Friedensverträge der Vormoderne

  / historicum.net / Themen / Friedensverträge der Vormoderne

Europäische Friedensverträge der Vormoderne


Das Themenportal „Europäische Friedensverträge der Vormoderne – online“ entsteht im Rahmen des gleichnamigen DFG-geförderten Projekts, das unter der Leitung von Prof. Dr. Heinz Duchhardt am Mainzer Institut für Europäische Geschichte angesiedelt ist.

Friedensverträge, die man seit über 300 Jahren systematisch und umfassend nachweist, sind ein kulturelles Erbe Europas. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts wurden prachtvoll ausgestattete Editionen von Friedensverträgen publiziert. Archivare, Hofhistoriographen und Universitätsgelehrte wie z.B. Leibniz in Wolfenbüttel, Rymer in London, Léonard in Paris und DuMont in Wien sammelten und übersetzten Friedensverträge, um diese Momentaufnahmen der europäischen Geschichte für die Nachwelt zu sichern.

 

Ratifikation des Friedensvertrags von Andrusovo, 1667, I 20/30, RGADA,

Friedensverträge, die zwischen 1450 und 1789 geschlossen wurden, enthalten politische, völkerrechtliche, dynastische sowie auch ökonomische und geographische Daten und Informationen. Es werden Kriegshandlungen beendet, und es wird Frieden gesichert; es werden Bündnisse und Allianzen zwischen europäischen Souveränen vereinbart, Rechte und Herrschaftsbezirke fixiert, neu ausgehandelte Grenzverläufe festgeschrieben, Eheverträge vorbereitet. Angesichts dieser Fülle von politischen, ökonomischen, geographischen, sozialen und rechtlichen Nachrichten besaßen Friedensverträge einen hohen Stellenwert für die Ausbildung von Staatsbeamten und Diplomaten:

 „denn Frieden-Schlüße / Verträge und andere Tractaten zwischen den Souverains / seynd eigentlich die wahre Gesetze / welche die allgemeine Staats-Verfaßung umschreiben; und denjenigen / der ihren Innhalt sich wohl bekannt macht / zu einem gäntzlichen Ministre an einem großen Hof / oder wenigstens zu einem klugen Politico, machen“ („Ruhe des jeztlebenden Europa“, 1726).