Georg Snoilsky

Georg (Hansson von) Snoilsky 

 

(*ca. 1607? – †Regensburg 26.1.1672) 

Schwedischer Resident in Frankfurt. 

Unterzeichnete für Schweden die Rheinbundverträge vom 14. und 15. August 1658.

 


Georg Snoilsky, Kupferstich von
Matthias van Somer. HAB Wolfenbüttel

Wie viele Karrierediplomaten der schwedischen Großmachtzeit war Georg Snoilsky nicht schwedischer Herkunft; stattdessen entstammte er offenbar einer lutherischen Familie aus der Krain (heute in Slowenien). Zwei ihrer Angehörigen hatten in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Pfarrer und Lehrer in Österreich und Deutschland gewirkt; ein drittes Familienmitglied mit dem Namen Johann Snoilsky, vielleicht ein direkter Vorfahre Georgs, war 1610 vom ungarischen König für seine Verdienste im Krieg geadelt worden. Georg Snoilsky selbst wurde 1651 in den schwedischen Adelsstand erhoben; seine Nachkommen stellten in Schweden mehrere Diplomaten, Politiker und Militärangehörige.

 

Georg Snoilsky stand seit 1632 in schwedischen Diensten, zunächst als Kriegssekretär in den Feldkanzleien verschiedener schwedischer Heerführer in Deutschland, dann als Rat der schwedisch-pommerschen Regierung und seit 1644 als deutscher Feldsekretär am schwedischen Kriegskollegium. Am Ende des 30jährigen Krieges war Snoilsky schwedischer Repräsentant im elsässischen Benfeld. Nachdem er in der Delegation des schwedischen Thronfolgers Karl Gustav am Nürnberger Exekutionstag teilgenommen hatte, wurde er nach Frankfurt am Main entsandt, um dort die Eintreibung der Schweden zugesprochenen Satisfaktionsgelder zu überwachen.

1651 erhielt Snoilsky die Ernennung zum schwedischen Residenten beim Kur- und Oberrheinischen Kreistag – ein Mandat, das 1655 auf alle vier oberen Reichskreise (Kurrheinischer, Oberrheinischer, Fränkischer und Schwäbischer Reichskreis) erweitert wurde, außerdem repräsentierte er Schwedisch-Pommern auf dem 1655 eröffneten Reichsdeputationstag in Frankfurt. Daher lag es nahe, dass König Karl Gustav ihn auch zur Teilnahme an den Rheinbund-Verhandlungen bevollmächtigte, die seit dem Sommer 1657 in Frankfurt stattfanden. Dabei stand ihm der Diplomat Mattias Biörenklou zur Seite, der zeitgleich zur Wahrung schwedischer Interessen bei der bevorstehenden Kaiserwahl nach Frankfurt abgeordnet war. Trotzdem leistete Snoilsky die schwedischen Unterschriften auf den Rheinbundverträgen allein. Seit 1663 war Snoilsky schwedischer Vertreter am Reichstag in Regensburg. Diese Aufgabe behielt er bis zu seinem Tod, nachdem er noch 1669 zum schwedischen Hofrat ernannt worden war. 

Verfasser: Bengt Büttner 

 

Literatur: 

Andersson, Mattias / Skoglund, Lars-Olof: Snoilsky, in: Svenskt biografiskt lexikon, Bd. 32, Stockholm 2003-2006, S. 600-605.

Scandinavian Biographical Archive, B 302 (1991), Nr. 146-149. 

Droste, Heiko: Im Dienst der Krone (= Nordische Geschichte, Bd. 2), Berlin 2006, bes. S. 408 B 93.

 

Empfohlene Zitierweise

Bengt Büttner: Georg von Snoilsky. Aus: Der Erste Rheinbund (1658), in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5966/

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Erstellt: 24.07.2008

Zuletzt geändert: 14.08.2008