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Glossar N 

 

Norwegen, Königreich

Norwegen wurde im 9.Jh. von den Wikingern dominiert, die ein Königreich Norwegen etablierten. Im 10. und 11.Jh. wurde Norwegen christianisiert, teilweise mit Gewalt, ausgehend vom König, gegen den Willen der Fürsten. Das Christentum setzte sich aber in weiten Regionen durch. 1380 erfolgte die Zusammenlegung mit Dänemark und ab 1397 die Kalmarer Union, in der Norwegen eine Provinz von Dänemark bildete. Die Union bedeutete den Niedergang für das Land. Zusätzlich raffte im 14.Jh. die Pest rund 1/3 der Bevölkerung dahin. Als die Union 1523 auseinander fiel wurde Norwegen de facto zu einer Provinz von Dänemark. 1536 begann die Reformation. Norwegen wurde erst 1814 von Dänemark unabhängig. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4b Dänemark-Norwegen

Nürnberger Anstand

(Juli/August 1532) Die akute Bedrohung Wiens durch die Osmanen zwang den Kaiser in der Religionsfrage bis auf weiteres zum Einlenken und führte im Juli 1532 zum Nürnberger Anstand. Dieses Vertragswerk besteht aus drei Urkunden: einem von den kurfürstlichen Vermittlern Mainz und Pfalz formulierten Abschied (24.7.1532), der von den Protestanten einzeln bewilligt wurde; der kaiserlichen Ratifizierungsurkunde (2.8.1532), die den Protestanten nicht (auch nicht abschriftlich) bekannt gemacht werden durfte, und einem öffentlichen Landfriedensgebot (3.8.1532), das auch militärische Konflikte, die von ‚Glauben und Religion’ ihren Ausgangspunkt nehmen, unter das Landfriedensgebot stellte. Im Nürnberger Anstand setzte der Kaiser die Drohung des Augsburger Reichsabschieds von 1530 außer Kraft, Reformationsversuche als Landfriedensbruch zu verfolgen und versprach, die bereits laufenden Kammergerichtsprozesse gegen die evangelischen Reichsstände zu suspendieren. Im Gegenzug erhielt der Kaiser die Zusage der Evangelischen zur Türkenhilfe. Die Auslegung der Bestimmungen des Nürnberger Anstandes blieb in der Folgezeit nicht nur zwischen alt- und neugläubigen Ständen umstritten, sondern auch innerhalb des evangelischen Lagers. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 1d Reichstag und Reformation

Nürnberger Bund

Diese Vereinigung, die auch als erste katholische Liga bekannt ist, war ein Gegenbündnis zum Schmalkaldischen Bund. Er war auf elf Jahre befristet. Dieses Defensivbündnis erstreckte sich nur auf das Gebiet „der Lande deutscher Nation und Sprache“ und nicht auf die Niederlande. Der Bund sollte hauptsächlich dazu dienen, den konfessionellen Status quo, wie ihn die altgläubige Seite aus ihrer Auslegung des Nürnberger Anstandes ableitete, wiederherzustellen. Wie beim Schmalkaldischen Bund bestand auch beim NB der Bündniszweck in der gemeinsamen „Gegenwehr“, d.h., die Bündnisteilnehmer sagten sich verbindlich zu, zur Austragung der Interessengegensätze militärische Gewalt anzuwenden, wenn auch nur als ultima ratio des gemeinsamen Miteinanders. Der Kaiser verpflichtete sich, sich weiter um ein Konzil oder andere Lösungen für die religiösen Streitigkeiten zu kümmern. Außerdem sollten er und König Ferdinand im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung ein Viertel der Kosten übernehmen. Der Bund an sich war zwar wenig effektiv, stellte aber das erste wirkliche Gegengewicht zu den Protestanten dar. Unterzeichner des Vertrages: Ks Karl V., Kg Ferdinand, Hzge von Bayern, Herzöge von Braunschweig (Wolfenbüttel, Calenberg), Hzg von Sachsen; Erzbischöfe von Magdeburg, Mainz (Personalunion) und Salzburg, Bf von Halberstadt (Personalunion mit Magdeburg und Mainz). Dieser, von katholischer Seite gegründete, Bund fand in einer hauptsächlich protestantisch dominierten Geschichtsschreibung noch kaum die notwendige wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 2b Konfessionelle Bündnisse und militärische Exekution

 



Erstellt: 13.06.2006

Zuletzt geändert: 13.06.2006

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