Zeitleiste

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Zeitleiste

 

1492

Vertreibung der Juden aus Spanien, Zerstreuung in die Mittelmeerländer sowie die (spanischen) Niederlande 

1495

Ausweisung der Krakauer Juden und Niederlassung im benachbarten Kasimierz 

1495

Vertreibung der Juden aus dem Großfürstentum Litauen 

1496

Vertreibung der Juden aus Württemberg und Salzburg 

1497

Vertreibung der Juden aus Portugal 

1499

Vertreibung der Juden aus Ulm und Nürnberg 

1503

Erneute Niederlassung von Juden im Großfürstentum Litauen 

1509

Johannes Pfefferkorn, ein zum Christentum konvertierter Jude, erlangt von Kaiser Maximilian I. ein Mandat, wonach alle jüdischen Bücher an Pfefferkorn zur Prüfung auszuliefern seien 

1509

Josel ben Gerschom von Rosheim wird im Bereich der Unterlandvogtei Elsass durch die Gemeinden mit der Verwaltung und Vertretung jüdischer Angelegenheiten betraut 

1510

Vertreibung der Juden aus Brandenburg 

1512

Gründung einer hebräischen Druckerei in Prag 

1516

Gründung des Ghettos in Venedig 

1519

Vertreibung der Juden aus der freien Reichsstadt Regensburg, letzte dauerhafte Vertreibung einer bedeutenden Stadtgemeinde im Reich 

1525

Vertreibung der Juden aus dem Herzogtum Kleve 

1526

Josef Caro, Sohn von 1492 aus Spanien vertriebenen Juden, macht sich in Safed in Palästina ansässig und begründet damit eines der wichtigsten Zentren jüdischen Denkens seiner Zeit 

1528

Im Marktflecken Fürth wird Juden die Wiederansiedlung gewährt, es entsteht die seit dem 17. Jh. dominierende Großgemeinde in der Region Franken 

1530

Disputation auf dem Augsburger Reichstag zwischen Josel von Rosheim und dem Konvertiten Antonius Margaritha, bei der Josel die antijüdischen Anschuldigungen Margarithas widerlegen konnte und dieser aus Augsburg ausgewiesen wurde 

1530

Gescheiterter Versuch Josels von Rosheim, auf dem Augsburger Reichstag eine von jüdischer Seite erarbeitete Judenordnung verabschieden zu lassen 

1536

Ausweisung der Juden und Verbot von Aufenthalt und Durchzug im Kurfürsten- und Herzogtum Sachsen (die damaligen wettinisch-ernestinischen Territorien in Thüringen), damit faktisch Sperrung des wichtigen Königsweges (Frankfurt a.M. - Erfurt - Leipzig - Osteuropa) für jüdische Händler 

1539

Erlass der ersten Judenordnung in der Landgrafschaft Hessen; erneute Gestattung von Durchzug und Geleit durch das Kurfürstentum Sachsen auf Betreiben Josels von Rosheim 

1542

Vertreibung der Juden aus Böhmen 

1543

Veröffentlichung von drei judenfeindlichen Schriften Martin Luthers 

1543

Aufhebung von Durchzug und Geleit für Juden im Kurfürstentum Sachsen 

1543

Zulassung von Juden in der Mark Brandenburg 

1543

Vertreibung der Prager Juden 

1544

Speyrer Judenprivileg von Kaiser Karl V., worin den Juden umfassende Freiheiten und Sicherheiten gewährt werden 

1545

Wiederzulassung von Juden in Prag 

1546

Vertreibung der mittelalterlichen Gemeinde Braunschw= eigs als Maßnahme lutherischer Judenpolitik 

1548

Bestätigung des Speyrer Privilegs von 1544 durch Kaiser Karl V. 

1549

Unter König Sigmund II. August von Polen wird eine Kopfsteuer für die Juden in Polen und Litauen eingeführt 

1553

Verbrennung jüdischer Bücher in Rom auf Veranlassung von Papst Julius III. 

1554

Josel von Rosheim gestorben 

1558

Versuchte Vertreibung der Wormser Juden 

1559

Erneute Vertreibung der Prager Juden 

1562

Wiederzulassung von Juden in Prag 

1562

Ermordung des Friedberger Rabbiners Elasar Lipmann Mise'a durch den Christen Kunz Feisel, der auf Befehl von Kaiser Maximilian II. im selben Jahr vor dem Eingang in die Friedberger Judengasse enthauptet wird 

1564/65

Erstveröffentlichung des "Schulchan Aruch", Sammlung und Beschreibung religiöser Vorschriften und Gebräuche 

1565

Erneute Ansiedlung von Juden im französisch besetzten Metz, im Weiteren entsteht eine der bedeutendsten europäischen Gemeinden 

1566

Wörtliche Bestätigung des Speyrer Privilegs durch Kaiser Maximilian II. 

1571

Vertreibung der Juden aus Berlin 

1579

Erstveröffentlichung der aschkenasischen Kommentare und Anpassungen des Schulchan Aruch, "HaMappa", von Moses Isserles aus Krakau 

1585

Ausweisung von 19.000 Kaufleuten aus Antwerpen, unter ihnen eine Reihe von "maranos", zwangskonvertierten Juden aus Spanien und Portugal, von denen sich viele in Amsterdam ansiedelten und so den Ausgangspunkt für die bedeutende sefardische Gemeinde bildeten 

1590/91

Vertreibung der Juden aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und dem Fürstbistum Halberstadt 

1592

1. Kurkölnische Judenordnung 

1601

Wiederaufnahme der 1595 vertriebenen Juden in Hildesheim, eine der bedeutenden Gemeinden Norddeutschlands entsteht 

1603

Versammlung von Vertretern jüdischer Gemeinden aus dem Reich in Frankfurt a.M., wurde später den Juden als "Hochverrat" angelastet und führte zu Untersuchungen der Interna jüdischer Organisation durch kaiserliche Kommissionen 

1603

Einrichtung einer Judengasse in Hanau 

1603 ca.

Gründung der ersten sefardischen Gemeinde "Beit Ja'akov" in Amsterdam 

1606

Der Bischof von Halberstadt lässt wieder Juden in der Stadt zu, die Gemeinde gewinnt zentrale Bedeutung für den norddeutschen Raum 

1612

Der Hamburger Senat schließt einen "Contract" zur offiziellen Niederlassung in Hamburg mit den zum Judentum zurückgekehrten sefardischen Juden (Portugiesen); allgemeines Privileg für die aschkenasischen Juden in Altona 

1614

Frankfurter Fettmilch-Aufstand und zeitweilige Vertreibung der Juden aus der Stadt 

1615

Zeitweilige Vertreibung der Wormser Juden 

1616

Wiedereinführung der Wormser Juden in die Stadt durch Kurfürst Friedrich von der Pfalz 

1616

Feierliche Wiedereinführung der Frankfurter Juden in die Stadt durch Kaiser Matthias 

1617

Frankfurter Judenstättigkeit (städtische Judenordnung) 

1617

Auflösung der jüdischen Gemeinde Günzburg durch die vorderösterreichische Regierung 

1619

Die Regierungen der Provinzen Holland und Friesland erlauben den Städten, ihre jeweils eigene Politik gegenüber den Juden zu betreiben, die übrigen niederländischen Provinzen schließen sich dem bald an 

1622

Jacob Bassevi (von Treuenburg) errichtet mit Wallenstein und dem Prinzen von Lichtenstein ein Konsortium zur Pacht der böhmischen Münze und wird in diesem Zusammenhang als erster Jude außerhalb Italiens geadelt 

1624

Kaiser Ferdinand II. verweist die Wiener Juden in ein Ghetto 

1624

Bann gegen den sefardisch-jüdischen Religionsphilosophen Uriel da Costa 

1626

Menasse ben Israel gründet in Amsterdam eine hebräische Druckerei, in der in den darauf folgenden 30 Jahren ca. 80 Titel gedruckt werden; diese Druckerei setzt den Anfangspunkt für die hebräische Buchproduktion in Amsterdam, die bald für ganz Europa höchste Bedeutung erlangen sollte 

1635

Gründung einer aschkenasischen Gemeinde in Amsterdam 

1639

Vereinigung der vier sefardischen Gemeinden Amsterdams 

1648/49

"Chmelnicki-Aufstand" in Polen: dabei massive Pogrome an Juden durch die aufständischen Kosaken unter Bogdan Chmelnicki 

1649

Vertreibung der aschkenasischen ("hochdeutschen") Juden aus Hamburg, die bis dahin inoffiziell dort gelebt hatten 

1655/56

Auf Betreiben Menasse ben Israels wird in England Juden wieder die Niederlassung gestattet 

1660

Großzügige Konzession des Kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz, um jüdische Einwohner für Mannheim zu gewinnen, Grundlage einer großen und blühenden Gemeinde im 18. Jh. 

1665/66

Messianische Bewegung um Sabbatai Zwi und Nathan von Gasa, die neben dem nahöstlichen Raum auch in zahlreichen jüdischen Gemeinden in Europa Anhänger fand 

1670/71

Ausweisung der Juden aus Wien 

1670

Erstveröffentlichung des "Tractatus theologico-politicus" des jüdischen Philosophen Baruch Spinoza in Amsterdam 

1671

Aufnahme von 50 wohlhabenden jüdischen Exilantenfamilien aus Wien in Berlin unter günstigen ökonomischen Bedingungen, Neugründung der dortigen jüdischen Gemeinde 

1675

Beginn des Erscheinens der ersten jüdischen Zeitung Gazeta de Amsterdam

1675 ca.

Erneute Zulassung ausschließlich von Hofjuden und ihrem Anhang in Wien, Verbot der Gemeindegründung 

1678

An der Universität Frankfurt/Oder wird das Medizinstudium für Juden zugelassen 

1680

erste öffentliche Synagoge in Altona 

1699

Pogrom im Hochstift Bamberg 

1700

Durch konzertierte politische Interessenvertretung gelingt es einigen Hofjuden, den Druck des judenfeindlichen Buches "Entdecktes Judenthum" von Johann Andreas Eisenmenger vorläufig zu verhindern 

1704

Religionsgespräch am Hof zu Hannover, der jüdischen Seite wird attestiert, mit ihren Argumenten nicht unterlegen zu sein 

1707

Der Arzt Tobias Cohen veröffentlicht in Venedig seine frühaufklärerische hebräische Enzyklopädie "Ma'aseh Tuviyyah" 

1710

Legalisierung des Aufenthalts der aschkenasischen Juden in Hamburg durch eine Judenordnung; die Dreigemeinde Altona-Hamburg-Wandsbek zählt zu den bedeutendsten jüdischen Gemeinden im Reich 

1712 -14

Bau der ersten öffentlichen Synagoge in Berlin (Heidereutergasse) 

1730

Eröffnung der ersten öffentlichen Synagoge in New York 

1730

erstes Preußisches Generalprivileg mit erheblichen Einschränkungen, 1737 infolgedessen Ausweisung von knapp 400 Juden/jüdischen Familien 

1738

Hinrichtung des Hofjuden Josef Süß Oppenheimer mit großem publizistischen Nachhall; 1739 Ausweisung der Juden aus Württemberg 

1744/45

Ausweisungsverfügung gegen die Juden in Prag, Böhmen und Mähren; Vertreibung der Prager Juden, die böhmischen und mährischen können dank der erfolgreichen diplomatischen Intervention der einflussreichsten Juden Mitteleuropas bleiben 

1750

"Revidiertes General-Privilegium und Reglement" für die Juden im Königreich Preußen mit Einteilung in sechs Klassen und Solidarhaftung 

1750 - 53

Auseinandersetzung zwischen den Rabbinern Jakob Emden und Jonathan Eibeschütz wegen der angeblichen Zugehörigkeit des letzteren zur Sekte des "Messias" Sabbatai Zwi 

1755 ca.

Sekte des Jakob Frank (Frankisten) mit gewissen Parallelen zum Sabbatianismus in Polen 

1760

Israel ben Elieser, Ba'al Schem Tow (abgek. BeSchT), Begründer des osteuropäischen Chassidismus, gestorben

1767

Erstveröffentlichung des "Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele" von Moses Mendelssohn 

1778

Gründung der Freischule in Berlin, der ersten modernen jüdischen Schule 

1780

Abschaffung des Leibzolls in Preußen 

1781

Beginn des Erscheinens der deutschen Bibelübersetzung von Moses Mendelssohn 

1781

Veröffentlichung der Schrift des preußischen Kriegsrates Christian Wilhelm von Dohm "Über die bürgerliche Verbesserung der Juden" 

1782

Toleranzpatent des Kaisers Joseph II. für die Juden der habsburgischen Erblande 

1786

Tod Moses Mendelssohns 

1788

erste öffentliche Synagoge in Hamburg 

1791

Die französische Nationalversammlung beschließt die volle bürgerliche Gleichstellung der französischen Juden 

1791

Naturalisationspatent für Daniel Itzig und seine Nachkommen in Berlin 

1798 ff.

Wiederzulassung von Juden und Gemeindeneugründungen in einigen Reichs- und Bischofsstädten (z.B. Köln, Augsburg, Würzburg) 

1808

Uneingeschränkte bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichstellung der Juden im Königreich Westfalen, Errichtung des Jüdischen Konsistoriums in Kassel (bis 1813) 

1812

Preußisches Emanzipationsedikt 

 



Erstellt: 02.02.2006

Zuletzt geändert: 02.02.2006