1940

Zeitleiste und Chronik - 1940 

 

- die Chronologie wird fortlaufend ergänzt -  

Hinweise auf Ergänzungen an die Redaktion

 

 

1940 

Januar 

Februar 

März 

April 

9.4. - Beginn der deutschen Operation "Weserübung" zur Eroberung von Dänemark und Norwegen. 


Abb. 1: 15./16.5.1940: Bombentreffer in Hagen vor dem "Haus der Kunst". Vier 'Hampdens' hatten über Hagen Sprengbomben abgeworfen. Bilanz des Angriffs: die ersten vier Todesopfer in der Stadt. [Historisches Centrum Hagen]


Abb. 2: Britischer Hampden-Bomber wird auf dem Flughafen Scampton mit Sprengbomben beladen, Sommer 1940. [Royal Air Force Museum, Hendon]

 

Mai 

10.5. - Deutscher Angriff auf Frankreich, Belgien und Holland.

14.5. - Ein deutscher Luftangriff auf das von deutschen Truppen belagerte Rotterdam fordert rund 900 Todesopfer in der Stadt.

15.5. - Kapitulation der niederländischen Armeeführung.

15./16.5. - Das Bomber Command eröffnet den strategischen Bombenkrieg gegen das Deutsche Reich mit dem Einsatz von 99 Maschinen, die Ziele in Westdeutschland bombardieren sollten. Bis zum Jahresende werden die Luftangriffe kontinuierlich fortgesetzt. Einzelne Maschinen und kleine Angriffsverbände fliegen beinahe täglich in das Reichsgebiet, um "militärische Ziele" zu bombardieren. Doch nur in Einzelfällen treffen die Bomben auch ihr vorbestimmtes Ziel. Ursache dafür sind Navigationsfehler und ungünstige Sichtbedingungen durch Wolken, Industriesmog und Scheinwerferlicht. [> Fotoserie]

28.5. - Kapitulation der belgischen Armeeführung.

Juni 

3.6. - In dem Unternehmen "Paula" setzt die Luftwaffe 640 Bomber und 460 Jagdflugzeuge ein, um Paris sowie militärische und industrielle Ziel im Umfeld der französichen Hauptstadt anzugreifen.

25.6. - Waffenstillstand in Frankreich.

Juli 

Durch deutsche Luftangriffe auf britische Städte verlieren im Juli mindestens 258 Zivilisten ihr Leben, weitere 321 werden schwer verletzt. 

16.7. - In der "Weisung Nr. 16" befiehlt Hitler die Vorbereitung einer Invasion Englands (Unternehmen "Seelöwe").

24.7. - Anweisung des britischen Air Staff für den Einsatz von phosphorhaltigen Brandplättchen gegen Waldgebiete in Deutschland: "When suitable weather conditions obtain, attacks may be resumed against forest areas in Germany. [...] Among the areas suggested in the attachment to those letters (24., 26.6.1940), it is felt that the Harz Mountains would profide a valuable focus for a concentrated attack both from the material and psychological standpoints. [...] there is a reasonable chance of a number of 'pellets' starting fires on the extensive stretches of heath land and similar ground [...], and thus adding to the demoralising and psychological effects of our operations". [zit. n. Webster/Frankland, Strategic Air Offensive, vol. IV, p.121: Air Vice-Marshal W.S. Douglas to Air Marshal Charles Portal]

August 

Durch deutsche Luftangriffe auf britische Städte verlieren im August  mindestens 1.075 Zivilisten ihr Leben.

12./13.8. - Im Tiefflug greifen acht zweimotorige Hampden-Bomber die wichtige Kanalbrücke des Dortmund-Ems-Kanals bei Ladbergen im Münsterland an. Die Zerstörung des Brückenbauwerks bewirkt eine mehrwöchige Störung des Schiffverkehrs. 

13.8. - Mit dem Unternehmen "Adlertag" eröffnet die Luftwaffe ihre verstärkten Angriffsoperationen gegen England, um die deutsche Invasion vorzubereiten. 

24.8. - Der Wehrmachtsführungsstab erneuert die "Bestimmungen zur Einschränkung von Kampfhandlungen" (25.1.1940). Demzufolge unterliegen Luftangriffe auf den Stadtbezirk von London und "Terrorangriffe" der vorherigen Genehmigung Hitlers.

25./26.8. - Nach einem irrtümlichen Bombenabwurf deutscher Maschinen auf London greift das Bomber Command mit 81 Flugzeugen erstmalig die Reichshauptstadt an. Ein zweiter Angriff in der folgenden Nacht fordert in Berlin zehn Tote. 

September 


Abb. 3


Abb. 4

Im September 1940 beginnt die Luftwaffe mit ihren schweren Bombenangriffen auf London und anderen britischen Städten. Bereits in diesem Monat verlieren mindestens 6.954 Zivilisten in England ihr Leben, weitere 10.615 werden schwer verletzt. [Imperial War Museum, London] 

 

5./6.9. - 65 deutsche Bomber unternehmen einen ersten Luftangriff auf Dockanlagen im Osten Londons. 

7./8.9. - Mit einem Luftangriff von 625 Maschinen nimmt die Luftwaffe die "Vergeltungsangriffe" gegen London und anderen britischen Großstädten auf. Das Bombardement fordert in der britischen Hauptstadt und in ihren Vororten den Tod von mindestens 448 Menschen. Die schweren Luftangriffe werden bis Mai 1941 fortgesetzt. 

15.9. - Nach schweren Verlusten fliegt die Luftwaffe fortan fast ausschließlich nur noch Nachtangriffe auf London und anderen britischen Städten.

17.9. - Die geplane Invasion der britischen Insel wird von Hitler auf unbestimmte Zeit. verschoben. Nach einem Bericht des britischen Premier Churchill im Unterhaus sind in der ersten Monatshälfte etwa 2000 Zivilisten bei deutschen Luftangrffen getötet worden. 

19.9. - Zwischen dem 6. und 19.9. haben Flugzeuge der deutschen Luftwaffe auf London insgesamt 5180 Tonnen Spreng- und 690 Tonnen Brandbomben abgeworfen. 

Oktober 

Durch deutsche Luftangriffe auf britische Städte verlieren im Oktober mindestens 6.334 Zivilisten ihr Leben, weitere 8.695 werden schwer verletzt. 

10.10. - Hitler ordnet ein "Luftschutz-Sofortprogramm" zum Bau von "bombensicheren" Bunkern in 50 ausgewählten deutschen Städten an. Das so genannte "LS-Führerprogramm" muß bereits Ende 1941 weitgehend eingestellt werden, da die Versorgung mit Rohstoffen und Arbeitskräften für militärische Bauten ("Atlantikwall", "Führerhauptquartiere", U-Bootbunker) Priorität gegenüber Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung erhält. 


Abb. 5: Bombentreffer in Hagen, Herbst 1940; im Hintergrund die Dolomitwerke. Obwohl britische Bomber seit Mai ständige Luftangriffe gegen Industrie- und Verkehranlagen fliegen, sind die Produktionsverluste und Sachschäden relativ gering. [Farbdia, W. Lehmacher; Historisches Centrum Hagen]

 

November 

Durch deutsche Luftangriffe auf britische Städte verlieren im November mindestens 4.588 Zivilisten ihr Leben, weitere 6.202 werden schwer verletzt.  

14./15.11. - In der Operation "Mondscheinsonate" greifen über 440 deutsche Maschinen die Industriestadt Coventry an. In der Stadt entstehen schwere Verwüstungen, über 550 Menschen werden getötet. 


Abb. 6


Abb. 7

Conventry, 15.11.1940: Strassenszenen nach dem deutschen Luftangriff
[Local Studies Library, Coventry, UK]

 

15./16.11. - Ein Luftangriff auf Hamburg bewirkt schwere Sachschäden im Hafenviertel und fordert 26 Todesopfer, die bisher höchste Zahl von Todesopfern nach einem britischen Bombardement. 

Dezember 

Durch deutsche Luftangriffe auf britische Städte verlieren im Dezember mindestens 3.793 Zivilisten ihr Leben, weitere 5.244 werden schwer verletzt. 

12./13.12. - In zwei Luftangriffen auf Sheffield am 12./13. und 15./16.12. werden mindestens 668 Menschen getötet und 512 weitere schwer verletzt. Etwa 75.000 Gebäude in der Stadt werden zerstört und beschädigt.

16./17.12. - Als "Vergeltung" für die Bombardierung von Coventry unternimmt das Bomber Command unter dem Decknamen "Abigail Rachel" mit über 140 Maschinen eine dreitägige Serie von Flächenangriffen auf Mannheim. In Mannheim werden rund 240 Gebäude zerstört und beschädigt sowie 34 Menschen getötet. Es handelt sich um den ersten Flächenangriff des Bomber Command gegen eine deutsche Stadt.

18.12. - Hitler zeichnet die "Weisung Nr. 21" (Unternehmen "Barbarossa") zur Vorbereitung eines Angriffs auf die Sowjetunion gegen.


Abb. 8: 29./30.12 - Durch einen Angriff von rund 130 Maschinen der Luftwaffe entstehen in London zahlreiche Großfeuer und Flächenbrände. Wieder finden Hunderte Einwohner den Tod. Infolge der schweren Luftangriffe in den Nächten zuvor kommt es zu Wassermangel, das Personal der Feuerwehren ist erschöpft. Inmitten der Brände und Rauchwolken ragt die St. Paul’s Cathedral hervor. [Imperial War Museum, London]

 

 

 



Erstellt: 20.02.2006

Zuletzt geändert: 20.02.2006