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Antoine de Gramont
(eigtl. Antoine III. Agénor de Gramont Toulongeon, 2. Duc de Gramont)
(*Chateau d'Hagetmau 1604 – †Bayonne 12.7.1678)
Parteigänger Richelieus und seit 1634 mit dessen Nichte verheiratet.
Unterzeichner des französischen Beitritts zum Rheinbund.
Obwohl diplomatisch unerfahren wurde er gemeinsam mit Hugo de Lionne 1657 zur Kaiserwahl nach Frankfurt geschickt. In Frankfurt sollte entweder ein französischer Wunschkandidat als Kaiser durchgesetzt oder zumindest für eine Wahlkapitulation gesorgt werden, die es dem Kaiser verbot, Frankreichs Feinde zu unterstützen.
Gramont und Lionne erreichten im August des Jahres 1657 Frankfurt, begannen mit Verhandlungen und versuchten vor allem mit hohen Bestechungsgeldern, die Kurfürsten auf ihre Seite zu ziehen. In der im Juli 1658 bei der Kaiserwahl schließlich beschworenen Kapitulation verpflichtete sich Kaiser Leopold I. in den Artikeln 4, 13 und 14 zu den von den französischen Diplomaten gewünschten Punkten. Wenige Tage später wurden die in der Kapitulation durchgesetzten Punkte nochmals im Ersten Rheinbund, dem Frankreich ein Tag nach seinem formellen Abschluss beitrat, festgeschrieben. Das Dokument vom 15. August trägt die Unterschriften der französischen Unterhändler vor denen der deutschen Bündnispartner. Gramont unterschrieb es wohl aufgrund seiner ranghöheren Stellung zu Lionne als erster.
Gramont wurde gegen seinen Willen wahrscheinlich wegen seinen reichen Erfahrungen in Deutschland nach Frankfurt geschickt. Er hielt von den Deutschen recht wenig, bei denen man, wie er in seinen Memoiren schrieb nichts erreiche außer durch „Prasserei, andauernde Festgelage und Freigebigkeit“ („à force de bombances, de festins continuels et de largesses.“ (Memoiren I/S. 437). Dementsprechend ließ er sich in seinen Memoiren bei der Beschreibung der Geschehnisse in Frankfurt, Höchst und Mainz detailliert über die Trinkgewohnheiten der beteiligten Fürsten und Unterhändler aus.
Verfasser: Andrea Weindl
Literatur:
Archives biographiques françaises, red. par Susan Bradley, London 1991.
Dictionnaire de Biographie Francaise, Paris 1982, S. 919.
Gramont, Antoine: Mémoires du maréchal de Gramont, Paris 1716, 2 Bände, einsehbar in http://gallica.bnf.fr.
Empfohlene Zitierweise
Andrea Weindl: Antoine de Gramont. Aus: Der Erste Rheinbund (1658), in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/5985/
Bitte setzen Sie beim Zitieren dieses Beitrags hinter der URL-Angabe in runden Klammern das Datum Ihres letzten Besuchs dieser Online-Adresse.
Erstellt: 30.07.2008
Zuletzt geändert: 14.08.2008





