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Sönke Lorenz / H. C. Erik Midelfort 

Hexen und Hexenprozesse 

Ein historischer Überblick 

 

„Wolt ihr bey mir auff dem wege zum Feur seyn, darin bin ich... zufrieden; aber sagt mir kein wort von zauberey, dan ich bin kein Zauberer. Die Richter und Scheffen wie auch der Commissarius haben bey mir gethan als Schelmen und Diebe: dan sie haben mich durch unerleidliche Pein und Marter gezwungen dinge zu sagen, welche ich niemahlen gedacht, ich geschweige zu thun, und haben mich gezwungen zu sagen, ich wäre ein Zauberer; aber Gott... ist mein Zeuge und mir ein festes Gewissen, daß ich nicht weiß, was zauberen ist.“  

Brief des Bierbrauers Stefan aus Niederbergheim an Pfarrer Michael Stappert  

 


Abb. 1

Die Kirche Christi unterlag von Beginn an enormen äußeren Einflüssen: Sie sah sich nicht nur Verfolgungen ausgesetzt, die ihre physische Vernichtung zum Ziel hatten, sondern sie wurde auch mit anderen Religionen und Kulten konfrontiert, die nicht ohne Einfluß auf ihre Glaubenslehre blieben. Im Verlauf der Christianisierung trafen die Missionare schließlich auch auf die Glaubensvorstellungen der keltischen, germanischen und slawischen Völker in West-, Mittel- und Osteuropa. Gemein war diesen Völkern der Glaube an einige Hauptgottheiten, begleitet von einer Vielzahl von Neben- und Lokalgöttern, an die sich wiederum eine kaum überschaubare Reihe von Kulten angliederte, die mit Quellen, Bäumen und Steinen in Verbindung standen (vgl. Behringer 1988). Diese Glaubensvorstellungen bleiben uns in aller Regel verborgen, da nur eine spärliche Überlieferung existiert, die außerdem fast immer durch ihren christlichen Standpunkt einer Diffamierung gleichkommt. So kennzeichnen beispielsweise die Aussagen christlicher Schriftsteller die Tendenz, den Volksglauben als Aberglauben aufzufassen und zu beschreiben. Die fremden Götter werden als Dämonen identifiziert, ihr Kult als Teufelsanbetung verrufen. Als die Kirche zur Staatskirche aufstieg und sich dann selber des Mittels der Glaubensverfolgung bediente, verschwanden die andersgläubigen Kulte und Religionen in Randzonen, wo sie im Verlauf der Zeit zumeist gänzlich ihres ursprünglichen Inhaltes entkleidet wurden. Sie degenerierten noch im Späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zu einer anscheinend außergewöhnlich reichen Vielfalt von sogenannten abergläubischen Vorstellungen und Praktiken, von denen auch die Kirche - in einer Art Rückkopplung - nicht unbeeinflußt blieb. Heidnische Gottheiten wie beispielsweise Wotan dürften spätestens seit dem Hohen Mittelalter ihre Bedeutung verloren haben. Aber Vorstellungen wie die von den nächtlichen Fahrten von Wotans Heer und der Nachtfahrt der "Unholden", der Frau Holle, der nachts Schüsseln mit Mahlzeiten auf den Tisch gestellt wurden, um sie günstig zu stimmen, überdauerten die Jahrhunderte.

Von Unglauben, Zauberei und Hexerei

Ein gemeinsames Glied in den Glaubensvorstellungen der Kelten, Germanen und Slawen (sowie in der Hochkultur der Römer) war die Überzeugung von der Kraft der Zauberei. Damit war für die Zeitgenossen auch die Möglichkeit selbstverständlich, mittels Zauberei Schaden an Mensch und Tier zu stiften. So enthält nicht nur das besonders über die Kodifikation Justinians in das Mittelalter hinübergelenkte Römische Recht Bestimmungen, die Schadenszauber mit schweren Strafen belegen, sondern dies gilt ebenso für fast alle Stammesrechte der Germanen. Und wie im Frühmittelalter so verfügten gleichermaßen die Rechtskodifikationen und Rechtsbücher des Spätmittelalters die Bestrafung von Zauberern. Der weitverbreitete und für die Rechtsentwicklung im spätmittelalterlichen Deutschland kaum zu unterschätzende "Sachsenspiegel" beispielsweise sieht für Schadenszauber die Todesstrafe vor, ausgeführt durch die Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen (Abb. 6). Unter kirchlichem Einfluß klassifiziert der Sachsenspiegel Zauberei überdies als "Unglauben", also als Abfall vom christlichen Glauben, und läßt damit bereits eine Tendenz durchscheinen, die schließlich das Delikt in einen kausalen Zusammenhang mit Apostasie und Häresie stellte. Wenn das Hamburger Stadtrecht von 1270 in Anlehnung an die obige Bestimmung des Sachsenspiegels die Präzisierung anfügt, man solle alle diejenigen als Zauberer verbrennen, die auf frischer Tat ertappt wurden, dann wird deutlich, daß es tatsächlich Menschen gegeben haben muß, die nicht nur an die Kraft von Schadenszauber // [S. 5] glaubten, sondern auch mithilfe von als "zauberisch" eingestufter Praktiken bereit waren, Schaden anzurichten (vgl. Lorenz).


Abb. 2

Als im Verlauf des Spätmittelalters in jenem historischen Prozeß, den man als "Rezeption der gelehrten Rechte" zu bezeichnen pflegt, das römische und kanonische Recht neben die heimischen Gewohnheitsrechte traten, wurde die Strafbarkeit von Schadenszauber zur allgemein verbindlichen und unwidersprochenen Maxime im Rechtsleben und in der Strafrechtspflege. Dementsprechend verfügte die "Peinliche Halsgerichtsordnung" Kaiser Karls V. von 1530 und 1532 in ihrem 109. Artikel "Straff der zauberey" unter anderem, "so jemandt den leuten durch zauberey schaden oder nachtheyl zufügt, soll man straffen vom leben zum todt, vnnd man soll solche straff mit dem fewer thun". So war der Gesellschaft des Mittelalters schon früh der Glaube gemein, daß es Zauberei gibt und mit ihrer Hilfe auch Schaden verübt werden kann. Diese Auffassung war nicht nur Bestandteil der Volkskultur, sondern wurde auch von den Gelehrten geteilt. Es waren vornehmlich die theologischen Autoritäten der Scholastik, die dieser Vorstellung eine besondere Richtung gaben, nach der der Schadenszauber, das Maleficium, nur mittels eines Paktes mit dem Teufel praktiziert werden konnte. Diese wissenschaftliche Lehrmeinung brachte Zauberei grundsätzlich mit dem Teufelspakt in Zusammenhang. So mußte der von der Kirche konstatierte apostatische Charakter von Zauberei die Betroffenen stets auch in die Nähe von Ketzern rücken bzw. - im Verlauf der Ketzerverfolgungen - die Häretiker als Zauberer verdächtigen.

Diese Affinität von Zauberei und Häresie wurde noch verstärkt durch den Kampf der sich im frühen 13. Jh. formenden Inquisition besonders gegen die Katharer und deren Lehren über das Walten eines bösen Prinzips in der Welt als einer selbständig neben Gott bestehenden Grundkraft. Gerade den Katharern, die durch die Verfolgungen gezwungen waren, ihre Zusammenkünfte heimlich und in der Dunkelheit der Nacht stattfinden zu lassen, wurde bereits im 11. Jh. unterstellt, daß sie auf ihren als Sabbat denunzierten Versammlungen Christus verleugneten und sich in Gegenwart des Teufels allgemeiner Unzucht hingaben. Diese Vorwürfe wurden später auch auf andere häretische Bewegungen übertragen und im 13. Jh. von der Inquisition übernommen. Es lag nahe, die Vorstellungen vom Sabbat und den damit verbundenen Orgien auch auf die Zauberer, die ja ohnehin mit dem Teufel paktierten, zu übertragen, wie es Joseph Hansen in seiner noch immer grundlegenden Untersuchung über die Genese des Hexereibegriffs einmal formuliert hat. Aber auch die Vorstellung vom Flug des Menschen durch die Lüfte entstand zuerst in der Auseinandersetzung der Kirche mit den Katharern aus der Frage, in welcher Weise der Weg vom Sabbat, wenn er weit vom Wohnort stattfand, zurückgelegt worden sein konnte. Und gerade diese Vorstellung verbindet sich schließlich mit ihrem im Volksglauben wurzelnden, aber durch die Kirche bis ins 15. Jh. abgelehnten entsprechenden Gegenstück von den nachts durch die Lüfte umherschweifenden Menschen, den Hexen (vgl. hierzu ausführlich den Beitrag von J. Freimann, S. 19ff. i.d.H. und die dieser Ausgabe von Praxis Geschichte beiliegende Folie "Der Hexenflug").


Abb. 3

Im ausgehenden 14. Jh. werden auch die ersten Spuren einer Vorstellung von großer Tragweite sichtbar, die die Zauberer nicht wie in älterer Zeit als isolierte Personen, sondern als nach Ketzerart in einem sektenmäßigen Zusammenhang untereinander stehende Gruppen betrachtet. Hansen hat zu Recht die besondere Bedeutung der Alpenregion für die Entwicklung und Ausformung des neuen Sammelbegriffs der Hexerei betont, wo während des ganzen 14. Jhs. von der Inquisition Ketzerprozesse geführt wurden. Im Verlauf der Verfolgungen kam es auch zu Zaubereiprozessen. // [S. 6] Während der Waldenserverfolgung in Savoyen in den Jahren 1387 und 1388 wurde der Ketzersabbat in einer Form ermittelt, die in ihrer grotesken Ausstattung alle älteren Vorstellungen übertraf. Hier fand einbis zweimal im Monat die Synagoga Satanae statt unter Vorsitz des Teufels, der vielen Anhängern der Sekte als der in dieser Welt Gott überlegene Gegner galt, hier wurde der christliche Glaube verhöhnt sowie Unzucht geübt. Nachweislich seit etwa 1440 hat die einsetzende und durch das Konzil von Basel geforderte Hexereidiskussion begonnen, die Ketzer- und Zaubereiprozesse in der Schweiz zu überlagern, umzuformen und sie Zug um Zug in Hexenprozesse zu verwandeln. Man kann sie als Ketzer- und Zaubereiprozesse an der Schwelle zum Hexenprozeß definieren (vgl. Blauert).

Der Hexenbegriff

Das "neue" Delikt der Hexerei umfaßte - bei, allen Unterschieden - in der Konzeption, wie sie die Vorstellungswelt der Frühen Neuzeit beeinflussen oder prägen sollte, fünf Hauptelemente:  

  1. Teufelspakt,  

  2. Teufelsbuhlschaft,  

  3. Flug durch die Luft (Hexenflug) zum  

  4. Hexensabbat, auf dem Gott abgeschworen und der Teufel angebetet wurde,  

  5. Schadenszauber.  

 

An diese fünf Hauptelemente des neuen Sammelbegriffs lagerten sich zahlreiche weitere Vorstellungen an: Werwolfglaube, Tierverwandlungen, Monstergeburten als "Wechselbälger", Wettermacherei etc. Ein großer Teil dieser Vorstellungen findet bereits einen literarischen Niederschlag im Malleus maleficarum, dem sogenannten "Hexenhammer", der 1487 zum ersten Mal in den Druck ging, um bis 1520 noch dreizehn und zwischen 1574 und 1669 weitere sechzehn Auflagen zu erfahren.

,,Alles geschieht aus fleischlicher Begierde, die bei ihnen unersättlich ist.. Darum haben sie auch mit den Dämonen zu schaffen, um ihre Begierden zu stillen... Es [ist] kein Wunder, wenn von der Ketzerei der Hexer mehr Weiber als Männer besudelt werden. Daher ist auch folgerichtig die Ketzerei nicht zu nennen die der Hexer, sondern der Hexen.“  

Jacob Sprenger und Heinrich Institoris, Der Hexenhammer (1487)

 

Der Malleus gehört einem durch die theologisch-kanonistische Schule entwickelten Literaturzweig an, der in einer ganzen Reihe von Traktaten die noch verbliebenen Zweifel an dem neuen Sammelbegriff, insbesondere an der Existenz der neuen Hexensekte zu zerstreuen und die Realität des von der Inquisition entwickelten Begriffs darzulegen sucht. Die Träger dieser Literatur, die um das Jahr 1450 einsetzt und ihren Abschluß gegen 1540 erreicht, sind zumeist - wie ihre deutschen Kollegen Heinrich Institoris und Jacob Sprenger - Inquisitoren oder sonstige Angehörige des Predigerordens. Der Malleus verbleibt im allgemeinen auf der bereits von seinen Vorgängern festgelegten Linie und übernimmt das System der neuen Hexensekte, wie es durch Scholastik und Inquisition fest ausgebildet vorlag. Lediglich in bezug auf die angebliche Verwandlung von Menschen in Tiere gehen seine Verfasser einen Schritt über ihre Vorgänger hinaus. Offensichtlich in Weiterführung der älteren Anschauung, die den Frauen seit jeher eine starke Affinität zur Zauberei unterstellt, erfolgt im Malleus eine Zuspitzung der Hexenprozesse auf das weibliche Geschlecht; dessen angebliche Neigung zu sexuellen Ausschweifungen wird zum Ausgangspunkt der Erörterungen von Institoris und Sprenger (Abb. 4).


Abb. 4


Abb. 5

Eine solche Frauenfeindlichkeit finden wir in dieser ausgeprägten Form bei keinem ihrer literarischen Vorgänger, hatte doch gerade die Inquisition in Analogie zu den von ihr geführten Ketzerprozessen festgestellt, daß sich die Zauberer aus beiden Geschlechtern rekrutieren. Und noch in einer weiteren, entscheidenden Richtung befinden sich die Verfasser des Malleus in keiner Übereinstimmung mit der Inquisition: in ihrer Tendenz, die Hexerei // [S. 7] weniger als ein häretisches Vergehen zu betrachten, sondern sie vielmehr unter die von den weltlichen Gerichten zu ahndenden Delikte einzureihen. Ihre Ausführungen bedeuteten einen völligen Bruch mit der bisherigen Entwicklung, die vordem zu einer stetigen Kompetenzerweiterung der geistlichen Gerichte geführt hatte. Sie fanden bei Inquisitoren und Theologen Widerstand und Ablehnung, die in Kreisen der Inquisition auch in der Folgezeit die Oberhand behielten. Wie Sprenger und Institoris selbst gestehen, ist es ihr eigentliches Bestreben, den weltlichen Arm in erster Linie mit dem Hexenprozeß zu beschäftigen, die geistliche Jurisdiktion dagegen von diesem zu befreien. Ihr Werk dient der Aufklärung der weltlichen Richter über die ganze Schwere der mit dem neuen Sammelbegriff verbundenen Verbrechen und soll sie zur selbständigen Aufspürung und Bestrafung veranlassen. Aus dieser Tendenz ergibt sich auch ihre Bezeichnung "maleficae" für Hexen - war doch für den weltlichen Richter das maleficium, der durch Zauberei angerichtete Schaden, ausschlaggebend zur Eröffnung eines Verfahrens. Damit ist die Gefährlichkeit des Hexenhammers angedeutet, der eben nicht bloß eine ganz von der Schlechtigkeit der Frau überzeugte Deliktbeschreibung versuchte, sondern den weltlichen Richtern ein Spezialverfahren vorschlug, mit dem relativ leicht "tatsächliche" Hexen zu überführen waren. Es ist jedoch nicht zu übersehen, daß zwischen seinem Erscheinen (1487) und dem Beginn der großen Hexenverfolgung (um 1560) eine relativ ausgedehnte Zeitspanne liegt, die von der älteren Forschung nicht sonderlich wahrgenommen wurde. Man ging früher im wesentlichen davon aus, daß sich Hexenprozesse und -verfolgungen wie in einem breiten Strom seit dem Spätmittelalter bis zum Beginn der Aufklärung dahinzogen. Mittlerweile ist aber sichtbar geworden, daß nach den Verfolgungen der Jahre um 1500, die zu einem guten Teil noch von der kirchlichen Inquisition durchgeführt worden waren, die Zahl der Hexenhinrichtungen über Jahrzehnte zurückging.

Dieses Phänomen ist auch den Zeitgenossen nicht verborgen geblieben, wie beispielsweise eine Bemerkung von Trithemius (1508) offenbart, der feststellt, daß Hexen fast niemals hingerichtet wurden. Und als 1563 Johannes Weyer, einer der energischsten Gegner der Hexenverfolgung, den neuen Sammelbegriff zu widerlegen suchte, da nannte er als Motiv für die Abfassung seiner Kampfschrift nicht die Bekämpfung der Hexenprozesse schlechthin, sondern den unerwarteten Neubeginn der Prozesse, welche er bereits für "abgeschafft und auffgehebet" gehalten hatte (vgl. Behringer 1987). Wir wissen heute, daß der Höhepunkt der Hexenverfolgung zwischen 1560 und 1630 anzusetzen ist, wobei innerhalb dieses Zeitraums von siebzig Jahren weitere starke zeitliche Konzentrationen beobachtet werden können. Auch nach 1630 hörten die Verfolgungen nicht auf und fanden sogar in bestimmten Regionen des Alten Reiches und Europas erstmals ihre Opfer. In einigen Territorien lassen sich noch in den sechziger und siebziger Jahren eine große Zahl von Hinrichtungen ermitteln. Aber die Kraft und der Eifer der Verfolgung und ihrer Befürworter waren doch, insgesamt gesehen, gebrochen. Während in protestantischen Gebieten Hexenhinrichtungen zwischen 1690 und 1700 fast schlagartig aufhörten, dauerten sie in den von der Frühaufklärung abgeschirmten und gesellschaftlich immer rückständiger werdenden katholischen Gebieten Deutschlands noch lange an. Letzte Hexenhinrichtungen fanden 1775 in der Fürstabtei Kempten und 1782 im deutschsprachigen, protestantischen Schweizer Kanton Glarus statt. Sie lösten einen Sturm der Entrüstung über die "Justizmörder" aus, der in seinem Abscheu auch belegt, daß mittlerweile die Gesellschaft das Mittel der gerichtlichen Hexenverfolgung zur Bekämpfung von Mißständen, zur Ausschaltung von vermeintlichen Störern der öffentlichen Ordnung und des sozialen Friedens sowie überhaupt zur Konfliktregulierung verworfen hatte.

Die Forschung: Fragen und Methoden  

In den letzten Jahren hat sich die Hexenforschung als ein neuer Zweig der Geschichtswissenschaft etabliert, deren Bemühen auch bereits ein sehr kompliziertes Geflecht von frischen Forschungsergebnissen, allgemeinen // [S. 8] Theorien und interdisziplinären Hinweisen erkennen läßt, z.B. aus der Psychoanalyse, der Volkskunde, der Medizingeschichte und der Frauenemanzipation. Fast jeder Hexenhistoriker hat seine eigene Erklärung entwickelt, warum die europäische Gesellschaft so hartnäckig versucht hat, die Zauberei (und die Zauberinnen) auszurotten. Bereits 1980 kam Hartmut Lehmann auf wenigstens sechs verschiedene methodische Ansätze zu einer Interpretation der Hexenprozesse. Es sind Ansätze, die entweder die Bedeutung des dörflichen Konflikts oder der sozialen Spannungen im allgemeinen, die soziale Disziplinierung und die damit zusammenhängende Kriminalisierung volkstümlicher Praktiken oder die Politik der im Aufbau begriffenen Territorialstaaten, das gespannte geistige Klima der Gegenreformation oder die verschärften wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse der Hunger- und Seuchenjahre betonen. Im folgenden sollen einige nunmehr bereits alte und allgemeine Fragen gestellt werden, um herauszufinden, inwieweit die neuesten Arbeiten und Forschungsansätze etwas Neues oder Wichtiges beigebracht haben. Folgende Fragen sollen Berücksichtigung finden: Wo hat man eigentlich Hexen verfolgt? Wann (und in welchen Phasen)? Wer sind die Hexen gewesen? Und letztendlich: Warum? Wie kann man die großen Hexenprozesse erklären und verstehen?


Abb. 6


Abb. 7

Wo?  

Vor rund zwanzig Jahren hätte man wahrscheinlich diese Frage ungefähr genauso beantwortet wie vor hundert Jahren. Jeder Fachmann "wußte", daß die großen Hexenprozesse im frühen 14. Jh. in Südfrankreich aufgekommen waren, daß sie danach in der Schweiz und in Norditalien gewütet hatten, bevor der Hexenwahn ganz allgemein nach Tirol und in die anderen deutschen Länder, nach England, Schottland und Skandinavien eindringen konnte. Jeder wußte auch, daß Spanien und Irland eine besonders gemäßigte Rolle gespielt hatten - eine Tatsache, die einige (evangelische) Historiker damit erklärten, daß beispielsweise Spanien schon völlig mit Juden- und Moriskenhaß beschäftigt war. Seit fünfzehn Jahren weiß man aber, daß für die vermuteten französischen Massenprozesse des 14. Jhs. keine feste Quellenbasis existiert, und daß sich sogar der vorsichtige Hansen von Fälschungen täuschen ließ. Das heißt, daß die Wo-Frage jetzt viel entschiedener die Rolle des Heiligen Römischen Reiches zu betrachten hat. Sieht man sich eine Geschichtskarte Europas an, wird man erkennen, daß das Kerngebiet des Hexenwahns die Länder deutscher Zunge waren. Mit einigen wichtigen Ausnahmen darf man sagen, daß die größten und schlimmsten Hexenprozesse entweder im Reich oder in den anstoßenden Grenzgebieten von Nachbarländern (wie etwa Polen, Ostfrankreich und Norditalien) stattgefunden haben. Wenn wir schätzen, daß es insgesamt in ganz Europa zwischen den Jahren 1400 und 1800 etwa 70 000 Hexenhinrichtungen gab, dann dürften wir wahrscheinlich mit der An- nahme nicht sehr weit fehlgehen, daß davon 40 000 auf Deutschland entfallen.

 

Danach scheint es jedenfalls so und wird es angenommen, daß sich in Deutschland mehr Hexen finden als woanders. Man weiß ja, daß es besonders Deutschland allerorts von Scheiterhaufen raucht, die diese Pest vertilgen sollen, und das ist doch gewiß einüberzeugender Beweis dafür, wie sehr man alles für verseucht hält. Das geht soweit, daß der Ruf Deutschlands nicht wenig an Glanz bei unsern Feinden eingebüßt hat, und, wie die Heilige Schrift 2. Mos. 5. v. 21) sagt, wir unsern Geruch haben stinkend gemacht vor Pharao und seinen Knechten.“  

Friedrich Spee, Cautio Criminalis (1631)

 

Was haben nun die neueren Methoden zu solchen Überlegungen beigetragen? Die Forschungen von Norman Cohn und Richard Kieckhefer stützen sich bei dieser Frage auf die alte Methode der Philologie, aber andere Historiker haben versucht, eine vergleichende Geschichte zu entwickeln, deren Ziel es ist, die wesentlichen Unterschiede zwischen harten und gemäßigten Gebieten herauszuarbeiten. Seit langem hat man z.B. betont, daß in England verhältnismäßig wenig Hexenverurteilt worden sind (insgesamt etwa 600) – und diese Tatsache wurde mit dem Fehlen von Inquisition und Folterprozeß erklärt. Sicherlich enthält diese Erklärung einen wahren Kern, aber man darf nicht übersehen, daß auch England eine Reihe von Massenprozessen in den 1640er Jahren (unter der Leitung von Jonathan Stearne und Matthew Hopkins) erlebt hatte. Wichtig ist auch, daß das traditionelle Bild von den schottischen Hexenprozessen neuerdings korrigiert worden ist, und zwar besonders von Brian Levack. Früher hat man betont, Schottland habe eine Art Inquisitionsprozeß, habe auch eine ausgearbeitete "kontinentale" Dämonologie gehabt und deshalb seien hier etwa zehnmal soviele Hexen pro Kopf hingerichtet worden wie im südlichen Nachbarland. Levack konnte aber nachweisen, daß der entscheidende Unterschied wahrscheinlich die größere Zentralkontrolle in England war, im Gegensatz zu der weitgehend örtlichen Kontrolle der Gerichtssachen in Schottland. So wissen wir heute, daß man nicht aus vermutlich klaren Gegensätzen wie Akkusations- und Inquisitionsprozeß die großen Unterschiede auf diesem Gebiet erklären darf.


Abb. 8

Wenn man versucht, die Verhältnisse in Spanien oder Dänemark zu verstehen, stößt // [S. 9] man auch hier sofort auf rechtliche Unterschiede, die ganz wichtig scheinen. Seit den 1520er Jahren hat sich beispielsweise die spanische Inquisition sehr vorsichtig zu Hexenprozessen geäußert. Das Zaubereidelikt sei sehr schwer zu beweisen, zumal die Anklagen von schon verurteilten oder verdächtigen Hexen nicht viel Wert besäßen. Es stimmt einfach nicht, daß die verschiedenen Tribunale der spanischen Inquisition so von Conversoprozessen überfordert waren, daß sie keine Zeit für Hexenprozesse hatten. Aber die Agenten der Inquisition besaßen einen scharfen Sinn für die Schwächen von erfolterten Bekenntnissen und Anklagen. Außerdem war die Inquisition als kirchliche Instanz öfter bereit, verurteilten Hexen die Gelegenheit zu geben, ihr Leben durch Reue und Bußakte zu retten. Genau wie unter dem puritanischen Regime in Salem (Massachusetts) waren es nur die Unbußfertigen, die hingerichtet wurden. Auch Dänemark hat in Sachen Hexerei eine glücklichere Geschichte als das Alte Reich erlebt. Ursache dafür mögen zwei Bestimmungen des Jahres 1547 sein; die eine besagte, daß schon beklagte oder verurteilte Verbrecher kein Zeugnis gegen andere abgeben dürfen, d. h. daß Kettenprozesse - die Kettenreaktion von der einen Hexe zu einer großen Zahl von Hexen - kaum möglich waren. Die zweite Regelung sah vor, daß bei den Verhören die Folter erst nach der Verurteilung der Beklagten eingesetzt werden durfte, was gleichzeitig ein starkes Hemmnis für die Kettenprozesse beinhaltete.

 

„Häufig sind die Richter, denen die Hexenprozesse unvertraut werden, schamlose, niederträchtige Menschen; die Folter wird oft übermäßig und grausam angewandt; viele Indizien sind unzuverlässig und gefährlich und das Verfahren nicht selten gegen Gesetz und Vernunft.“  

Friedrich Spee, Cautio Criminalis (1631)

 

Diese Beispiele aus Schottland, Spanien und Dänemark sind die wissenschaftlichen Ergebnisse der vergleichenden Rechtsgeschichte auf nationaler Ebene. Die vergleichende Geschichtsmethode kennt aber auch eine religiöse Variante. Die meisten neueren Arbeiten über die Hexenprozesse in Rußland und Osteuropa konzentrieren sich auf die Tatsache, daß der Begriff von Hexenpakt, Hexentanz und Hexenbuhlschaft mit dem Teufel eine sehr begrenzte, auf Westeuropa - also das Abendland - zugespitzte Idee war. Zwar hat man auch in Rußland Hexen verfolgt, aber die Angst vor solchen Unmenschen war sehr wahrscheinlich geringer. Historiker aus diesen Gebieten haben aber die sozialen und religiösen Unterschiede so stark betont, daß man Gefahr läuft, rechtliche oder andere, vielleicht ebenso wichtige Unterschiede zu unterschätzen. Wenn wir versuchen, diese ziemlich groben Unterschiede zu verfeinern, dann lassen sich zwei andere Vergleichsmöglichkeiten hervorheben. Die eine betrifft den Versuch, die unterschiedliche Dichte von Hexenprozessen von Gegend zu Gegend dadurch zu erklären, daß man nicht nur andersartige Vorstellungen von Zauberei und Hexerei besaß, sondern auch ganz verschiedene Ängste. Aus der volkstümlichen Literatur und aus den Flugschriften und Einblattdrucken Englands und Deutschlands kann man erkennen, daß das "böse Weib" zwar in beiden Ländern ein bekanntes Thema war, daß man aber gleichwohl scharf differenzieren muß zwischen einem englischen Frauenbild auf der einen Seite, das die individuelle Frau und ihre geschlechtlichen Leistungskräfte betont (mit fast heldenartigen Beschreibungen bestimmter starker, wenn auch böser Weiber), und einem deutschen Frauenbild auf der anderen Seite, das die Frau stärker in ein Familiengeflecht oder Gesellschaftssystem einordnet und mehr ihre List sowie ihren Sinn nach Unordnung hervorhebt. Die zweite Vergleichsmöglichkeit ist eine regionale, d. h. man versucht in möglichst kleinen Einzelschritten herauszufinden, warum es in einem Territorium zu größeren Prozessen als in anderen gekommen ist. Diese Methode wurde in einer Untersuchung über die Hexenverfolgung im deutschen Südwesten angewandt. Dabei stellte sich heraus, daß die heftigsten Verfolgungen in kleineren, unabhängigen und exemten Territorien stattfanden. Dieses Ergebnis wurde durch andere Arbeiten bestätigt, wenigstens dergestalt, daß die gemäßigte Position gegenüber Hexenprozessen häufig in den größeren, geschlossenen Flächenstaaten (und auch öfters in den großen Reichsstädten) zu beobachten ist wie z.B. in Bayern, Württemberg und Kurpfalz. - Doch bleibt, das ein Forschungsergebnis, das erst noch streng geprüft werden muß, bevor wir es verallgemeinern dürfen.  

Wann?  

Gerhard Schormann hat betont, daß man das Zeitalter der Hexenverfolgung in bestimmte Perioden einteilen und von Prozeßwellen sprechen kann. Für weite Teile Norddeutschlands behauptet er, die größten Hexenverfolgungen seien während der 1590er Jahre, der Jahre 1627-1633 und der 1660er Jahre erfolgt. Daran ist vielleicht auch bemerkenswert, daß diese Wellen in Zeitabständen von ungefähr einer Generation auftraten - eine Tatsache, die etwas mit gesellschaftlichem Gedächtnis und gesellschaftlicher Erfahrung zu tun haben mag. Annehmbar ist, daß eine Stadt oder eine Regierung mit dem Hexenwahn ein so schlimmes Erlebnis hatte, daß man die Verfolgung aufgab, bis die nächste heranwachsende - und noch unerfahrene - Generation die Zügel der Macht übernommen hatte. Das aber könnte ein weiteres Forschungsthema sein. // [S. 10] Wir dürfen jedoch auf keinen Fall annehmen, daß die Periodisierung in ganz Europa genau der von Deutschland entsprach. Es wurde schon bemerkt, daß die spanischen Kettenprozesse ziemlich früh im Sande verliefen, und die Niederlande bereits im 16. Jh. die letzte Hexenhinrichtung erfuhren. Schweden und Polen hingegen erlebten die Höhepunkte der Verfolgung später als die deutschen Territorien, und zwar erst in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. Das ist alles bekannt.

Neu aber sind die Ergebnisse des amerikanischen Forschers Alfred Soman, der die Hexenprozesse Frankreichs untersucht hat; vornehmlich aus dem Blickwinkel der Appelationen an das Pariser Parlament. Soman konnte feststellen, daß im Pariser Gerichtsbezirk (etwa die Hälfte des Königreichs) 1625 die letzte Verurteilung einer Hexe erfolgte. Der wesentliche Grund dafür war eine rechtliche Skepsis, die sich schon in einer Ordonnance von 1588 äußert, die anordnet, in allen Hexenprozessen nach Paris zu appellieren. Mitten in den Religionskriegen bestand kaum Aussicht, eine solche Reform durchzusetzen; aber in den 1620er Jahren fand das Appellationsverfahren endlich regelmäßig statt, wie Soman feststellen konnte. Mehr als zwei Drittel der örtlich verurteilten Hexen wurden von nun an vor dem Obergericht freigesprochen. Die Juristen am Parlement von Paris entwickelten nicht nur eine große Skepsis gegenüber der Folter, sondern auch bedeutende Überlegenheitsgefühle gegenüber den niederen Gerichtsbehörden. Gerne stürzten sie die Urteile der unwissenden und abergläubischen Amtsrichter um. Solche Forschungsergebnisse sind ein gutes Beispiel für die immerwährende Kraft der Zeitfolge in der Geschichtswissenschaft, einer nicht ganz neuen Methode also. Aber wie ist es möglich, daß ein Amerikaner auf solch erstaunliche Weise die bisher anerkannten Arbeiten eines Robert Mandrou umstoßen konnte? Wie sah seine neue Methode aus? - Er verstand schlicht und einfach die schwer lesbare Juristenschrift zu entziffern! Soman hat überdies eine Liste der Hexenprozesse im Pariser "Ressort" erstellt und dabei die Zahl der bekannten Hexenfalle zwischen 1540 und 1670 verzehnfacht: von 156 auf 1842. Die weitreichende Bedeutung seiner Arbeit besteht auch darin, daß man jetzt die große Welle der erfolgreichen Hexenjagden in den Jahren vor 1625 anerkennen muß, d. h. daß das Ende solcher Prozesse kaum in Verbindung mit den erst später bemerkbaren aufgeklärten Bedenken der Pariser Juristen gegenüber Zauberei und Hexerei oder Teufelsbesessenheit gestellt werden kann. Diese Bedenken werden erst in den Jahren nach 1630 oder gar 1640 wirksam.

Noch einmal ist also zu betonen, daß wir uns hier eher mit neuen Fragen aus alten Methoden befassen, da Somans Arbeiten einige ganz wesentliche Fragen aufwerfen. Wie sollen wir beispielsweise jetzt die to- benden Hexenprozesse in anderen Gerichtsbezirken Frankreichs verstehen, die Prozesse eines Boguets oder eines de Lancre? Soll man vermuten, daß Hexenprozesse nicht nur bei der dörflichen Bevölkerung (und vor allem bei den Frauen eines Dorfes) große Angst hervorriefen, sondern auch bei den Amtsleuten und dem niederen Gerichtspersonal? Es kann sein, daß die anscheinend größere Billigkeit der Zentralbehörden eines Flächenstaates dadurch zu erklären ist, daß die Oberratsleute und oberen Richter in keinem intimen Kontakt zu der in Frage kommenden dörflichen (oder auch städtischen) Bevölkerung standen. Sie fühlten sich nicht bedroht oder befleckt, vielmehr konnten sie zeigen, daß sie die Dinge weitaus objektiver betrachteten als die örtlichen Obrigkeiten. Es gab aber auch Fälle, in denen die weit vom Dorf entfernten Juristen einen mechanischen, automatischen und fast makabren Ordnungssinn besaßen, den wir nicht unbedingt mit Billigkeit verwechseln sollten.

Wer?  

Wahrscheinlich haben die neueren Forschungen dieser Frage mehr Aufmerksamkeit und Mühe gewidmet als jeder anderen. Unter Anregung von Anthropologen und Politologen hat man heftig diskutiert, ob die Hexenprozesse eine Unterdrückungspolitik verschleiert haben. Wieder andere Forscher behaupten, die Hexenprozesse richteten sich besonders gegen die "weisen Frauen", Hebammen und weiblichen Heilpraktiker, um die männliche, professionalisierte Medizin zu unterstützen; oder sie griffen die traditionellen Geburtenbeschränkungen und weiblichen Verhütungspraktiken an, um die Frauen mit zahllosen Kindern zu belasten, und sie so besser kontrollieren und unterdrücken zu können. Vor hundert Jahren hat diese Frage eine religiöse Fassung erhalten, als man überlegte, ob die Gegenreformation versucht habe, evangelische Frauen als Hexen zu verurteilen; eine interessante Frage, die aber fast überall mit "Nein!" beantwortet werden muß. Seit der Jahrhundertwende haben andere Historiker behauptet, daß die Hexen eigentlich Mitglieder einer immer noch existierenden, ureuropäischen Religion waren, oder daß sie aus den armen, bettelnden Unterschichten der Dorfbevölkerung kamen und sich auf die hergebrachten Nächstenliebe- und Almosentraditionen der Gemeinde berufen haben, gerade zu einer Zeit in der sich jeder - nach den neuen Lehren der protestantischen Ethik - nur um sich selber kümmern sollte (als ob die Hexenprozesse eine Art Unterdrückung des alten Gemeindesinns darstellten). Auch diese Vorschläge und Thesen lassen sich nur teilweise beweisen oder besitzen sogar von vornherein nur eine geringfügige Wahrscheinlichkeit. Die Arbeit von Heinsohn und Steiger über die "Vernichtung der weisen Frauen", vom SPIEGEL (1984, Nr. 43, S. 117-128) als der Weisheit letzter Schluß gefeiert, mißachtet in ihrer monokausalen Ausrichtung fast alle Regeln einer wissenschaftlichen Vorgehensweise. Ist dieses Buch vielleicht nur deshalb geschrieben worden, um aus finanziellen Erwägungen eine leichtgläubige Kundschaft in ihren von einem mehr oder weniger oberflächlichen Feminismus geprägten Vorurteilen zu bestätigen? Überall stehen gleichwohl einige Verallgemeinerungen fest. Die Hexen waren zumeist Frauen. In den Ländern deutscher Zunge, aber auch in England, Schottland und Skandinavien betrug das Verhältnis von Frauen zu Männern etwa 4 : 1, d. h., daß etwa 80 % der verurteilten und hingerichteten Hexen Frauen waren. Mehr noch, diese Frauen waren oft Witwen oder unverheiratet; aber es ist eine komplizierte Frage, ob diese Schichten überrepräsentiert waren; kompliziert deswegen, weil wir nur für bestimmte, vielleicht nicht typische Gegenden Auskünfte über die Alterspyramide besitzen.

 

„Es ist gütlich zu glauben, daß solche böse Weiber zuletzt, wenn sie alt werden, eitel Unholde werden. Denn da sie in der Bosheit geübt und getrieben sind, kann sie Gott nicht höher strafen, denn daß er sie zuletzt, dieweil sie sich je nicht bekehren wollen, dem Satan übergibt, daß er volle Gewalt über sie hat. Der macht sie vollends zur höllischen teuflischen Braut...“  

Kaspar Huberinus, Im "Spiegel der Haußzucht" (Nürnberg 1.565)

 

Nur mit Hilfe solcher Pyramiden könnte man aber feststellen, ob John Demos beizustimmen wäre, wenn er behauptet, daß die Hexen von Massachusetts (und vielleicht von woanders) gar nicht hauptsächlich ältere Frauen gewesen seien, sondern Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren; also Frauen, die in der Lebensphase der Menopause standen. Das ist für Demos eine wichtige Beobachtung, da sie seine psychologischen Schlüsse über die psychoanalytische Bedeutung von Hexenphantasien unterstutzt. Vermutlich werden wir verschiedene Antworten zu dieser Altersfrage geben müssen, aber die Frage selbst birgt ein neues Forschungsprogramm in sich. Die älteren Arbeiten über die Hexenprozesse haben sich zumeist mit den Vorstellungen der Dämonologen und mit Hexenprozeßakten beschäftigt. Die neueren Fragen und die neueren Methoden fordern dagegen mehr, nämlich die Hexenprozesse und Hexenideen in Verbindung mit anderen geistigen und gesellschaftlichen Entwicklungen zu stellen. Das kann man schon an der Frage nach dem Alter der Hexen und ihrem sozialen Umfeld bemerken. Sind es nur Ausnahmen, wenn Frauen aus höheren Schichten der // [S. 11] Verfolgung zum Opfer fielen? Und stammte die Mehrzahl der Hexen wirklich aus den Unterschichten? Eine schwierige Frage, gehörte doch ein Großteil der Bevölkerung in den Städten und auf dem Lande den Unterschichten an.


Abb. 9

Auch hier benötigen wir eine schärfere Methode, um an die geschichtlichen Verhältnisse näher heranzukommen. Selbst wenn wir nicht weiter gehen als die allgemein anerkannte Feststellung von der Zuspitzung der Hexenlehre und der Konzentration der Hexenprozesse auf das weibliche Geschlecht, so haben wir dennoch eine offene Frage, die dringend nach Antworten sucht. In der heutigen Forschung wird kaum ein anderes Problem so heftig diskutiert - und mit Recht. In einem gewissen Sinne waren die Hexenprozesse ein Krieg gegen die Frauen, aber man muß sofort hinzufügen, daß viele Ankläger Frauen waren. Es ist einfach nicht so, daß das Patriarchat das weibliche Geschlecht durch die Hexenverfolgung unterdruckt hat, auch wenn sehr viel dafür spricht, daß das Hexenwesen wesentlich zu dem sich fortentwickelnden frühneuzeitlichen Bild der Frau beigetragen hat. Wir benötigen ein sehr viel nuancierteres Bild, besonders deshalb, weil in einigen großen Räumen die Mehrzahl der Hexen Männer waren. So stellte beispielsweise Soman fest, daß der Anteil der Frauen in den etwa 2000 Hexenprozessen des Pariser Gerichtsbezirks nur etwa 40 bis 50% betrug, ein überaus erstaunlicher Beweis, daß wir wirklich nichts unbesehen glauben dürfen. Viele Grundfragen sind im Prinzip noch völlig offen.

Warum?  

Früher hat man sich mit der These begnügt, die großen Hexenprozesse seien ein Ausdruck des finsteren Aberglaubens - eine These, die unser Verständnis für die Ereignisse und die Ideen der Vergangenheit nicht vertiefte, sondern nur unser Überlegenheitsgefühl verstärkte. Seit gut 25 Jahren versucht man deswegen die Hexenprozesse in Verbindung mit den großen geschichtlichen Entwicklungen der Frühen Neuzeit zu interpretieren. So gibt es heute eine Reihe von Erklärungsversuchen, die die Hexenprozesse entweder als Teil der Konfessionalisierung Europas im 16. Jh. betrachten, oder als Ausdruck der Gegenreformation sehen. Bevor man solche Hypothesen schlechthin übernimmt, braucht man einen sehr viel schärferen Einblick in das religiöse Leben des Volkes. Sonst besteht die Gefahr, volkstümliche Prozesse vorauszusetzen, die sich kaum mit der Wirklichkeit des 16. oder frühen 17. Jhs. decken. Andere Historiker schlagen vor, den Hexenwahn als Teil des politischen Prozesses zu betrachten, in dem sich der Nationalstaat ausgebildet hat. Das mag in Einzelfällen ins Schwarze treffen, aber verallgemeinern kann man auch diese These wohl kaum, da die treibenden Kräfte bei der Hexenverfolgung oft nicht über die Unterstützung von Seiten des Fürsten beziehungsweise des Staates verfügten, sondern vielmehr von dieser Seite Einschränkungen erfuhren. Wirtschaftshistoriker haben nur selten über Hexenprozesse geschrieben.  

Gleichwohl kann man in letzter Zeit eine Tendenz bemerken, den Hexenwahn als Nebenprodukt des wachsenden Kapitalismus zu interpretieren. Vor siebzehn Jahren haben zum Beispiel Paul Boyer und Stephen Nissenbaum festgestellt, daß die verurteilten Hexen von Salem in Massachusetts nicht aus der ärmeren Bevölkerung stammten, sondern aus den wohlhabenderen, mit dem Handelskapitalismus vertrauten Kaufmannsschichten. Die Kläger dagegen entstammten dem dörflichen Lebenskreis des Salem Village und betrachteten das ausgedehnte Wirtschaftsgebiet der Stadt und die immer größer werdende Marktbezogenheit mit Mißtrauen. Die Untersuchung der beiden amerikanischen Historiker ist aber auch ein Musterbeispiel für diejenigen, die die Hexenprozesse im Gewebe der Gesellschaft, im Kontext der größeren Geschichte sehen möchten. Auch die Rechtsgeschichte muß sich einen wichtigen Teil der Warum-Frage aneignen, da die Prozesse doch anderer Art waren als die Zaubereiprozesse des Mittelalters.

Wir wissen, daß die Folter als Instrument der Wahrheitserforschung schon im Hochmittelalter Anwendung fand, und daß die Unterschiede zwischen Akkusations- und Inquisitionsprozeß nicht vereinfacht werden dürfen, aber eine Wirkung der berühmten Rezeption des römischen Rechts ist sicher die "Verschriftlichung" des rechtlichen Verfahrens, die Aktenversendung und Nachfrage nach gelehrten Konsilien. Diese Änderung im Rechtsverfahren ist für uns insofern wichtig, als sie die Möglichkeit geschaffen hat, die geistige Welt der Juristen (mit ihren gelehrten Vorstellungen von Teufelspakt, Hexenflug, Sabbat und Teufelsbuhlschaft) mit der der Bauern (mit ihren Phantasien von Schadenszauber und geheimen Kräften) in ständigen Kontakt zu bringen. Diese Beobachtung betrifft schon die heute häufig verwendete Erklärung der großen Hexenprozesse - d. h. die Vorstellung von einem Zusammenprall zweier Kulturen, der gelehrten und der volkstümlichen. Mit ihren schärfsten und extremsten Vertretern nimmt diese These an, daß das Volk Europas im Jahre 1500 in seinen Grundanschauungen noch heidnisch war, und daß der christlichen Lehre besonders auf dem Lande nur eine äußerst oberflächliche Wirkung zukam. // [S. 12] Von diesem Blickpunkt aus kann man dann die Geschichte der Reformation und der Gegenreformation als ein massives Bestreben kennzeichnen, das Volk christianisieren zu wollen. Als Kirchenvisitationen eingeführt wurden, erfuhren die Verantwortlichen der Kirche vielleicht zum ersten Mal etwas über die "abergläubischen Vorstellungen" des gemeinen Mannes. Aus Erschrecken und wirklicher Angst hätten die gelehrten und die die Verwaltung tragenden Schichten die Volkskultur angegriffen, die gröbsten Praktiken mit dem Brandzeichen der Hexerei versehen und die verdächtigsten Mitglieder der Dorfgesellschaft (z. B. Hebammen) als Hexen verurteilen lassen. Dies mag im Einzelfall vorgekommen sein, aber die Historiker dieser Richtung gehen sehr weit, wenn sie behaupten, daß in diesem Kampf mit der Volkskultur die Hexenprozesse ein Instrument der Sozialdisziplinierung darstellen.  

Bei einigen Gelehrten hat die Auseinandersetzung mit der Volkskultur nämlich zum genauen Gegenteil geführt. Die Schule von Martin Plantsch und Johannes Brenz in Württemberg beispielsweise hat Anstoß an der volkstümlichen Tendenz genommen, Hexen als Unglücksstifter zu fürchten und zu verfolgen (vgl. Midelfort 1972). Vielmehr wollten die Anhänger dieser Schule - und das waren nicht nur ein paar aufgeklärte Hochschullehrer, sondern fast alle, die in der offiziellen Predigertradition Württembergs standen, die Hexenbeschuldigung selbst als Aberglauben unterdrückt wissen. Gab es auch andere Territorien oder Städte, wo eine solch gemäßigte Richtung dominierte? Zum Schluß bleibt noch auf einen Aspekt hinzuweisen, der geeignet erscheint, zur Erklärung der Hexenprozesse beizutragen. Wir sollten nie die ungeheure Angst, die schaudernde Furcht unterschätzen, die nicht nur die Hexen sondern auch ihre Verfolger durchlebten. In welch tiefe und zitternde Ängste waren die herrschenden Klassen, die Dorf- und Stadtobrigkeiten geraten, wenn sie ihren Gerechtigkeitssinn und ihr menschliches Mitleid aufgaben und sich wie Unmenschen benahmen? Die Erklärung des Hexenwahns als religiöse, politische, wirtschaftliche, medizinische, oder gelehrte Unterdrückungsmaßnahme scheint insofern erweiterungsbedürftig, als wir nicht nur die Mentalität des gemeinen Mannes verstehen müssen, sondern auch diejenige der Mächtigen.

Daher sind solche Untersuchungen wichtig, die versuchen, die Angst, die Besorgnis, die Beklemmung zu beschreiben, die z. B. als Begleiterscheinung der hochgetriebenen Erwartungen des Weltendes entstanden sind. Man wußte zwar, daß Gott versprochen hatte, die Guten zu retten und das Reich Christi zu errichten, doch manche frommen Christen haben sich trotzdem nicht darauf gefreut. Manche haben ihre Kämpfe mit den Hexen gerade als einen wichtigen Teil der Heilsgeschichte der Endzeit verstanden. Wenn man sich sein eigenes Benehmen und Agieren auf dieser großen Bühne vor Augen gerufen hat, mag es vielleicht dazu geführt haben, daß man gezittert und Angst bekommen hat - Angst, daß das ausgelassene Teufelsheer des Weltunterganges auch den Verlust von allem Gewohnten und Vertrauten bedeuten wurde. Die Parallele zu den Schwierigkeiten der Abrüstungspolitik unserer Tag scheint in gewissem Sinne aufschlußreich. Wenn man glaubt, daß die Welt vom endgültigen Untergang bedroht ist, liegt es nahe, Feinde als Erzfeinde und Untermenschen zu betrachten und vor lauter Angst- und Rachegefühlen sogar sämtliche menschlichen Grundwerte außer acht zu lassen. Die Geschichte des Hexenwahns vermag vielleicht auch zur Beleuchtung unserer Ängste und Sorgen beizutragen.  

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Didaktik, Unterrichtseinheiten  

Auszüge aus dem Hexenhammer findet man übersichtlich in "texte deutsch", Gy 9, Westermann Schulbuchverlag.  

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End, R. und K. Faller: Hexenwahn und Hexenprozeß. Eine Unterrichtseinheit für die Sek I im Rahmen der Fächer Geschichte, Religion, Politik und Gemeinschaftskunde, zusammengestellt vom Rittermuseum und Stadtarchiv Offenburg; in: Schule und Museum 9/1979, S. 30-40. (Analyse eines konkreten Hexenprozesses, Gerichtsprotokolle).

Haß, U.: Teufelstanz. Eine Geschichte aus der Zeit der Hexenverfolgungen. Reinbek 1982. (Roman).

Keck, R. W. (Hrsg.): Friedrich Spee von Langengeld 1591- 1635. Sieben didaktische Versuche zu einem dramatischen Leben. Hildesheim 1985. (Unterrichtseinheiten für Religion, Geschichte, Deutsch und Musik; Sek I/II).

Lüke, E. : Die Hexe in Darstellungen für Kinder im Vorschulalter und Grundschulalter als Problem und Aufgabe der Politischen Bildung. Staatsexamensarbeit im Fach Politische Bildung und Didaktik der Geschichte, April 1975.

Rauer, B.: Hexenwahn - Frauenverfolgung zu Beginn der Neuzeit. Ein Beitrag zur Frauengeschichte im Unterricht; in: A. Kuhn u.a. (Hrsg.), Frauen in der Geschichte, Bd. 2, Düsseldorf 1982, S. 97- 125. (Material und Quellenauswahl für den Unterricht). Rosenbaum, M.: Hexenwahn und Hexenverfolgung im Mittelalter und Neuzeit; in: Hauptschulmagazin 8/1982, S. 15-18. (Sek I, 6. Schuljahr; Unterrichtseinheit).

Schräder, U. : Der sozialgeschichtliche Entstehungszusammenhang der Hexe im Märchen und ihre pädagogische Bedeutung, Diplom-Arbeit im Fach Erziehungswissenschaft, Februar 1979, Pädagogische Hochschule Freiburg/Br. Steidinger, S. : Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit; in: Kuhn, S.O., Bd. 8, Düsseldorf 1986, S. 91-152. (Unterrichtsmodelle für die Sek I, Materialsammlung, Arbeitsaufgaben).

Tiemann, H.-P. und P. Zimmermann: Didaktische Papiere zu Ulrike Haß’ Teufelstanz, Lehrerheft 26. Reinbek 1982. (Unterrichtsreihe in einer 8. Klasse des Gymnasiums im Deutschunterricht und Hinweisen zum Einsatz in Klasse 7 in verschiedenen Schulformen).

 

Erstveröffentlichung in: Praxis Geschichte 4 (1991) - dem Themenheft "Hexen(verfolgung)" - , S. 4-12. Mit freundlicher Genehmigung des Westermann Verlages.

 

Empfohlene Zitierweise

Lorenz, Sönke/Midelfort, H. C. Erik: Hexen und Hexenprozesse. Ein historischer Überblick, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/de/persistent/artikel/3353/

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Erstellt: 04.04.2006

Zuletzt geändert: 04.04.2006