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Glossar T 

 

Taboriten 

Als Taboriten, benannt nach der Stadt Tabor, in der sie ihren Stützpunkt hatten, bezeichnet man die radikale Strömung der hussitischen Bewegung. Sie stellten sich immer wieder gegen die Verhandlungsversuche der gemäßigten Anhänger Jan Hus', unter anderem auch gegen die Vier Prager Artikel. Ihre eigenen Ansichten formulierten sie in den 76 Artikeln der „Confessio Taboritarum“. Die Anhänger der Taboriten rekrutierten sich hauptsächlich aus den Bauern und Handwerkern Böhmens und Mährens, da sie neben kirchlichen Forderungen auch für eine soziale Revolution eintraten, die jegliche soziale Hierarchie nivellieren sollte. Die Taboriten versuchten auch, ihre Ansichten gewaltsam in den Nachbarländern durchzusetzen, scheiterten aber weitestgehend. Mit der Schlacht von Lipany, in der sie von den Utraquisten vernichtend geschlagen worden waren, endete die taboritische Reformkirche. Thema: Reformation im Kontext,  Nachfolge Jan Hus' Hussitenkriege

Tiere (ikonograph.) 

Abgesehen von der Bedeutung einzelner Tiere, wird durch das T. als Archetypus die Tiefe des Unbewußten und des Instinkts symbolisiert, weiters – materielle oder geistige – kosmische Kräfte; T. rühren an die drei Ebenen des Alls: Hölle, Erde und Himmel. Der Bibel nach werden sie dem Menschen untergeordnet, der sie benennnt und somit den Herrschaftsanspruch dokumentiert. Vier Bestien (Flügellöwe, Bär, Greif, zehnhörnige Hydra) bezeichnen die vier Weltreiche Persien, Medien, Babylon, Rom. Wilde Tiere begegnen als Bildattribute von Heiligen (Blasisus, Sergej u. Mammet v. Cäsarea), zugleich als Zeichen des in den Heiligen bereits vorweg repräsentierten endgültigen Friedensreichs Gottes. Die (nicht immer nachweisbaren) Parall. in der Buchmalerei machen die Vielfalt v. Überlieferungssträngen deutlich; daraus ergibt sich die Erkenntnis eines hist. Prozesses v. mythischen zum symb. Denken, zur symb.-alleg. Deutung auf menschliche Tugenden u. Laster mal. Auslegung, in der Neuzeit zunehmend ein über Süden und Westen schließlich ganz Europa bestimmendes, krit. naturwiss. Verständnis. Thema: Reformation im Kontext, 3b Wallfahrt

Torgauer Bündnis

Kurfürst Johann von Sachsen und Landgraf Philipp von Hessen trafen am 8. November 1525 erste Absprachen, die dann zur Besiegelung des Gotha- Torgauer Bündnisses am 27. Februar 1526 führten. Der Vertrag verpflichtete zu gegenseitiger Hilfeleistung im Falle eines Angriffs auf ihre Territorien, zur Erhaltung des Evangeliums in ihren Ländern und den Ländern derer, die sich dem Vertrag noch anschließen werden. Der Gehorsam gegenüber dem Kaiser wurde betont. Mit dem Magdeburger Vertrag wurden noch weitere Territorien ins Bündnis aufgenommen. Das Bündnis von Torgau bündelte die Kräfte, die sich schließlich zum Schmalkaldischen Bund zusammenschließen sollten. Teilnehmer: Kf Johann von Sachsen, Hzg Philipp von Braunschweig-Grubenhagen, Hzge Ernst und Franz von Braunschweig- Lüneburg, Hzg Heinrich von Mecklenburg, Hzg Albrecht von Preußen, Ldgf Philipp von Hessen, Ft Wolfgang von Anhalt, Gf Albrecht von Mansfeld und. die Stadt Magdeburg. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 2b Konfessionelle Bündnisse und militärische Exekution

 



Erstellt: 13.06.2006

Zuletzt geändert: 12.06.2012

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