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@KIH-eSkript. Interdisziplinäre Hexenforschung online 1, 2009: Männer, Magie und Hexenverfolgung
Männer in Hexenprozessen. Ein historiographischer Überblick aus anglo-amerikanischer Perspektive
Alison Rowlands
Heft 1, 2009, Sp. 23-39.
Alan Macfarlane und die Hexenmeister aus Essex (1970)
<23>
Die Geschlechtergeschichte der englischen Hexenprozessen ist (wie viele andere Aspekte der englischen Hexenforschung) stark von Alan Macfarlane beeinflusst worden, der sein grundlegendes Buch „Witchcraft in Tudor and Stuart England. A Regional and Comparative Study“ 1970 veröffentlichte
[1]. Trotz des Titels behandelt Macfarlane ausschließlich die Hexenprozesse der Grafschaft Essex, die er wegen der guten Quellenlage und der verhältnismäßig hohen Zahl der Prozesse als Forschungsbereich ausgewählt hatte
[2]. In seinem Buch belegt Macfarlane, dass die Hexenverfolgung in Essex sehr stark geschlechtsbezogen war. Von 291 Personen, die zwischen 1560-1680 vor den Essex Assizes wegen Hexerei angeklagt wurden (und die Macfarlane in einem ausführlichen Anhang einzeln auflistet), waren lediglich 23 Männer
[3]. Über diese 23 Hexenmeister schrieb Macfarlane weniger als einen Paragraph. Er stellte fest, dass 11 dieser Männer entweder mit einer angeklagten Hexe verheiratet waren oder dass sie zusammen mit einer Frau gerichtlich belangt wurden. Männer sind in jedem Jahrzehnt zwischen 1560 und 1670 als angeklagte Hexenmeister vor den Assizes gekommen, außer in der Zeit zwischen 1616 und 1647: sieben der 23 sind für schuldig befunden worden. 12 der angeklagten Hexer waren Arbeiter (labourers); die restlichen gingen einer Mischung von unterschiedlichen Berufen nach: drei Bauern, ein Bierbrauer, zwei Schneider, zwei Handschuhmacher, ein Schreiner, ein Schreiber und ein Gentleman
[4].
Macfarlane konnte keine weiteren Angaben zu den 23 Essexer Hexenmeistern und ihren möglichen Gemeinsamkeiten oder Unterschieden machen, da außer den Assize indictments keine anderen Quellen überliefert sind. Ein indictment war eine knappe formelle Zusammenfassung einer Anklage, die den Namen, Herkunftsort, Beruf (für Männer) und Ehestand (für Frauen), aber nicht das Alter, der angeklagten Person enthielten. Indictments wurden kurz vor dem eigentlichen Gerichtsprozess auf lateinisch geschrieben und später mit einer Anmerkung zum Ausgang des Prozesses versehen. Lediglich Essex und vier anderen englischen Grafschaften besitzen serielle Quellen von Assize indictments. Die Überlieferung setzt 1560 ein, drei Jahre vor dem ersten bedeutenden englischen Statut gegen Zauberei [5]. Für andere Gebiete Englands sind indictments weitgehend erst ab 1650 (wenn überhaupt) überliefert, eine Tatsache, die eine statistische Analyse der Hexenverfolgung für ganz England während der Frühen Neuzeit – und eine fundierte Aussage zum Männeranteil – unmöglich macht [6].
<24>
Aufgrund der gut überlieferten Essex indictments kann Macfarlane für den Zeitraum 1560-1680 den räumlichen und zeitlichen Verlauf sowie die Härte der Hexenprozesse in Essex ziemlich genau beschreiben. Angaben zur Identität der angeklagten Person und den Einzelheiten der Anklagen sind lediglich in Umrissen möglich. Ohne schriftliche Zeugenaussagen (depositions) – die für Essex und die meisten anderen englischen Grafschaften kaum überliefert sind – kann Macfarlane aber nur in einigen wenigen Fällen etwas zum Prozesshintergrund sagen
[7]. Die Ausnahmefälle bilden fünf Prozesse aus den Jahren 1566, 1579, 1582, 1589 und 1645, die in gedruckten Flugschriften beschrieben worden sind
[8]. In diesen fünf Flugschriften kommt aber keiner der 23 Hexenmeister und lediglich ein Mann überhaupt vor: Henry Sellis aus Little Clacton, der 1582 zusammen mit seiner Frau der Hexerei verdächtigt wurde
[9]. Der Hexereiverdacht verschwand aber aus Henrys formeller Anklage vor dem Assize Gericht: Er wird wegen Brandstiftung aber nicht Hexerei angeklagt
[10]. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass es in Essex (und anderen englische Grafschaften) eine Reihe von Männern wie Henry Sellis gab, die in ihren Gemeinden als Hexer verdächtigt wurden, die aber formell wegen anderer Delikte vor Gericht kamen (wenn überhaupt).
Warum war die Mehrzahl der englischen Hexen Frauen?
Erklärungsversuche und die Entstehung eines problematischen Hexenstereotyps (1970-1996)
<25>
Macfarlane beendete seinen Paragraphen über die 23 Hexenmänner aus Essex mit folgender Bemerkung:
Es gab also keinen klaren Einwand gegen die Idee von männlichen Hexen. Aber Frauen waren in der Mehrzahl. Eine Erklärung für die Hexenprozesse muss diese Tatsache [die Mehrzahl der Frauen] miterklären [11].
Macfarlanes eigener Erklärungsversuch betonte die sozialen und ökonomischen Spannungen in der frühneuzeitlichen Gesellschaft in Essex und nicht Geschlechtszugehörigkeit per se [12]. Er argumentierte, dass Frauen eine größere Rolle als Männer im täglichen nachbarschaftlichen Austausch (von Gegenständen, Lebensmittel, Gaben und Leihgaben) gespielt hätten. Für ärmere, ältere Frauen waren diese nachbarliche Gaben und Leihgaben sehr wichtig zum Überleben. Allerdings kann Macfarlane das genaue Alter nur von 15 der als Hexe angeklagten Frauen aus Essex geben, die alle im Jahre 1645 vor Gericht gekommen sind. Aus diesen wenigen Angaben schließt er, dass Hexen in Essex in der Regel zwischen 50 und 70 Jahren alt waren [13]. Solche Frauen gerieten in Konflikte innerhalb des Dorfes, sobald ihre wohlhabenderen Nachbarn ihre Bitten um Hilfe abwiesen. Abgewiesene Frauen, die oft mit bitterbösen Schimpfworten die Türschwelle des Nachbarshauses verließen, wurden als Hexen uminterpretiert und für nachfolgende Unglücke der Nachbarfamilie verantwortlich gemacht. Diese Interpretation der englischen Hexenverfolgung wurde ebenfalls von Keith Thomas in seinem 1971 erschienen Werk, Religion and the Decline of Magic, vertreten [14]. Thomas schrieb:
[Die] Verschlechterung der Position von abhängigen und älteren Leuten hilft mit zu erklären, warum Hexen hauptsächlichen Frauen und wohl überwiegend ältere, verwitwete Frauen waren [15].
<26>
Hier haben wir das klassische Paradigma der frühmodernen Hexe, das wir auch bei den skeptischen englischen Dämonologen Reginald Scot und John Gaule finden können: Die alte, arme Frau, die durch ihre Armut, Abhängigkeit und böse Zunge die Ängste ihre Nachbaren heraufbeschwor
[16]. Die Forschung von Keith Thomas bezog sich aber hauptsächlich auf gedruckten Quellen – dämonologische Werke und insbesondere Flugschriften – die dazu neigten, das Stereotyp der Hexe als eine arme alte Frau zu betonen und nicht in Frage zu stellen
[17].
Etliche Forscher in der Nachfolge von Thomas und Macfarlane, wie zum Beispiel Deborah Willis und Diane Purkiss, haben sich Macfarlanes Aufruf, eine Erklärung für die Mehrzahl der Frauen in den Prozessen zu finden, derart zu Herzen genommen, dass männliche Hexen überhaupt nicht in ihrer Arbeit vorkommen. Und nicht nur das: Willis und Purkiss haben jeweils Erklärungsmodelle für den Frauenanteil vorgestellt, die Männer grundsätzlich ausschließen. In ihrem 1995 erschienen Werk, erwähnt Willis die Möglichkeit, dass Männer – und vielleicht sogar sehr viele Männer – in der Frühen Neuzeit als Zauberer, Beschwörer, Magier und cunning men tätig waren, lediglich in einer Fußnote. Sie fügt dieser Fußnote die Bemerkung hinzu, dass solche Männer „selten“ als schadenstiftende Hexen von ihren Nachbarn oder der Obrigkeit gefürchtet oder formell angeklagt worden seien, ohne ihre Aussage durch statistischen Angaben zu belegen [18]. Willis bedient sich eines psychoanalytischen Interpretationsmusters um die Weiblichkeit der angeklagten Hexen zu erklären: Hexen waren Frauen, weil Frauen Mütter waren. Laut Willis, trugen englische Ankläger ungelöste psychologische Konflikte mit ihren leiblichen „Müttern“ aus. Diese tief liegenden Konflikte wurden, so Willis, durch problematische soziale Beziehungen zu ihren älteren Nachbarinnen immer wieder geweckt und bildeten die grundlegende Motivation der formellen Hexenanklagen gegen solche alten Frauen, die als Archetyp der „schlechten Mutter“ gesehen wurden [19]. In diesem Zusammenhang ist für Willis der englische Glaube an familiars wichtig. Familiars waren die kleinen teuflischen Geschöpfe, die zauberische Untaten für ihre Hexe ausführten und als Belohnung Nahrung und Unterkunft erhielten. Die Nahrung bestand zum Teil aus Blut und Milch, die die familiars aus unnatürlichen Zitzen am Körper der Hexe saugten. Für Willis ist dieses unnatürliche teuflische Säugen das Symbol einer umgekehrten Mutterrolle [20]. Männer waren also keine Hexen, weil sie weder Mütter waren noch Mütter sein konnten!
<27>
In ihrem 1996 erschienen Buch hat Diane Purkiss ebenfalls frauenspezifische Erklärungsmodelle vorgelegt. Purkiss meinte, dass die meisten englischen Hexen weiblich seien, weil sich die Zeitgenossen die Hexe als anti-housewife und anti-mother vorstellten – also als eine Frau, die die ideale Frauenrolle als Hausfrau und Mutter umkehrten, indem sie Gesundheit, Nahrung und das Wohlergehen des Nachbarhaushalts durch Schadenzauber angriffen
[21]. Laut Purkiss gab es zudem eine wichtige Beziehung zwischen Hexenangst und Frauenkörper: Der unnatürliche Körper der Hexe war die groteske und furchterregende Phantasie eines Flüssigkeit ausscheidenden, befleckenden Frauen- bzw. Mutterkörpers
[22].
Malcolm Gaskill und die historiographishe Wende in England (1998)
<28>
Die historiographische Wende zur Frage englischen Hexenmeister kam 1998, mit der Veröffentlichung des Artikels, „The Devil in the Shape of a Man“ („Der Teufel in der Gestalt eines Mannes“) von Malcolm Gaskill. In diesem Aufsatz präsentiert Gaskill eine Mikrostudie zum Fall des William Godfrey aus der Kleinstadt New Romney in der Grafschaft Kent, der 1617 durch seinen Nachbarn William Clarke wegen Schadenzauber angeklagt wurde
[23]. Die ausführliche Diskussion dieses Falles wird durch die ungewöhnlich gute Quellenlage ermöglicht: Gerichtsprotokolle (inkulsive Zeugenaussagen) des Stadtgerichts New Romneys (Quarter Sessions of the Borough Court) und andere Quellen der Stadtverwaltung standen Gaskill zur Verfügung. Zur Zeit des Prozesses war Godfrey um die 47 Jahre alt, verheiratet und hatte zwei Kinder (eine 18-jährige Tochter und einen 15-jährigen Sohn, der ebenfalls unter Schadenzauberverdacht gestanden hat). Godfrey war ein wohlhabender Mann, der nicht nur ein eigenes Haus bewohnte sondern auch ein zweites Haus besass, das er vermietete. Laut Prozessprotokoll hatte er einen bestimmenden Charakter und neigte dazu, sich in die Angelegenheiten anderer einzumischen. Nach einer Auseinandersetzung mit Godfrey und dessen Kindern, glaubte William Clarke, dass Godfrey sein Vieh und seine Butter verhext habe. Nachdem Clarke den Gerichtsprozess eingeleitet hatte, machten zwei Frauen (Susan Barber und Margaret Holton), noch zusätzlich belastende Aussagen gegen Godfrey. Die beiden Frauen und ihre Familien hatten zu verschiedenen Zeiten seit 1609 zur Miete in Godfreys zweiten Haus gewohnt. Die Frauen sagten aus, Godfrey habe mittels seiner familiars ihre Kleinkinder bezaubert – Holtons Sohn sei gar daran gestorben. Trotz der Vielzahl an schriftlichen Zeugenaussagen gegen Godfrey (5.000 Worte insgesamt) wurde er zehn Monate nach Prozessbeginn freigesprochen.
<29>
Die Einwohner New Romney hatten offenbar keine Probleme, sich einen Mann – und sogar einen verheirateten wohlhabenden Mann und Vater – als schadenstiftende Hexenmeister vorzustellen, der Streit mit seinen Nachbarn und auch Kleinkinder angegriffen hatte (also in der klassischen – und laut Willis und Purkiss exklusiv weiblichen – Rolle der anti-mother). Gaskill stellt damit die Bedeutung des klassischen Stereotyps der englischen Hexe als arme, alte Frau in Frage. Für Gaskill gab es drei grundlegende Faktoren für einen frühneuzeitlichen Hexenprozess: soziale Konflikte, den allgemeinen Glauben an Magie und Schadenzauber, und ein Gerichtssystem, das es ermöglichte, diese nachbarlichen Konflikte mittels eines Hexenprozesses zu lösen
[24]. Die englischen Hexenstatuten sagten nichts über das Geschlecht, das Alter oder den Status von potentiellen Hexen aus, und „Konflikt und Glauben, waren in den einzelnen Fällen so kompliziert und vielfältig wie die Menschen selbst“
[25]. Für Ankläger waren die konkreten Umstände und persönlichen Beziehungen sowie ihre generelle Furcht vor Schadenzauber die kritischen Faktoren im Vorfeld eines Gerichtsprozesses, und nicht das Geschlecht der verdächtigten „Hexe“ – so Gaskill.
Gaskills Artikel über Godfrey ist ein Teil seiner Kritik an den Arbeiten von Macfarlane und Thomas, die er in einem Aufsatz von 1996 über Hexenprozesse in der Grafschaft Kent begonnen hat [26] und in seinem Buch über Kriminalität und Mentalitäten in Kent von 2000 fortführte [27]. Gaskill gab zu bedenken, dass das von Macfarlane und Thomas vertretene Erklärungsmodell für Hexereianklagen und das daraus resultierende Hexenstereotyp viel zu eindimensional gedacht ist. Zahlreiche andere sozialen Konflikte konnten im Prinzip in Hexenprozessen enden, und nicht nur die zwischen armen alten Frauen und ihren Nachbarn. Es gab also auch entsprechend viele andere Personen (inklusive Männer und verheiratete wohlhabende Frauen), die potentiell durch Hexereianklagen angreifbar waren [28]. Gaskill ist auch der erste englische Forscher, der die Möglichkeit der Hexenfamilie bzw. des Hexenhaushalts anerkennt, in dem alle oder mehrere Mitglieder (inklusive die männlichen) in Gefahr standen, den bösen Ruf zu erwerben [29]. Welcher Einfluss diese Vorstellung von Hexenfamilien auf die Hexenverfolgung in England insgesamt besaß und inwieweit diese Vorstellung von „gender“ geprägt wurde, sind aber Fragen die noch weiter erforscht werden müssen. Gaskills Buch enthält die bisher ausführlichsten Statistiken zu Hexenprozessen gegen Männer aus Kent und anderen Regionen Englands (Tabelle 1). Aufgrund dieser Statistiken kommt Gaskill zum folgenden Schluss: „Der Anteil der männlichen Verdächtigten in England stimmt also grob mit den Statistiken aus kontinentalen Quellen überein“ [30].
Gericht | Zeitraum | Gesamt-zahl | Anteil Männer | % Männer |
Grafschaft Kent: weltliche Gerichte (Assizes, Quarter Sessions, Borough Courts) | 1560-1660 | 89 | 14 | 15,7 |
Grafschaft Kent: Canterbury Kirchengerichte (church courts) | 1560-1575 | 100 | 15 | 15 |
Palatinate Court, Ely | 1560-1660 | 92 | 26 | 28,3 |
Northern Circuit Assizes | 1646-1678 | 45 | 9 | 20 |
Tab. 1: Statistiken zu Männer in Hexenprozessen vor den Grichten in Kent im Vergleich mit anderen englischen Regionen [31]
<30>
In seinem zweiten Buch, Witchfinders, liefert Gaskill auch die erste wissenschaftliche Monographie über die größte Hexenverfolgung Englands, die in East Anglia zwischen 1645 und 1647 stattfand. Während dieser Verfolgung, die durch die zwei berühmtesten englischen Hexenjäger Matthew Hopkins und John Stearne angeregt wurde, sind wahrscheinlich um die 200 bis 300 Personen angeklagt und wenigstens 100 Personen hingerichtet worden
[32]. Gaskill hat festgestellt, dass in manchen Regionen East Anglias (und insbesondere in Suffolk und der Isle of Ely) der Männeranteil während dieser Verfolgung anwuchs, eine Entwicklung, die durch den berühmten Fall des achtzigjährigen Klerikers John Lowes aus Brandeston in Suffolk, der 1645 in Bury St Edmunds hingerichtet wurde, illustriert wird
[33]. Diese Hexer haben ausführliche Beschreibungen von unnatürlichen Zitzen am eigenen Körper und dem Säugen von familiars in ihren Geständnissen geliefert und wurden auch wegen ihrer angeblichen Zitzen körperlich untersucht. Aufgrund dieser Tatsache hat Jenni Grundy argumentiert, dass die Zitzen imaginierte Merkmale des unnatürlichen Körpers eines Menschen waren, der sich mit dem Teufel verbündet hat, und nicht Symbole der umgekehrten Mutterrolle, wie Willis und Purkiss behaupteten
[34]. Ich finde Grundys Erklärung eher überzeugend, weil sie die Möglichkeit einer Fantasie des unnatürlichen Körper des Hexenmeisters miteinbezieht und nicht ausschließt.
<31>
Gaskills Arbeit ist ohne Zweifall äußerst wichtig für die englische Hexenforschung, obwohl seine Ergebnisse vielleicht nicht sonderlich überraschend sind, für HistorikerInnen die über europäische Hexenprozesse arbeiten. In seiner berechtigten Kritik an Macfarlane und Thomas ist er meines Erachtens jedoch ein wenig zu weit gegangen. Um seine Idee von der grundlegenden Willkürlichkeit von Anklagen zu unterstützen, stellt er seine drei prozesseinleitende Faktoren – Glaube, soziale Konflikte, und Gerichtssytem – als fast geschlechtsneutral dar. Das ist jedoch zu einfach: Magieglaube, Schadenzauber und Teufelsbündnis wurden von gender geprägt, selbst wenn sie nicht geschlechtsspezifisch waren. Der Spielraum, den eine Person besaß um soziale Konflikte auszutragen oder vor Gericht weiterzuführen, wurde nicht unwesentlich durch Geschlecht und andere Faktoren wie Alter, Status, Position innerhalb von Netzwerken usw. bestimmt. Das Gerichtssystem selbst war nicht geschlechtsneutral, zumal die Gesetze von Männern beschlossen und vor Gericht angewendet wurden. Nur weil die Anerkennung der englischen Hexenmeister als legitimes Forschungsthema wichtig und richtig ist, dürfen wir nicht Macfarlanes Frage vergessen, warum die Mehrzahl der Angeklagten Frauen waren. Vielleicht spielt das Argument von Rolf Schulte, dass protestantische Eliten sich in konkreten Fällen leichter eine Frau als einen Mann als Hexe vorstellen konnten, in England ebenfalls eine entscheidende Rolle
[35]. Vielleicht hat auch die geringe Bedeutung des Sabbatkonzepts in England dazu beigetragen, das Risiko für Männer, in Prozesse verwickelt zu werden, verringert.
Exkurs: Englische cunning men
Eine zweite Folge der Betonung Gaskills auf die angeblich fast geschlechtsneutrale Natur der englischen Hexereianklagen ist sein Widerstreben, mehr über mögliche gemeinsame Charakterzüge seiner männlichen Angeklagten zu sagen. Gab es andere William Godfreys, die durch ihren Reichtum und ihre bestimmende Persönlichkeiten ihre schwächeren Nachbarn (vielleicht) unbewusst terrorisierten, oder war Godfrey ein Sonderfall? Die einzigen Männer, die Gaskill als Gruppe in seinem Buch über Kent erwähnt sind die Kleriker. Gaskill erklärt ihre Anfälligkeit für Hexenanklagen durch verschiedene miteinander verbundenen Faktoren: weil Kleriker eine vermittelnde Rolle zwischen weltlichen und geistlichen Bereichen ausübten, weil Kleriker lesen und schreiben konnten, weil es ein großes Konfliktpotential zwischen Pfarrern und Gemeinde (z. B. über den Kirchenzehnten) gab und weil die allgemeine Furcht vor Hexenklerikern wegen ihres Einflusses auf die Bevölkerung groß war [36]. Manche der Pfarrer, die Gaskill in diesem Zusammenhang diskutiert, sind aber wegen Beschwörung oder Wahrsagerei und nicht wegen Zauberei oder maleficium vor das Gericht gekommen. Für Gaskill sind alle solche Fälle als witchcraft zu verstehen und dementsprechend zu kategorisieren: unter den male witches in der Grafschaft Kent zählt er nicht nur schadenstiftende Hexer, sondern auch Männer die wegen magischer oder zauberischer Tätigkeiten vor das Kirchengericht in Canterbury kamen. Macfarlane dagegen, differenzierte in seinem Buch über Essex zwischen Männer, die wegen Schadenzauber vor das Assize Gericht gelangten (die 23 die ich am Anfang dieses Aufsatzes diskutiert habe) und cunning men. Cunning folk im frühneuzeitlichen England waren Leute, die „gute“ Magie und Zauberei quasi-professionell praktizierten. Von den 62 von Macfarlane aufgelisteten cunning folk aus Essex waren 44 männlich und 18 weiblich [37]. In 23 Fällen waren ihre Berufe bekannt und Macfarlane bemerkte, dass zur Ausübung vieler dieser Berufe die Fähigkeit zu lesen und zu schreiben nötig war: sieben hatten „medizinische“ Berufe, drei waren vermutlich Kleriker, jeweils zwei waren Lehrer, Astrologen, Arbeiter und Bauern, und jeweils einer Kirchenvorsteher, Müller, Schumacher, Kammmacher und Gentleman [38].
<32>
Macfarlane argumentierte, er habe mehr männliche als weibliche cunning folk in den Quellen gefunden, nicht weil Männer eher weiße und Frauen eher schwarze Magie praktizierten, sondern weil die männlichen cunning folk sich mehr mit verlorenen und gestohlenen Sachen beschäftigten und daher eher als die weiblichen vor Gericht (in vielen Fällen das Kirchengericht) kamen
[39]. Macfarlane meinte zudem, dass nur ein sehr kleiner Bruchteil aller wegen maleficium angeklagten Personen in Essex zum cunning folk gehörte
[40]. Die Einwohner Essex’ schienen ihre Vorstellung von schwarzer und weißer Magie gut auseinander gehalten zu haben: Es gab also kein all zu hohes Risiko für cunning men wegen Schadenzauber angeklagt zu werden. Vielleicht trug dies mit zum relativ geringen Männeranteil unter den angeklagten „Hexen“ vor dem Assize Gericht in Essex bei. In anderen Gegenden Europas bildeten Männer (wie Hirten) die magischen Künste zum Beispiel zur Heilung ausübten die Kerngruppe der angeklagten Hexenmeister, wie Rolf Schulte für die Grafschaft Holstein gezeigt hat
[41]. In dem einzigen bisher veröffentlichten Buch, dass sich ausschließlich mit der Geschichte des englischen cunning folk beschäftigt, bestätigt Owen Davies Macfarlanes Ergebnisse über Essex generell für ganz England
[42]. Davies schreibt, dass die Mehrheit (zwei Drittel) aller englischen cunning folk Männer waren, die wenigstens rudimentäre Schreib- und Lesefähigkeiten besaßen und aus sozialen Schichten kamen, die innerhalb einer Gemeinde über ein bestimmtes Maß an Autorität oder Macht über andere verfügten
[43]. Englische cunning women entstammten ebenfalls diesen sozialen Schichten oder hätten in diese eingeheiratet
[44]. Damit impliziert Davies, dass ein Grund für die niedrige Zahl von cunning women in England die im Vergleich mit Männern wesentlich schlechteren Ausbildungsmöglichkeiten von Frauen war. In Essex wie in England insgesamt wurden cunning folk im allgemein nur selten wegen Schadenzauber angeklagt
[45]. Laut Davies waren aber weibliche cunning folk anfälliger für solch eine Umdeutung als böse Zauberinnen als cunning men: Es war also ihr Geschlecht und nicht die Ausübung magischer Künste per se, dass eine cunning woman der Gefahr einer gerichtlichen Anklage aussetzte
[46].
Salem, gender, und die Hexenmeister in Neuengland
<33>
Die HistorikerInnen der Hexenprozesse Neuenglands beschäftigen sich hauptsächlich mit der mit weitem Abstand größten Verfolgung in Salem aus dem Jahre 1692. Im selben Jahr wie Macfarlanes Buch über Essex erschien auch die erste moderne wissenschaftliche Studie, die die Verfolgung in Salem aus einer gender Perspektive analysiert. In dem Aufsatz, „Underlying themes in the witchcraft of seventeenth-century New England“ („Zugrundeliegende Themen der Hexerei im siebzehnten Jahrhundert in Neuengland“), hat John Demos nicht nur die Angeklagten, sondern auch ihre Ankläger und die Zeugen so genau wie möglich unter den Kategorien Geschlecht, Alter und Ehestand eingeordnet
[47]. Obwohl Demos unter den 162 Angeklagten, für die es minimale biographische Auskünfte gibt, 42 Männer identifizierte (also 25,9% der Gesamtzahl) behandelte er die Männer – weder einzeln noch als Gruppe – in seinem Artikel nicht weiter. Allgemein behauptete er über die Angeklagten, dass diese vielfach besonders streitsüchtig gewesen seien und sich oft deviant verhielten. Sie machten sich des Diebstahls, der Verleumdung und der Wahrsagerei schuldig oder verhielten sich exzentrisch
[48]. Die Mehrzahl der Angeklagten waren verheiratete Frauen oder Witwen zwischen 41 und 60 Jahren, während die Mehrzahl der Ankläger junge, unverheiratete Frauen waren. Demos versuchte dies dadurch zu erklären, dass die Dynamik der Prozesse eine psychologische Spannung zwischen den weiblichen Generationen belegt, die in der problematischen Mutter-Tochter Beziehung ihre Wurzeln habe
[49]. Hier finden wir also – wie bei Willis und Purkiss für England – eine psychologische Erklärung für Anklagen, die sich auf die soziale und physische Mutterrolle (inklusive des Stillens) konzentriert und damit Männer grundsätzlich ausschliesst.
<34>
Sechs Jahre später widmete sich Demos dem Thema männlicher Hexen mit einem Artikel über den als Hexenmeister angeklagten umherziehenden Kuhhirten John Godfrey aus Essex County, Massachusetts
[50]. Demos hat Godfrey als Fallstudie ausgesucht, weil er unverheiratet war und als Hexenmeister alleine (also ohne irgendwelche Beziehung zu einer als Hexe verdächtigten Frau) angeklagt wurde und deswegen für Neuengland sehr ungewöhnlich war. Godfrey war ebenfalls sehr streitsüchtig und erschien zwischen 1658 und 1669 mehrmals in verschiedenen Prozessen vor den Gerichten in Essex County, sowohl als Ankläger als auch als Angeklagte. Eine Folge seiner Streitsüchtigkeit ist die verhältnissmässig dichte Überlieferung an Quellen, die Demos zur Untersuchung des Falles zur Verfügung gestanden haben. Durch die ausführliche Rekonstruktion der Biographie des Kuhhirten zeigte Demos, dass die drei Hexenanklagen gegen Godfrey (1659, 1665/66 und 1669) nur einen Bruchteil der sozialen Konflikte und weiterer Gerichtsprozesse darstellten, die Godfrey mit einer Vielzahl anderer Personen hatte. Godfrey hat sich durch ein bestimmtes Faktorenbündel als Hexenmeister verdächtigt gemacht. Der eingewanderte, ledige Mann besaß wenig feste Familienbindungen
[51]. Als umherziehender Kuhhirt hatte er kein festes Zuhause. Zudem stand er im Ruf, Kühe auf magische Art heilen zu können
[52]. Er war nicht nur streitsüchtig, sondern auch habgierig und unberechenbar. Er neigte zu Wutanfällen und brachte viele Leute gegen sich auf, indem er Ansprüche auf Geld, Arbeit usw. durchzusetzen versuchte
[53]. Trotz dieser Charaktereigenschaften ist es ihm ähnlich wie William Godfrey aus New Romney gelungen, den schlimmsten Folgen der Hexereianklage zu entgehen: John Godfrey ist jedes Mal freigesprochen worden und starb eines natürlichen Todes im Jahre 1675
[54].
Trotz der grundsätzlichen Bedeutung dieses Aufsatzes als erste wissenschaftliche Studie über einen neuenglischen Hexenmeister, leidet sie unter denselben Beschränkungen wie die Mikrostudie Gaskills über William Godfrey aus New Romney in England. Wie „typisch“ war John Godfrey unter den Hexenmeistern Neuenglands? Was kann sein Fall uns zur gesamten gender Analyse der Hexenverfolgung in Neuengland weiter sagen, zumal sein Fall aus der Zeit vor der Salemer Verfolgung stammt? Paul Boyer and Stephen Nissenbaum, die ebenfalls in den siebziger Jahren über die Hexenverfolgung in Neuengland forschten, konzentrierten sich in ihrem Buch Salem Possessed auf die Salemer Verfolgung [55]. Sie haben die Dynamik der Hexenprozesse aus dem Jahre 1692 durch das Vorhandensein eines tief greifenden Konflikts zwischen zwei klar definierbaren Parteien (factions) in Salem Village und Salem Town erklärt und den „Parteienkampf“ (factionalism) als ihr Interpretationsmuster benutzt [56]. Dardurch ist die Bedeutung von Geschlecht als Kategorie der Analyse erheblich reduziert worden.
<35>
Wie in England, haben sich nachfolgende HistorikerInnen, die sich für die Geschlechtergeschichte der neuenglischen Hexenprozesse interessierten, hauptsächlich auf die weiblichen Angeklagten konzentriert. So lautet beispielsweise Carol Karlsens 1987 erschienenes Buch The Devil in the Shape of a Woman oder auf deutsch, Der Teufel in der Gestalt einer Frau
[57]. Im zweiten Kapitel zeigt Karlsen deutlich, dass die Mehrzahl der als Hexen angeklagten Personen in Neuengland Frauen waren: Von den 342 Personen, die man zwischen 1620 und 1725 als Hexen anklagte, waren 267 (78%) Frauen. Für die Einwohner und insbesondere die Obrigkeit Neuenglands waren Frauen als Hexen einfach überzeugender und auch bedrohlicher. Männer wurden daher dementsprechend milder als Frauen behandelt. Sie kamen seltener vor Gericht und besassen bessere Chancen als Frauen, den schlimmsten Folgen eines Hexenprozesses zu entkommen
[58]. Karlsen lässt aber eine ausführlichere Diskussion der Hexenmeister Neuenglands – die immerhin 22% der Gesamtzahl der Angeklagten bildeten – aus. Zwar legt sie zwei Tabellen mit Daten über Alter und Ehestand der männlichen Hexen Neuenglands vor, aber die knappe Analyse beschränkt sich auf die Fußnoten
[59]. Laut Karlsen spielten Auseinandersetzungen um Erbschaftsansprüche eine zentrale Rolle in vielen neuenglischen Hexereianklagen: In Familien ohne männliche Erben, kam es oft vor, dass die Frauen kurz nach dem Tode von Vater, Ehemann, Bruder oder Sohn als Hexen angeklagt worden sind. Hexenprozesse waren also das Ergebnis eines patriarchalischen Systems das Land und Gut und die damit verbundene Macht nur ungern in die Hände von Frauen fallen ließ
[60]. Damit bietet Karlsen zwar ein wichtiges Erklärungsmodell für manche Hexenfälle an, sie sagt aber kaum etwas zu jenen Fällen, die nicht durch dieses Modell erklärt werden können.
Elizabeth Reis sieht den Grund für den hohen Frauenanteil unter den neuenglischen Hexen in der gendered ideology (durch Geschlecht geprägte Ideologie) des neuenglischen Puritanismus. Für Puritaner waren Frauen grundsätzlich schwächer, sündhafter und dem Teufel näher als Männer. Alle an den Prozessen beteiligten Personen hätten daher geglaubt, dass Hexen eher weiblich als männlich waren. Selbst angeklagte Frauen seien diesem Denkmuster verhaftet gewesen und hätten daher mit besonderem Eifer ausführliche Geständnisse über ihre vermeindliche Schuld abgeleget [61]. Die Arbeit von Reis ist eine deutliche Mahnung, den religiösen Kontext der Hexenprozesse zu berücksichtigen. Meines Erachtens muss man aber gerade mit den Geständnissen in Salem sehr vorsichtig sein, zumal die Personen, die ihre Schuld vor Gericht eingestanden haben, dem Strang entgangen sind.
Neue Anregungen zum Thema Männlichkeit und Hexereiverdacht in England und Neuengland
<36>
Zwei Beiträge zur Geschichte der Hexenprozesse Englands bzw. Neuenglands, die in den letzten Jahren erschienen sind, bieten neue Anregungen zur Analyse der Zusammenhängen zwischen Männlichkeit und Hexereiverdacht an. In ihrem Buch aus dem Jahre 2002 argumentiert Mary Beth Norton, dass wir die Hexenverfolgung von Salem im Kontext der blutigen Kriege der Siedler Maines zwischen 1675 und 1678 und insbesondere seit 1688 mit den dort ansässigen Indianerstämmen sehen müssen
[62]. Die Siedler seien allgemein durch den Krieg traumatisiert worden und daher leicht bereit gewesen, Vergleiche zwischen der teuflischen Verschwörung der Hexen und der Bedrohung durch die Indianer anzustellen. Salem und andere Orte in Essex County boten Zuflucht für Kriegsflüchtlinge aus Maine an.
Norton kann belegen, dass einige der jungen Anklägerinnen in den Salemer Prozessen eben jene traumatisierten Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet waren. Norton sieht auch die Hexenanklagen gegen bestimmte Männer, wie Milizkapitän John Floyd oder Schiffskapitän John Alden, in diesem Kriegskontext [63]. Von beiden wurde geglaubt, dass sie sowohl mit den Indianern als auch mit dem Teufel ein Bündnis eingegangen wären. Floyd geriet in Verdacht, weil man seine militärische Qualitäten in Frage stellte und ihn für zahlreiche Todesfälle unter den Siedler verantwortlich machte; Alden wurde nachgesagt, dass er nur Geld machen wolle und sogar mit dem Feind Handel treiben würde. Der Kleriker George Burroughs, dem man die Führungsrolle bei den Hexenversammlungen in Salem unterstellte, besaß anscheinend ein übernatürliches Talent, Indianerangriffe zu überleben. Diese Tatsache – mitsamt seiner angeblich unnatürlichen körperlichen Kraft und der Misshandlung seiner Ehefrauen – haben zu seinem Ruf als ein mit den Indianern verbündeter Hexenmeister beigetragen [64]. In den Fällen von Floyd, Alden und Burroughs kann man vielleicht eine ähnliche Dynamik sehen, wie sie auch in manchen deutschen Prozessen gegen Männer der Eliten zu beobachten ist: Hexereianklagen werden genutzt, um Männer, die ihre Macht (spirituelle, militärische oder geschäftliche) zur Verfolgung eigener Interessen eingesetzt und gegen die Interessen der Gemeinschaft verstoßen haben, abzustrafen.
Obwohl Nortons Ideen interessant sind, besteht das Problem (wie bei allen monokausalen Erklärungsmodellen), dass sie nur für einige Prozesse relevant bzw. überhaupt beweisbar sind. Wenn die Beziehung zwischen der Hexenverfolgung und den politischen und militärischen Umständen in Neuengland wirklich so eng war, wie Norton behauptet, warum sind dann nicht mehr Männer wie Alden, Floyd oder Burroughs in die Prozesse verwickelt worden?
<37>
In einem wichtigen, 2005 erschienen Aufsatz versucht Elizabeth Kent gemeinsame Merkmale der männlichen Hexen und die Beziehung zwischen Hexenmeistern und frühneuzeitlichen Männlichkeitskonzepten in England und Neuengland herauszuarbeiten
[65]. Gleich zu Beginn stellt sie Macfarlanes Angaben zu den Hexenmeistern in Essex in Frage. Zusätzlich zu den 23 von Macfarlane identifizierten Männern, die vor dem Assize Gericht wegen Schadenzauber angeklagt wurden, zählt Kent noch 63 Männer (also 86 insgesamt) die wegen Zauberei, Beschwören, Schatzgraben, Wahrsagen und anderer Sorten von nicht schadenstiftender Zauberei (non-malefic witchcraft) vor Gericht standen, hinzu. Kann man diese Männer aber alle als male witches „in einen Topf“ werfen? Hier begegnen wir wieder dem Problem, dass englische Hexenforscher oftmals eine sehr weite Definition von witchcraft zugrunde legen, die genaue Vergleiche mit der europäischen Literatur eher erschweren als erleichtern
[66].
Im weiteren Verlauf ihres Artikels liefert Kent ausführliche Analyse von Prozessen im 17. Jahrhundert gegen vier Hexenmeistern: Nicholas Stockdale aus Brancaster in der englischen Grafschaft Norfolk (1607), John Lowes, der Pfarrer aus Brandeston in der englischen Grafschaft Suffolk (1645), Hugh Parsons aus der Kleinstadt Springfield in Massachusetts (1650-2) und den umherziehenden Kuhhirten John Godfrey aus Massachusetts, dem wir schon bei Demos begegnet sind. Laut Kent, besaßen alle vier ähnliche Charakterzügen. Sie waren selbstinteressierte, bestimmende und unberechenbare Männer, die die gemeinschaftlichen Bräuche und Regeln in Geschäftsbeziehungen, gegenseitige nachbarliche Verpflichtungen und private und öffentliche männliche Selbstbeherrschung nicht einhielten. Ihre Ankläger waren ebenfalls Männer – andere Männer aus ihren Gemeinden, die Hexenanklagen benutzten, um das anti-patriarchalische Verhalten der Angeklagten zu bestrafen. Nach Kent gab es also eine klare Vorstellung von einer männlichen Hexe im frühneuzeitlichen Glaubenssystem, die sich deutlich von der Vorstellung einer weiblichen Hexe unterscheiden lässt. Sie argumentiert auch, dass Hexer wegen ihrer machtvollen aber undiszipliniert ausgedrückten Männlichkeit in Prozessgefahr gerieten und nicht (wie Lara Apps und Andrew Gow behaupten) weil sie feminisierte Männer waren [67].
Schlussbemerkungen
<38>
Dank der Arbeit von Historikern und Historikerinnen wie Macfarlane, Gaskill, Demos und Kent sind Hexenmeister ein legitimes Thema der Hexenforschung Englands und Neuenglands geworden. Wir wissen auch heute viel mehr über solche Männer als im Jahre 1970. Ich möchte mit vier Punkten schliessen, die in zukünftigen Forschungen zu dieser Thematik Berücksichtigung finden müssen:
Es muss mit möglichst klaren und differenzierten Kategorien der Zauberei und Hexerei gearbeitet werden, so dass die statistische Grundlage der Hexenverfolgung in England und Neuengland und der Anteil von Männern in diesen Verfolgungen vergleichbar werden. Es muss eine schärfere Trennung zwischen Männern, die wegen Schadenzauber und Männern, die wegen nicht-schadenstiftender Zauberei vor Gericht kamen, gemacht werden (oder es muss besser erklärt werden, warum alle solche Männer unter der Kategorie witchcraft zusammengefasst werden können).
Diese statistische Analyse soll nicht nur Geschlecht, sondern (so weit wie möglich) weitere Kategorien, wie Alter, Ehestand, soziale Stellung usw. mit einbeziehen, und nicht nur für die Angeklagten sondern auch für die Ankläger. Dadurch wird es möglich zu erkennen, ob Geschlecht ein dominanter Faktor in der Erklärung einer Hexenanklage gewesen ist oder ob Geschlecht lediglich als ein Faktor unter einem ganzen Bündel von Erklärungsfaktoren existiert.
<39>
Es gilt zudem die Analyse von Hexenmeistern möglichst eng mit der Analyse frühneuzeitlicher Männlichkeitskonzepte zu verbinden, um festzustellen, inwieweit Hexenmeister gegen patriarchalische Normen von Männlichkeit verstossen haben. Dabei ist natürlich zu beachten, dass solche Normen von Männlichkeit durch Stand, Alter, Religion und andere sozio-kulturelle Faktoren beeinflusst und differenziert wurden.
Schließlich dürfen die Hexenjäger und Hexenrichter nicht außer Acht gelassen werden. Ihre Rolle und ihr Einfluss waren für den Verlauf der Prozesse äußerst wichtig. Ihr Verhalten, ihr Selbstbewusstsein und ihre Motivation waren natürlich auch von Männlichkeitsvorstellungen geprägt. Für diese Männer war wahrscheinlich die Idee von Pflicht – ihrem Herrn, ihrer Gemeinde, ihrem Gott, und ihrer eigenen Familie gegenüber – von zentraler Bedeutung.
Anmerkungen
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[1]
Alan Macfarlane, Witchcraft in Tudor and Stuart England. A Regional and Comparative Study, London 1970; London 1999. In diesem Aufsatz benutze ich die 2. Auflage des Buches. Für seine Hilfe bei der Übersetzung dieses Aufsatzes bin ich Herbert Eiden sehr dankbar.
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[2]
Für Essex sind Assize indictments, Protokolle der niederen Kriminalgerichtsbarkeit (Quarter Sessions records), hervorragende Kirchengerichtsprotokolle (ecclesiastical court records) und etliche Stadtgerichtsprotokolle (borough court records) ab der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts überliefert. Zwischen 1560 und 1700 sind mehr Personen wegen Hexerei vor den Essex Assize Courts angeklagt worden, als in den anderen vier Graftschaften des Home Circuits (Kent, Surrey, Sussex und Hertfordshire) zusammen, siehe Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 61.
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[3]
Assizes waren die wichtigsten englischen Gerichte, die die Blutgerichtsbarkeit ausübten, und tagten zweimal jedes Jahr in jeder Grafschaft unter Vorsitz von zwei vom König ernannten Richtern, die gemeinsam einen Assize Circuit berreisten. Ein Assize Circuit bestand aus mehreren Grafschaften.
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[4]
Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 160.
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[5]
Die anderen vier Grafschaften waren Surrey, Sussex, Kent und Hertfordshire, die zusammen mit Essex das Home Circuit bildeten (siehe Anm. 2). Für eine Quellensammlung der indictments auf Englisch, siehe Cecil L’Estrange Ewen, Witch Hunting and Witch Trials. The Indictments for Witchcraft from the Records of 1373 Assizes held for the Home Circuit A.D. 1559-1736, London 1929.
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[6]
Die insgesamt verhältnismässig schlechte Quellenlage Englands erklärt, warum bisher für andere Grafschaften außer Essex und Kent keine wissenschaftlichen Studien der frühneuzeitlichen Hexenprozesse vorliegen und warum viele HistorikerInnen der englischen Hexenverfolgung mit gedruckten Quellen (dämonologischen Werken und Flugschriften) arbeiten.
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[7]
Schriftliche Zeugenaussagen gibt es nur für die Northern Assize Circuit ab ca. 1640 und für etliche Stadtgerichte (Borough Courts) wie zum Beispiel in dem Fall von William Godfrey aus New Romney in Kent, den ich später diskutiere.
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[8]
Für die Essex Flugschriften, siehe Marion Gibson (Hg.), Early Modern Witches. Witchcraft Cases in Contemporary Writing, London / New York 2000, S. 10-24 (1566); S. 41-49 (1579); S. 72-128 (1582); S. 129-137 (1589); Malcolm Gaskill (Hg.), English Witchcraft 1560-1736. Volume 3: The Matthew Hopkins Trials, London 2003, S. 1-46 (1645).
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[9]
Siehe Gibson 2000, (wie Anm. 8), S. 99-104.
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[10]
J. S. Cockburn (Hg.), Calendar of Assize Records. Essex Indictments. Elizabeth I, London 1978, S. 231, indictment 1343.
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[11]
„Thus, there does not seem to have been any obvious objection to the idea of male witches. Yet women predominated. Any explanation of witchcraft prosecutions must account for this fact“, Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 160.
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[12]
Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 147-177.
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[13]
Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 161. Das Alter einer Person, die wegen Hexerei angeklagt wurde, wurde nicht im indictment angegeben. Für eine Diskussion des Problems, allgemeine Schlüsse über das Alter von angeklagten Hexen aus spärlichen Statistiken zu ziehen, siehe Alison Rowlands, Stereotypes and Statistics: Old Women and Accusations of Witchcraft in Early Modern Europe, in: Susannah R. Ottaway / Lynn. A. Botelho / Katharine Kittredge (Hg.), Power and Poverty. Old Age in the Pre-Industrial Past, Westport, Connecticut / London 2002, S. 167-186.
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[14]
Keith Thomas, Religion and the Decline of Magic. Studies in Popular Beliefs in Sixteenth- and Seventeenth-Century England, London 1971, insbesondere Kapitel 16 und Kapitel 17. In diesem Aufsatz wird die Penguin Taschenbuch Auflage des Buches (Harmondsworth 1991) benutzt bzw. zitiert.
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[15]
Thomas 1991 (wie Anm. 14), S. 671: „This deterioration in the position of the dependent and elderly helps to explain why witches were primarily women, and probably old ones, many of them widowed“.
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[16]
Für eine Diskussion des dämonologischen Stereotyps, siehe Rowlands 2002 (wie Anm. 13), S. 170.
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[17]
Dieses Problem wird in Bezug auf die Flugschriften von Malcolm Gaskill diskutiert, siehe Malcolm Gaskill, „Witchcraft in Early Modern Kent: Stereotypes and the Background to Accusations“, in Jonathan Barry / Marianne Hester / Gareth Roberts (Hg.), Witchcraft in Early Modern Europe. Studies in Culture and Belief, Cambridge 1996, S. 257-287, hier S. 258-262.
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[18]
Deborah Willis, Malevolent Nurture. Witch-Hunting and Maternal Power in Early Modern England, Ithaca / London 1995, S. 5, Fußnote 5: „Yet so it went for most other male practitioners of magic: the conjuror, the sorcerer, the cunning man, the magus – for one reason or another, few ended up in court for the crime of witchcraft, fewer still were executed. Such male witches may have existed in great numbers, yet it appears that they were seldom suspected of practicing harmful magic, seldom truly feared as dangerous by their neighbours or by the authorities“.
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[19]
Willis 1995, (wie Anm. 18), S.1-81. In ihrem psychoanalytischen Interpretationsmuster bezieht sich Willis stark auf die Theorien von Melanie Klein.
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[20]
Willis 1995, (wie Anm. 18), S. 52-59.
-
[21]
Diane Purkiss, The Witch in History. Early Modern and Twentieth-Century Representations, London / New York 1996, Kapitel 4, „The house, the body, the child“, S. 91-118.
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[22]
Purkiss 1996, (wie Anm. 21), Kapitel 5, „No limit. The body of the witch“, S. 119-144. Marianne Hester hat auch in den 90er Jahren versucht, eine Erklärung für die Mehrzahl der Frauen unter den angeklagten englischen Hexen, zu finden, siehe Marianne Hester, Lewd Women and Wicked Witches. A Study of the Dynamics of Male Domination, London / New York 1992. Weil Hester ein „revolutionäres feministisches“ Interpretationsmuster in ihrem Buch benutzt, sieht sie die englische Hexenverfolgungen als „...part of the apparently ongoing attempt by men to control women socially…“ (S. 199). Männer kommen in ihrer Arbeit nur als machttragende Agenten eines patriarchalischen Gesellschaftssystems vor.
-
[23]
Malcolm Gaskill, „The Devil in the Shape of a Man: Witchcraft, Conflict and Belief in Jacobean England“, in: Historical Research 71, 1998, S. 142-171.
-
[24]
Gaskill 1998, (wie Anm. 23), S. 162.
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[25]
Gaskill 1998, (wie Anm. 23), S. 162: „…conflict and belief…were as complex and varied in individual cases as human beings themselves“.
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[26]
Gaskill 1996, (wie Anm. 17).
-
[27]
Malcolm Gaskill, Crime and Mentalities in Early Modern England, Cambridge 2000. In diesem Buch behandelt Gaskill Hexerei (Witchcraft: Part 1, S. 33-119), Münzfälschung (Part 2, S. 121-199) und Mord (Part 3, S. 201-280).
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[28]
Gaskill 1996, (wie Anm. 17), S. 263-264.
-
[29]
Gaskill 2000, (wie Anm. 27), S. 57-62.
-
[30]
Gaskill 2000, (wie Anm. 27), S. 49: „The proportion of male suspects in England, then, is broadly in line with statistics derived from continental sources“.
-
[31]
Datenangaben basieren auf Gaskill 2000, (wie Anm. 27), S. 49.
-
[32]
Malcolm Gaskill, Witchfinders. A Seventeenth-Century English Tragedy, London 2005.
-
[33]
Für die Diskussion des Falls von John Lowes, siehe Gaskill 2005, (wie Anm. 32), S. 138-144, 156-161. Über Ely schreibt Gaskill: „At the Ely trials of the 1640s, 39 percent of those tried for maleficium were male; at their height in 1647 five of thirteen on remand were men“, Gaskill 2000, (wie Anm. 27), S. 49. Für eine ausführliche Diskussion des Themas Männer und Männlichkeit in Bezug auf die East Anglian Verfolgung von 1645-7, siehe Malcolm Gaskill, Masculinity and Witchcraft in Seventeenth-Century England, in: Alison Rowlands (Hg.), Witchcraft and Masculinities in Early Modern Europe, forthcoming London 2009.
-
[34]
Jenni Grundy, „The male witch, the familiar and unnatural bodies in early modern England“, unveröffentlicher Vortrag, gehalten auf der Tagung „Witchcraft and Masculinities in the Early Modern World“ (University of Essex, 22 April 2006).
-
[35]
Rolf Schulte, Hexenmeister. Die Verfolgung von Männern im Rahmen der Hexenverfolgung von 1530-1730 im Alten Reich, 2. Auflage, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / Bruxelles / New York / Oxford / Wien 2001, S. 165-174; Rolf Schulte, Men as accused witches in the Holy Roman Empire, in: Alison Rowlands (Hg.), Witchcraft and Masculinities in Early Modern Europe, forthcoming London 2009.
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[36]
Gaskill 2000, (wie Anm 27), S. 56-57.
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[37]
Macfarlane 1999, (wie. Anm. 1), S. 117-8, Table 9: Cunning folk whose names are mentioned in Essex records, 1560-1680.
-
[38]
Macfarlane 1999, (wie. Anm. 1), S. 117-8, 127.
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[39]
Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 127.
-
[40]
Macfarlane 1999, (wie Anm. 1), S. 128: „Of forty-one definite Essex cunning folk, only four were later recorded as accused of „black“ witchcraft, while less than half a dozen of a total of over 400 persons accused of black witchcraft are known to have been cunning folk“.
-
[41]
Schulte 2001, (wie Anm. 35), S. 228-234.
-
[42]
Owen Davies, Cunning-Folk. Popular Magic in English History, London / New York, 2003, Kapitel 3, S. 67-91.
-
[43]
Davies 2003, (wie Anm. 42), S. 68-69: „…cunning-folk came from a stratum of society that was at least semi-literate and which possessed a certain degree of authority in the community“, S. 69. Cunning men waren also hauptsächlich Vollbauer, Handwerker oder Geschäftsmänner: unter den noch weiter ausgebildeten cunning men befanden sich auch Kleriker, Ärtzte, Schreiber, und Schulmeister.
-
[44]
Davies 2003, (wie Anm. 42), S. 71-2.
-
[45]
Davies 2003, (wie Anm. 42), S.13.
-
[46]
Davies 2003, (wie Anm. 42). S. 12-12.
-
[47]
John Demos, “Underlying Themes in the Witchcraft of Seventeenth-Century New England”, in: The American Historical Review 75, 1970, H. 5, S. 1311-1326, hier S. 1315-1316.
-
[48]
Demos 1970, (wie. Anm. 47), S. 1317.
-
[49]
Demos 1970, (wie Anm. 47), S. 1318-1326.
-
[50]
John Demos, „John Godfrey and His Neighbors: Witchcraft and the Social Web in Colonial Massachusetts“, in: The William and Mary Quarterly 27, 1976, H. 2, S. 242-265.
-
[51]
Demos 1976, (wie Anm. 50), S. 258-259.
-
[52]
Demos 1976, (wie Anm. 50), S. 249, 259-260.
-
[53]
Demos 1976, (wie Anm. 50), S. 260-262.
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[54]
Demos 1976, (wie Anm. 50), S. 257.
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[55]
Paul Boyer / Stephen Nissenbaum, Salem Possessed. The Social Origins of Witchcraft, Cambridge, Massachusetts / London 1974.
-
[56]
Boyer / Nissenbaum 1974, (wie Anm. 55), S. 179-216.
-
[57]
Carol F. Karlsen, The Devil in the Shape of a Woman. Witchcraft in Colonial New England, New York 1987. In diesem Aufsatz benutze ich die Vintage Books Taschenbuch Auflage, New York, 1989. Der Titel von Malcolm Gaskills Artikel über William Godfrey - „The Devil in the Shape of a Man“ - war natürlich eine Anspielung auf Karlsens Titel, siehe Gaskill 1998, (wie Anm. 23).
-
[58]
Karlsen 1989, (wie Anm. 57), S. 47-63.
-
[59]
Karlsen 1989, (wie Anm. 57), S. 291-292 (Table A: Age Groups, Male Witches, New England, 1620-1725), 293-294 (Table B: Marital Status of Male Witches, New England, 1620-1725).
-
[60]
Karlsen 1989, (wie Anm. 57), S. 77-116.
-
[61]
Elizabeth Reis, Damned Women. Sinners and Witches in Puritan New England, Ithaca / London 1997.
-
[62]
Mary Beth Norton, In the Devil’s Snare. The Salem Witchcraft Crisis of 1692, New York 2002. In diesem Aufsatz benutze ich die 2. Auflage (Vintage Books Paperback), New York 2003.
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[63]
Norton 2003, (wie Anm. 62), S. 182-193.
-
[64]
Norton 2003, (wie. Anm. 62), S. 232-265.
-
[65]
Elizabeth J. Kent, Masculinity and Male Witches in Old and New England, 1593-1680, in: History Workshop Journal 60, 2005, S. 69-92.
-
[66]
Kent 2005, (wie Anm. 65), S. 70-71. Diese breite Definition von witchcraft, die sowohl Fälle von Schadenzauber als auch Fälle von nicht-schadenstiftender Zauberei enthielt, war auch bei Gaskill zu beobachten.
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[67]
Lara Apps / Andrew Gow, Male Witches in Early Modern Europe, Manchester 2003, S. 6-13.
Empfohlene Zitierweise
Rowlands, Alison: Männer in Hexenprozessen. Ein historiographischer Überblick aus anglo-amerikanischer Perspektive. In: @KIH-eSkript. Interdisziplinäre Hexenforschung online 1, 2009, Sp. 23-39, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/de/persistent/artikel/7104/
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Erstellt: 07.08.2009
Zuletzt geändert: 26.08.2009




