Beitritte

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Beitritte zum Rheinbund 

 

Einige Fürsten waren, obwohl sie zum Teil schon frühzeitig an den Rheinbundverhandlungen partizipiert hatten, dennoch nicht von Beginn an der Allianz beteiligt. So wurden Münster und Trier zwar in den Vertragsdokumenten aufgeführt, unterzeichneten jedoch nicht und traten dem Bund erst später bei. Brandenburg hingegen war zwar ebenfalls an den Verhandlungen zum Rheinbund beteiligt. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Schweden und Pfalz-Neuburg konnte es allerdings zunächst nicht in das Bündnis integriert werden und trat erst sehr spät bei, nämlich nach dem Friedenschluss von Oliva und einer Erklärung des brandenburgischen Kurfürsten, Pfalz-Neuburg in diesen Frieden mit aufzunehmen. (Vgl. Schmidt-Rösler).

Es gab aber auch Souveräne, die, ohne zuvor in die Rheinbundverhandlungen involviert gewesen zu sein, dennoch recht bald beitraten Vor allem kleinere Fürstentümer wie Hessen-Darmstadt unter Georg II., dessen Tochter Elisabeth Amalie übrigens mit dem Herzog von Pfalz-Neuburg verheiratet war, oder der Fürst von Salm-Salm. Ihnen bot der Rheinbund Sicherheit. 

Im Folgenden eine Auflistung der Beitritte in chronologische Reihenfolge: 

Hessen–Darmstadt, 18.6.1659 in Frankfurt am Main (Nachweis: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt A 6, Nr. 7: Ratifikation Frankreichs, Fontainebleau 16.7.1659; Archives des Affaires étrangères im Folgenden: AAE Paris)

Salm-Salm, 25.6.1659 in Frankfurt am Main (Nachweis: AAE Paris)

Hohenlohe, 30.7.1659 in Frankfurt am Main (Nachweis: AAE Paris)

Waldeck-Pyrmont, 17.12.1659 in Frankfurt am Main (Nachweis: AAE Paris)

Württemberg, 4.2.1660 in Frankfurt am Main (Nachweis: Verlängerung des Rheinbundes vom 31.8.1660 und 25.1.1663; abweichend der Nachweis des AAE Paris, der auf den 7.2.1660 datiert ist.)

Münster, 31.8.1660 in Frankfurt am Main (Nachweis: die Erste Verlängerung des „Ersten Rheinbundes“ wurde vom münsterischen Unterhändler Matthias Korff genannt Schmising unterzeichnet; dagegen datiert AAE Paris den Beitritt auf den 6.10.1660; auch der „Frankfurter Rezess“ des Rheinbundes zum Beitritt des Fürstbischofs von Münster ist auf den 6.10.1660 datiert, Urkunde im Staatsarchiv Münster, Fürstentum Münster, Landesarchiv 480, Nr.33)

Pfalz-Zweibrücken, 5.3.1663 in Frankfurt am Main (Nachweis: AAE Paris; Laut Mentz, S. 97 und Jürgensmeier, S. 242-243 trat Pfalz Zweibrücken am 7.3. 1663 bei. Merkwürdigerweise geben beide den Beitritt des „Pfalzgrafen Friedrich Ludwig zu Limburg“, der mit dem Pfalzgrafen Friedrich Ludwig von Pfalz-Zweibrücken identisch sein müsste, mit dem 25. Juni 1660 an.)

Trier, 20.3.1662 in Frankfurt am Main (Nachweis: AAE Paris)

Brandenburg-Preussen, 18.11.1665 in Regensburg (Nachweis: AAE Paris; Mentz, S. 97)

Basel, laut Mentz, S. 97, 1. Juli 1664 (ebenso Jürgensmeier, S. 242-243, Moerner, S. 271 gibt hingegen den 16.5.1664 als Datum an)

Straßburg, laut Mentz, S. 97, 1665 (ebenso Jürgensmeier, S. 242-243)

Verfasser: Peter Seelmann 

 

Literatur: 

Moerner, Theodor: Kurbrandenburgs Staatsverträge von 1601 bis 1700, Berlin 1867.

Mentz, Georg: Johann Philipp von Schönborn, Kurfürst von Mainz, Bischof von Würzburg und Worms 1605-1673, 2 Teile, Jena 1896-1899.

Jürgensmeier, Friedhelm: Johann Philipp von Schönborn (1605-1673) und die römische Kurie. Ein Beitrag zur Kirchengeschichte des 17. Jahrhunderts (= Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 28), Mainz 1977.

Base Choiseul, Vertrags-Datenbank des Französischen Außenministeriums, URL: <http://basedoc.diplomatie.gouv.fr/Traites/Accords_Traites.php> (eingesehen am 20.3.2013)

Empfohlene Zitierweise

Peter Seelmann: Beitritte zum Rheinbund. Aus: Der Erste Rheinbund (1658), in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/6062/

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Erstellt: 13.08.2008

Zuletzt geändert: 20.03.2013