I. Zeitschriften/Buchmarkt

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I. Der Zeitschriften- und Buchmarkt im Frankreich des 18. Jahrhunderts - von Claus von Wagner

Vorbemerkungen 

Wer sich mit den Medien des Ancien Régime beschäftigt, stößt auf ein unübersichtliches Durcheinander. Und auf große Lücken in der Forschung. Immer noch warten Hunderte von Büchern und Zeitschriften darauf, wissenschaftlich gewürdigt zu werden. Hunderte von Schriftstellern und Journalisten warten darauf, entdeckt zu werden. Viele Fragen sind noch lange nicht eindeutig geklärt. Was hat man im Frankreich des 18. Jahrhunderts überhaupt gelesen? Wie hat man gelesen? Wer konnte überhaupt lesen? Welche Schriftsteller waren wichtig? Und: Wer war überhaupt ein Schriftsteller? Hat der Roman etwas zur Aufklärung beitragen können? Haben sich die Ständeunterschiede auf die Rezeption von Literatur ausgewirkt? Welche Zeitschriften gab es? Wer hat sie gelesen? Gab es eine "Leserevolution"? Was hat es mit der "Bibliothèque bleue" auf sich?  

Fragen über Fragen. Dieses Angebot möchte zu einigen von ihnen ein paar Basisinformationen zur Verfügung stellen. Dazu sollen weiterführende Literaturhinweise am Ende jedes der folgenden Kapitel bei einer weiteren Bearbeitung des Themas hilfreich sein. 

 

1. Lesen und Leser im Ancien Régime 

Auch wer den Begriff "Lese-Revolution" für unpassend hält, wird zugestehen müssen, dass sich am Ende des Ancien Régime das Leseverhalten der Menschen in ganz Europa grundlegend änderte. Natürlich gab es dabei regionale und soziale Unterschiede, eines aber hatten die Entwicklungen in den verschiedenen Ländern gemeinsam: ein stetig wachsendes Publikum. 


Abb. 1

Die Veränderung des Leseverhaltens, die vor allem von Ländern wie Frankreich oder England ausging, wurde von der Wissenschaft auf die einfache Formel gebracht: "Weg vom intensiven, hin zum extensiven Lesen" [1]. Genauer ausgedrückt: Weg von der intensiven und lebenslangen Wiederholungslektüre eines kleinen Kanons immer wieder rezipierter Texte, wie zum Beispiel der Bibel, hin zu extensivem Lesen von immer wieder neuen - Abwechslung bringenden - Lesestoffen. Das schuf eine Nachfrage, die der stetig expandierende Buchmarkt zu befriedigen suchte.

Leser-Evolution 

Natürlich kam der Wechsel vom traditionellen Zugang zur Lektüre zum modernen Leseverhalten nicht schlagartig. Die extensive Lektürepraxis rückte im Gegensatz zum intensiven Lesen jedoch mehr und mehr in den Vordergrund. Das traditionelle Lesen galt immer mehr als veraltet. Einen bestimmten Zeit- oder Wendepunkt dafür gibt es jedoch nicht. Vielleicht lässt sich deshalb eher von der "Leser-Evolution" sprechen, als von der "Lese-Revolution". 

In Frankreich, welches Mitteleuropa wie so oft vorauseilte, lassen sich bereits seit Mitte des 18. Jahrhunderts Anzeichen einer Veränderung des Leseverhaltens finden. Deutsche Reisende berichten erstaunt über eine "Lesewut" in Paris. Vom Dachdecker bis zum Soldaten - jeder soll nach den Berichten ein Buch oder eine Zeitung in der Hand gehabt haben. 

Licht ins Dunkel 

Mit der Änderung des Leseverhaltens setzte ein interessanter und für die europäische Kulturgeschichte folgenreicher Prozess ein, der das Ende des Ancien Régime einläutete. Die Ursachen dieses Prozesses, seinen Verlauf und seine Folgen zu beschreiben oder gar den speziellen französischen Leser des 18. Jahrhunderts in der Vorstellung lebendig werden zu lassen, ist ein schwieriges Unterfangen. Die europäische Forschung steht - folgt man den Worten von Reinhard Wittmann - erst am Anfang ihrer Bemühungen, Licht in dieses Dunkel zu bringen [2].

Deshalb sind auch so einfach klingende Fragen wie: Was waren die Voraussetzungen für die Veränderungen des Leseverhaltens im Frankreich des 18. Jahrhunderts? und: wie wurde damals gelesen? nicht einfach zu beantworten. 

1.1 Voraussetzungen für das Lesen im Frankreich des 18. Jahrhunderts 

Eine Antwort auf die Frage nach den Voraussetzungen für eine Veränderung des Leseverhaltens kann nur zu kurz greifen - so vielfältig waren die Rahmenbedingungen, so vielschichtig der ökonomische, soziographische und kulturelle Wandel, der Frankreich genauso wie Europa im 18. Jahrhundert erfasste. 

Das Jahrhundert war geprägt von der Aufklärungsbewegung. Ganz Europa durchlebte einen Prozess der Verbürgerlichung von Gesellschaft, Kultur und Literatur. Neue Wertvorstellungen wurden entworfen, neue Weltbilder konzipiert. Es herrschte ein Streben nach Gleichheit und Bildung. Letztere diente der Abgrenzung vom Adel, vor allem aber dem sozialen Aufstieg. Vernunft, Humanität, Toleranz und Tugend sollten diesen Aufstieg begleiten. 

Eine neue Öffentlichkeit 

Diesen Bewusstseinwandel beschreibt Jürgen Habermas mit seiner These vom "Strukturwandel der Öffentlichkeit". Eine neue bürgerliche Identität erwuchs. Grundlage dafür war das Entstehen einer nichthöfischen Öffentlichkeit, die das Informationsmonopol der staatlichen Autoritäten zu durchbrechen suchte. Der geburtsständische Status galt als überholt, die individuelle Identität wurde in den Vordergrund gerückt, es kam zu einer wahren "Entfesselung der Subjektivität" [3]. Die neu geborenen Individuen versuchten ihre eingeschränkte Erfahrungswelt zu erweitern, dazu bedurfte es neuer Kommunikationsformen. Das gedruckte Wort war deren Hauptträger.

Das Lesen erhielt einen ganz neuen und veränderten Stellenwert im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die Lektüre wurde als "gewinnbringend" verstanden. Sie verbreiterte den moralischen und den geistigen Horizont - kurz gesagt: sie machte den Leser zu einem nützlicheren Mitglied der Gemeinschaft und verhalf ihm zu sozialem Aufstieg. Mit diesem Bewusstseinswandel war auch eine Veränderung der Rezeptionsweise verbunden. Eine andere Voraussetzung für das Lesen war neben der Alphabetisierung auch die Schulbildung. 

Veränderung der Rezeptionsweise 

Ein neues Leseerlebnis faszinierte die Franzosen im 18. Jahrhundert: der Eindruck von Authentizität - man hielt die fiktive Prosa für realistisch. Grund dafür war vor allem das Verschwinden des allwissenden Erzählers aus der Roman-Literatur. Stattdessen meldeten sich direkt an der Handlung beteiligte Personen zu Wort. Brief-Romane, wie etwa die Liebesgeschichte Julie ou La nouvelle Héloise von Jean-Jacques Rousseau, täuschten durch ihren realistisch gehaltenen Stil authentisches Geschehen vor.

Unmittelbare Teilnahme, Miterleben, Identifikation wurden so zu ausschlaggebenden Rezeptionsfaktoren. Die Gefühle, die Rousseaus Werk auslösten, reichten folgerichtig von Weinkrämpfen bis hin zu körperlichen Zusammenbrüchen. In Deutschland trat dieses Phänomen ein paar Jahre später im Gefolge von Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther auf.

Waren die französischen Romane bisher von Helden bevölkert gewesen, in ihrer Handlung in der antiken Welt angesiedelt und die Probleme aus staatsmännischer Ebene aus betrachtet worden, so begann man nun diese Distanz zum Leser aufzugeben. Vor allem Marivaux und Prévost gingen mit einer vertieft psychologischen Gestaltung ihrer Romane auf die neue Rezeptionsweise ein. 

1.2 Die Alphabetisierung Frankreichs 

Die Analphabetenrate im Ancien Régime war hoch. Genauere Angaben sind mit Argwohn zu betrachten, denn auf diesem Gebiet gibt es bis heute lediglich Schätzungen. Grundlage bilden Untersuchungen, die sich vornehmlich auf Heiratsurkunden stützen. Sie allein forderten von den Einwohnern Frankreichs quer durch das Land eine Probe ihres handschriftlichen Könnens. Anhand der Unterschrift wurden dann Schlüsse auf die Schreib- und Lesefähigkeit der untersuchten Personen gezogen [4].

Das ist nicht unproblematisch, denn: Besteht wirklich eine Verbindung zwischen Unterschrift und Lesefähigkeit? Viele Menschen aus den unteren Schichten der Bevölkerung hatten gelernt ihren Namen, quasi als Bild, auf das Papier zu malen. Mit Schreiben hatte dies jedoch nicht viel zu tun - geschweige denn mit Lesen. 

Schreib- und Lesefähigkeit 

Solchen und ähnlichen Fragen versuchte man zu begegnen, indem man von der Sicherheit des Striches Rückschlüsse auf die Schreib- und Lesefähigkeit zu ziehen versuchte [5]. Dabei wurden mehrere Abstufungen der Alphabetisierung und der Literarisierung vorgeschlagen. Aber auch hier lässt sich ein Einwand finden. Jemand, der aufgrund einer bescheidenen Schulbildung elementare Lese- und Schreibfähigkeiten besaß, muss diese nicht unbedingt in die Praxis umgesetzt haben. Auch heute noch gibt es in den "westlichen Industrieländern" viele Menschen, die trotz Schulbildung nie ein Buch gelesen haben.

Doch zurück ins 18. Jahrhundert. Insgesamt betrachtet, war in Frankreich der Analphabetismus bis spät ins 18. Jahrhundert hinein weit verbreitet. Was jedoch die Literarisierung angeht, erscheinen diese Grenzen aufgrund der oralen Verbreitung von Literatur nicht mehr ganz so undurchlässig [6]. Und: der Alphabetisierungsgrad stieg stetig an. Natürlich gab es dabei sowohl regionale als auch ständische und geschlechtliche Unterschiede.

Wachsende Alphabetisierung 

Waren es anfänglich vor allem Männer aus begüterten oder gebildeten Kreisen, so wuchs mit dem ausgehenden 18. Jahrhundert auch die Zahl von Frauen und Armen, die lesen und schreiben konnten. Am Ende des Ancien Régime konnte etwa ein Drittel der erwachsenen Franzosen lesen. In den Städten liegt der Anteil der Lesekundigen sogar bei etwa 75 %. In der Stadt war das gedruckte Wort Alltag: Plakate an den Häusern, Maueranschläge, Ausrufer und Marktschreier mit ihren Handzetteln und, nicht zu vergessen, die allgegenwärtigen Zeitungen. Dies darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass etwa zwei Drittel der Franzosen am Ende des Ancien Régime weder schriftlich noch mündlich je mit der französischen Sprache und Kultur in Kontakt gekommen sind. Das regelmäßig lesende Publikum war zahlenmäßig also eher klein. Doch wäre es ein Fehler, diesem nur eine minimale gesamtgesellschaftliche und kulturelle Rolle zuzuweisen. Denn dieser zunächst noch kleine Teil neuer Leser verursachte bald folgenreiche kulturelle und auch politische Kettenreaktionen. 

1.3 Bibliothèque bleue 

Die Bibliothèque bleue war eine Reihe von - vor allem bei den untersten Schichten beliebten - Volksbüchlein. Sie wurden in Massen von sogenannten Kolporteuren (Hausierern), die meist mit einem Bauchladen ausgestattet über die Lande zogen, vertrieben. Ein niedriger Verkaufspreis und eine stetig wachsende Leserschaft trugen zur ungeheuren Verbreitung dieser Bücher bei. Die Bibliothèque bleue zielte mit ihren Inhalten auf die Mitglieder der Unterschicht, die zumindest ansatzweise lesen gelernt hatten. Allen anderen wurde der Inhalt meist durch lautes Vorlesen vermittelt.

Der Art des Gebrauchs entsprach die Aufmachung der Bücher. Sie waren nicht allzu umfangreich, von kleinem Format, die Kapitel waren kurz. Dies kam einem Milieu mit wenig Freizeit entgegen, in dem Lesen schnell ermüdete. Obwohl auch einige Sammler sich dafür zu interessieren begannen, sind die meisten der schlecht verarbeiteten Bücher verlorengegangen. Die Bedeutung dieser Literatur, welche für mehr als zwei Jahrhunderte eine wichtige Stütze des Leseverhaltens der Unterschicht war, ist jedoch nicht zu unterschätzen. 

Die Bibliothèque bleue war für die damalige Zeit ein Massenphänomen. 1759 befanden sich im Inventar eines einzigen Buchdruckers in Rouen mehr als 5 Millionen Broschüren und kleine Werke. Die Ideen und Themen der Aufklärung fanden sich in den Werken jedoch fast gar nicht wieder. Dafür bediente sich ihrer die Kirche zum Zwecke der seelsorgerischen Arbeit. So waren etwa 30 bis 40 Prozent der Bibliothèque bleue religiöse Werke. Der Rest bestand vor allem aus populären Heldengeschichten und vielen Ratgebern für den täglichen Gebrauch.

Orale Verbreitung 


Abb. 2

Eine in den unteren Schichten verbreitete Form des Lesens war das sogenannte "wilde Lesen". Es wurde naiv, unreflektiert und zumeist laut betrieben. Bei der ländlichen Bevölkerung und auch bei einem großen Teil der städtischen Unterschichten stellte diese Art zu Lesen die alleinige Lektüreform dar. Die hohe körperliche Arbeitsbelastung ließ nicht mehr Zeit oder Motivation für ausführlichere Lektüre aufkommen.

Die Lektüre war demnach auch kein aufmerksames und buchstabengetreues Lesen, sondern eine "ungefähre" Lektüre, die ein paar Elemente der Geschichte assoziativ miteinander verband. Die dadurch erworbene Zuhörerkompetenz führte jedoch zu einer lange unterschätzten indirekten Literarisierung. Vorgelesen wurde zu Hause von den Familienvätern, auf dem Markt von Pfarren oder in den Gaststätten von umherziehenden Lehrern. 

1.4 Organisiertes Lesen 

Von großer Bedeutung, sowohl für das Lesen als auch für die Verbreitung aufklärerischen Gedankenguts war die zunehmende Tendenz der Menschen, sich "intellektuell zu organisieren". Immer mehr Gruppen von Gebildeten unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft begannen sich regelmäßig an bestimmten Orten zu versammeln. Dabei standen nicht Standes- oder Wirtschaftsinteressen im Vordergrund - man wollte vielmehr durch freie Diskussion und Austausch von Neuigkeiten gemeinsame philosophische Vorstellungen entwickeln. Durch diese geistigen Gesellschaften (sociétés de pensée), deren Merkmale die freie Diskussion und eine eigene Bibliothek darstellten, wurde ein neues gesellschaftliches Bewusstsein gefördert [7].

Salons 

Die Salons spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle, wenn auch der genaue Einfluss dieser Einrichtungen noch nicht gänzlich erforscht ist. Der "Salon des kleinen Mannes" waren die zahlreichen städtischen Cafes. Ihre Zahl nahm im Laufe des 18. Jahrhunderts von 300 im Jahre 1716 auf 1800 im Jahr 1788 zu. Auch die Zahl der Schenken auf dem Lande wuchs. Die Gelehrten versammelten sich dagegen in sogenannten Akademien. Diese Vereinigungen zur Pflege wissenschaftlichen Austausches waren oft elitär und in ihrer Wirkung in der Öffentlichkeit eingeschränkt. 


Abb. 3

Allerdings sprach man durch Preisausschreiben (Rousseau) auch ein größeres Publikum an und wirkte auf diese Weise an der öffentlichen Meinungsbildung mit. Intern waren die Akademien nicht nach Ständen organisiert, das Gemeinschaftshandeln stand im Vordergrund. Diese Modellversuche hatten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung Frankreichs [8].

Freimaurer 

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts begann sich zusätzlich eine neue Form der Gemeinschaft zu entwickeln, die Gesellschaften der Freimaurer. Solche, Logen genannte Zirkel, gab es in Frankreich etwa 700. Die Zahl der Mitglieder schwankte zwischen 20 und 60. Die Freimaurer traten für die freie Entfaltung der Persönlichkeit, für Hilfsbereitschaft, Brüderlichkeit und ein friedliches, sozial gerechtes Zusammenleben der Menschen ein. Sie propagierten also die Ideale der Aufklärung. Doch statt freier Diskussion herrschten hier Rituale vor, der Gruppenmythos wurde eher beschworen denn debattiert, und meist besaßen die Logen keine eigenen Bibliotheken - im Gegensatz zu den Salons und Akademien. 

Lesekabinette / Lesegesellschaften 


Abb. 4

Weniger fest organisiert, aber aufgrund dessen auch weiteren Teilen der Bevölkerung zugänglich, waren die sogenannten Lesekabinette und Lesegesellschaften. Sie entstanden zum Teil als Ersatz von Akademien und entwickelten sich teils aus Abonnentenkreisen von Zeitschriften oder im Zusammenhang mit den ersten öffentlichen Bibliotheken. In einer Zeit schnell voranschreitenden gesellschaftlichen Wandels boten die Gesellschaften ihren oft Hunderten von Mitgliedern Halt und Orientierung [9].

Gegen einen relativ geringen Betrag konnten auch kleinbürgerliche Mitglieder an den Aktivitäten teilhaben. Geboten wurde neben gemeinsamen Veranstaltungen wie Theaterbesuchen oder Banketts vor allem eine aktuelle Bibliothek mit Zeitschriften, Sachbüchern, philosophischen Werken aber auch - Pornografie. Der Besucher fand ein bis in die Nacht geöffnetes Lesezimmer ebenso vor wie einen Diskussionsraum. 

Aussagen über soziale Herkunft der Mitglieder, Lektürekanon und öffentliche Wirkung der Lesegesellschaften sind nur in Einzelfällen möglich - die Forschungen auf diesem Feld dauern noch an. Doch scheint sich schon jetzt heraus zu kristallisieren, dass diese Gesellschaften die Hauptträger des revolutionären Meinungsbildungsprozesses waren [4]: Man diskutierte die gesellschaftliche und politische Wirklichkeit der Zeit, verbreitete philosophische Ideen, baute Kommunikationsnetzwerke auf und unterstützte somit jenen Typ Mensch, der 1788/89 die Initiative ergriff. 

1.5 Weiterführende Literatur: 

Wittmann, Reinhard: Gibt es eine Leserevolution im Endes des 18. Jahrhunderts? In: Chartier, Roger; Cavallo, Guglielmo (Hg.): Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Franfurt / New York / Paris 1999, 421-454. 

Quéniart, Jean: Alphabetisierung und Leserverhalten der Unterschichten in Frankreich im 18. Jahrhundert. In: Gumbrecht, Hans Ulrich; Reichardt, Rolf; Schleich Thomas (Hg.): Sozialgeschichte der Aufklärung. Teil II: Medien. Wirkungen, Wien 1981, 113-138. 

Mass, Edgar: Der Romanleser im Ancien Régime Bemerkungen zur Forschungsmethodik. In: Berger, Günter (Hg.): Zur Geschichte von Buch und Leser im Frankreich des Ancien Régime. Beiträge zu einer empirischen Rezeptionsforschung, Rheinfelden 1986, 69-99.  

 

 

[1] Wittmann, Reinhard: Gibt es eine Leserevolution am Ende des 18. Jahrhunderts? In: Chartier, Roger; Cavallo, Guglielmo (Hg.): Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Franfurt / New York / Paris 1999, 422f.

[2] Wittmann: Die Welt des Lesens, 423.

[3] Wittmann, Reinhard: Gibt es eine Leserevolution am Ende des 18. Jahrhunderts? In: Chartier, Roger; Cavallo, Guglielmo (Hg.): Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Franfurt / New York / Paris 1999, 425.

[4] Vgl. Quéniart, Jean: Alphabetisierung und Leserverhalten der Unterschichten in Frankreich im 18. Jahrhundert. In: Gumbrecht, Hans Ulrich; Reichardt, Rolf; Schleich Thomas (Hg.): Sozialgeschichte der Aufklärung. Teil II: Medien. Wirkungen, Wien 1981, 113-138.

[5] Quéniart: Alphabetisierung. 116.

[6] Vgl. Jüttner, Siegfried: Aufklärer zwischen Salon und Nation. Zur Einschätzung von Buch und Lektüre im 18. Jahrhundert, 154. In: Hempel, Wido (Hg.): Französische Literatur im Zeitalter der Aufklärung. Gedächtnisschrift für Fritz Schalk, Frankfurt a. M. 1983, 152- 183.

[7] Vgl. Gumbrecht, Hans Ulrich; Reichardt, Rolf; Schleich Thomas: Für eine Sozialgeschichte der französischen Aufklärung, S. 21. In: Gumbrecht, Hans Ulrich; Reichardt, Rolf; Schleich Thomas (Hg.): Sozialgeschichte der Aufklärung. Teil I: Synthese und Theorie. Trägerschichten, Wien 1981, 3-51.

[8] Vgl. Gumbrecht, Reichardt, Schleich: Sozialgeschichte, 23.

[9] Vgl. Gumbrecht, Reichardt, Schleich: Sozialgeschichte, 23.

 

Empfohlene Zitierweise

Wagner, Claus von: 1. Lesen und Leser im Ancien Régime. Aus: Madame de Pompadour - Der Zeitschriften- und Buchmarkt im Frankreich des 18. Jahrhunderts, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/2898/

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Erstellt: 16.03.2006

Zuletzt geändert: 16.03.2006