A-M

Kontext (Hauptteil) 

 

In der mittelalterlichen Urkundenlehre wird der Hauptteil einer Urkunde, der den eigentlichen rechtlichen Inhalt wiedergibt, als Kontext bezeichnet. Ihm werden im allgemeinen (=> Arenga), => Promulgatio, => Narratio und => Dispositio zugerechnet. Eingebettet wird er vom Protokoll und => Eschatokoll, welche Formeln enthalten, die lediglich der Darstellung der => Beurkundung dienen. => Unterhändlerinstrumente der Frühen Neuzeit weichen jedoch von diesem Schema ab. (Arenga), Promulgatio und Narratio sind mit Textteilen des Eingangsprotokolls in der => Präambel zusammengefasst, und es bleibt für den sachlichen Kern der Urkunde lediglich die => Dispositio. 

Verfasser: Peter Seelmann 

 

Literatur: 

Frenz, Thomas, Urkundenlehre, in: HRG, Bd. 5, 1998, Sp. 584-591.  

Brandt, Ahasver von, Werkzeug des Historikers, 13. Aufl. Berlin 1993.  

Bittner, Ludwig, Die Lehren von den völkerrechtlichen Vertragsurkunden, Stuttgart – Leipzig – Berlin 1924.  



Erstellt: 27.07.2006

Zuletzt geändert: 23.08.2006