Polycarp Heiland (Wolfenbüttel)

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Polycarp Heiland  

(auch Heyland) 

(*Leipzig 1.11.1614 – †Wolfenbüttel 19.3.1662) 

Braunschweig-Lüneburgischer Geheimer Kanzleirat. 

Unterzeichnete für Braunschweig-Lüneburg-Wolfenbüttel die Rheinbundverträge vom 14. und 15. August 1658.

 

Polycarp Heiland vertrat das welfische Gesamthaus Braunschweig-Lüneburg auf dem Reichsdeputationstag, der seit 1655 in Frankfurt am Main tagte. In seiner Frankfurter Wohnung wurde am 15. August 1658 der Rheinbund-Vertrag zwischen den deutschen Fürsten unterzeichnet, auch wenn die Unterhändlerexemplare auf den 14. August zurückdatiert sind.  

Geboren als Sohn eines Leipziger Juraprofessors, legte er bereits 1630 den philosophischen Bakkalaureat an der Universität seiner Heimatstadt ab und bezog 1632 die Universität Wittenberg, bevor er Sachsen wegen der Kriegsereignisse verließ und sich 1634 nach Holstein und Dänemark begab. Dort arbeitete er für mehrere Jahre als Erzieher bei adligen Familien, muss daneben aber auch juristische Studien betrieben haben, denn noch im Jahr seiner Rückkehr nach Leipzig erwarb er dort den juristischen Lizentiatengrad (1640); ein Jahr später wurde er zum Doktor iuris utriusque promoviert.

Nachdem er sich zunächst als Anwalt betätigt hatte, berief ihn Herzog August der Jüngere 1644 als Hofrat nach Wolfenbüttel, wo er in der Hierarchie bis zum Geheimen Hof- und Kanzleirat aufstieg. Als solchen entsandte ihn Herzog August 1649 zum Exekutionstag nach Nürnberg, und die dort gemachten Erfahrungen empfahlen ihn 1655 auch für den Frankfurter Reichsdeputationstag. Hier setzte er sich mit großem Eifer für einen Zusammenschluss der Hildesheimer Allianz von 1652 mit der Rheinischen Allianz von 1654/55 ein: Nachdem er im Mai 1656 als erster der braunschweigisch-lüneburgischen Unterhändler von der bevorstehenden Beitrittseinladung durch die Rheinischen Alliierten informiert worden war, teilte er im Oktober 1656 eigenmächtig bereits den gemeinsamen Antwortentwurf der drei welfischen Regierungen an Boineburg und die anderen Mainzer Räte mit, um den Gang der Verhandlungen zu beschleunigen.

Nach dem Abschluss der Rheinbund-Verträge 1658 verblieb Heiland weiter auf dem Reichsdeputationstag in Frankfurt, bis zu seiner Abberufung im Oktober 1661. 

Verfasser: Bengt Büttner 

 

Literatur: 

Roth, Fritz: Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische Zwecke, Bd. 6, Boppard 1970, S. 249 f. R 5397.

Joachim, Erich: Die Entwickelung des Rheinbundes vom Jahre 1658, Leipzig 1886, bes. S. 161 f., 173-175, 196.

Schnettger, Matthias: Der Reichsdeputationstag 1655-1663 (= Schriftenreihe der Vereinigung zur Erforschung der Neueren Geschichte e.V., Bd. 24), Münster 1996, bes. S. 58.

 

Empfohlene Zitierweise

Bengt Büttner: Polycarp Heiland. Aus: Der Erste Rheinbund (1658), in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/de/persistent/artikel/5992/

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Erstellt: 31.07.2008

Zuletzt geändert: 14.08.2008