich dy mare bescrite/ Alb mit diner crummen nasen/ Ich vorbithe dir aneblasen/ Ich vorbite dir alb ruche/ cruchen vnd anehucchen/ albes kinder, ir withelin/ Lazet uwer tastin nach mir sin (Grienberger 1897, S. 337f. und 352f.). 

An der wiege musz ein trottenfusz gemahlt sein, sonst kommt der schleuz und drückt oder saugt das Kind aus (Grimm: Deutsche Wörterbuch 1854-1960, VI 1455.) Noch in Gleichs Stück Der Fleischhauer von Ödenburg, heißt es „Oder eine Druth, die der Frau Baberl ihr Blut gezuzelt hat“ (Gleich 1840).

Aber der Alb drückt nicht nur, er saugte auch besonders an Kindern, sodass ihre Brüste anschwollen und Milch gaben, aber auch an Männern und Frauen besonders Wöchnerinnen. Auf slawischem Gebiet ähnelte er dem Vampir, indem er den Opfern das Blut aussaugte. Er biss es dazu in Arm und Beine. 

In den südslawischen Ländern näherte sich das Milchaussaugen dem Blutsaugen an, eine Tätigkeit, die den Hexen im ungarischen Bereich absolut fremd war, oder aber nur dort anzutreffen ist, wo die beiden Völkerschaften miteinander in kulturellem Austausch standen. Auch das Austauschen von Kindern (Wechselbalg) geschah im deutschen Kulturraum durch den Alb, bei den Ungarn z. B. durch die Hexen.  

Die ungarischen Palocen (Istvánffy, 1890, S. 297 zit. n. Szendrey) erzählen von der bibányos, die sich auf die Brust des Opfers setzt, es drückt und dessen Blut aussaugt. Nach Moszynski wurden Hexen bei den Ostslawen, Bulgaren und Südslawen des Blutsaugens verdächtigt und erschienen in der Gestalt von Vögeln und Käfern (Moszynski 1934 §517, 633-636).

Die ursprünglich mittelalterliche Koppelung des Albs an die Incubus- und Succubusvorstellung, vom 17. Jahrhundert an in den medizinischen Abhandlungen auf Albträume zurückgeführt, wurde folgerichtig in der Horrorliteratur auf die Vampire übertragen, die nun als Bräute oder Freier ihrer Opfer auftauchten (Müller1993, S. 113-117, hier 116.).

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Michael Beheim, Es ist ein chezerlich geverd/ wer glaubet, das der albp auf erd/ von unczeitigen chinden wird/ der die weib tu petauben. Beheim gibt an, dass der Alb aus Früh- und Totgeburten entstehe. Michael Beheim, Die Gedichte. Nach der Handschrift Cpg. 334 unter Heranziehung der Heidelberger Handschrift Cpg. 312 und der Münchener Handschrift Cgm. 291 sowie sämtlicher Teilhandschriften, (=Deutsche Texte des Mittelalters LX, LXIV, LXV) hg. v. Hans Gille und Ingeborg Spriewald, 3 Bde. Berlin 1968-72, Bd. II, S. 326-330, Verkehrte Weise Nr. 235.

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Empfohlene Zitierweise

Tuczay, Christa: Alb und Albtraum. Lexikon zur Geschichte der Hexenverfolgung, hrsg. v. Gudrun Gersmann, Katrin Moeller und Jürgen-Michael Schmidt, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/6973/

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Erstellt: 28.05.2009

Zuletzt geändert: 08.01.2010

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