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Glossar A 

 

Act of succession

Im Act of Succession mussten alle Untertanen den Eid auf den König als Kirchenoberhaupt ablegen. Einige weigerten sich und wurden deshalb hingerichtet (Thomas Morus, John Fischer, u.a.). Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4a England

Act of supremacy; Act of uniformity

Die Suprematsakte von 1559 stellte die Erneuerung der gleichnamigen Akte Heinrichs dar. Durch die Uniformitätsakte wurde das allgemeine Gebetbuch (Common Prayer) des Jahres 1552 wieder eingeführt. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 4a England

Alcibiades, Albrecht Markgraf

Mkgf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach, der bereits 1537 nicht namentlich im Vertrag erwähnt wurde, befand sich 1555 aufgrund seiner zerstörerischen kriegerischen Aktionen (1553/54 Markgräfler Krieg) in kaiserlicher Acht. Erst nach Aufhebung der Acht sollte er als Mitglied der Erbeinung zu betrachten sein. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 1f Kommunikationsräume des Hochadels: Erbeinungen

Annaten 

Die Gewohnheit, nach erfolgter Verleihung eines Benefiziums durch den Papst, ein Geschenk zu machen, hatte zur Entwicklung spezieller Abgaben, den Annaten, geführt. Diese sind seit Innozenz III. (1198-1216) bei der Ordination von Bischöfen und Äbten zu entrichten. Eine Ausweitung der Zahlungen auf die niederen Pfründen erfolgte Mitte des 13. Jahrhunderts, wobei sich die Höhe der im Laufe der Zeit obligat werdenden Beträge durch den Jahresertrag eines Beneficiums richtete. Ein enormes Ansteigen der umstrittenen Annaten erfolgte seit dem Avignoner Exil der Päpste (1309-1376). Auf dem Konstanzer Konzil (1414-1418) wurde die Entrichtung der Annaten bis zur Wiederherstellung der kirchlichen Einheit vorläufig aufgehoben. Der Kurie gelang es später, die Neuregelungen in Konkordaten mit den einzelnen Nationen zu ihren Gunsten abzuschließen. Thema: Reformation im Kontext, 1a1 Wiener Konkordat, 1a2 Pragmatische Sanktion von Bourges, 1a3 Konkordat von Bologna

Augsburger Interim

Auf dem Reichstag in Augsburg 1547/48 sah sich der Kaiser vor die Notwendigkeit gestellt, mit den Reichsständen über die Religionsfrage zu verhandeln, da das Konzil vom Papst von Trient (Reich) nach Bologna (Papststaat) verlegt worden war. Die nach kontroversen Verhandlungen erlassenen religionspolitischen Regelungen firmieren unter dem Begriff „Augsburger Interim“ (AI). Das Interim war als Zwischen-Religion gedacht, das Konzil von Trient sollte eine endgültige Lösung finden. Das AI regelte weniger Fragen der Glaubenslehre denn solche des praktischen Glaubensvollzuges. Die Problematik der Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse im Vorzeichen der Reformation und der künftige Umgang mit diesen Veränderungen wurde nicht thematisiert. Es gestand den protestantischen Ständen die Priesterehe und den Laienkelch zu. Das Interim galt nur für die Protestanten, diese jedoch protestierten sofort dagegen. Es konnte nur in süddeutschen evangelischen Territorien durchgesetzt werden. Kf Moritz von Sachsen ließ in Reaktion auf das AI von den Theologen der neu hinzu gewonnenen Landesuniversität Wittenberg ein eigenes Interim erarbeiten, das sog. Leipziger Interim. Im publizistischen Kampf Magdeburgs, des „Herrgotts Kanzlei“, bündelte sich die oppositionelle Haltung der Obrigkeiten, aber auch der Untertanen gegen das als kaiserliches Religionsoktrois wahrgenommene AI. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 2c Interim und Fürstenaufstand

Augustinus von Hippo  

(auch Augustinus von Thagaste, Augustin oder Aurelius Augustinus, geboren 354, gestorben 430, war einer der bedeutendsten christlichen Kirchenväter und Philosoph. Für Augustinus bildet der Glaube die Grundlage für Erkenntnis. Seine Philosophie enthält Elemente des Platon, jedoch im christlichen Sinn umgewandelt (wie z.B. die Zweiteilung der Wirklichkeit zwischen der höheren Welt des Seins, die nur dem Denken zugänglich ist, und der niederen Welt des Werdens, die den Sinnen zugänglich ist – für den Menschen bedeutet das die Einheit von Leib und Seele. In den Westkirchen wird Augustinus als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist der 28. August. Thema: Reformation im Kontext, 3b Wallfahrt

Ausnehmung

Ausnehmung meint, daß die gegenseitige Unterstützung der Verbündeten gegenüber dem Ausgenommenen nicht statthat. Thema: Reformation politikgeschichtlich, 1f Kommunikationsräume des Hochadels: Erbeinungen



Erstellt: 12.06.2006

Zuletzt geändert: 05.06.2012

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